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Donnerstag, 13. Dezember 2018

Neuanfang

Ich habe mich in der neuen Wohnung ganz gut eingelebt. Es ist noch nicht alles fertig eingerichtet, Lampen fehlen noch.
Die Verbindungen zum Internet usw. alles funktioniert jetzt.

Heute war ich auf dem Gemeindeamt und habe meinen neuen Pass beantragt. Ich habe ja meinen bisherigen Familiennamen abgelegt und meinen "Mädchennamen" wieder angenommen. 
Seit 29.11.2018 habe ich wieder des Vaters Namen in meinem Urkundenregister stehen.

Dieses Jahr ist viel passiert, vieles hat sich geändert. Ich bin einen Prozess weitergegangen, und habe mich getraut mich zu verabschieden. 
"Was willst du, du bleibst ja doch. Das was du suchst gibt es nicht." 

Vor einigen Jahren habe ich hier in den Blog einen Cartoon reingestellt und den stelle ich nochmals rein. 
Um das geht es:


Sonntag, 16. September 2018

mein neues zu Hause



Mein neues zu Hause.




Der Noch-Ehemann schreit und heult öffentlich herum, dass ich ihm alle Möbel genommen habe, er nicht einmal mehr ein Bett hat. Die Wohnung habe ich ihm ausgeräumt.
Mitgenommen habe ich einen Schreibtisch, ein Kastl, einen Heimtrainer und einen Radiator.

Kommenden Donnerstag bekomme ich dann das Internet eingerichtet. Hier ist alles anders, bin auch in ein anderes Bundesland gezogen.



Dienstag, 17. Juli 2018

Vernichtender Brief an den Mann

Der Mann hat von seiner Firma folgenden Brief bekommen.


Lieber Fred*
über dein Verhalten muss ich mich doch sehr wundern. Wenige Tage, nachdem du deinen "Schlaganfall" hattest, habe ich im Krankenhaus angerufen, um gegen deine frühzeitige Entlassung zu protestieren. Dort hat man mir gesagt, ich brauche mich nicht zu sorgen, du bist vollständig wiederhergestellt, hast keine Folgen zu befürchten und brauchst eigentlich auch keine Rehabilitation. Ich habe mich sehr für dich gefreut.

Als du einige Wochen später zu mir gesagt hast, "was jetzt in der Firma passiert" interessiert dich überhaupt nicht, habe ich natürlich gewußt, was das heißt.

Das du keiner einvernehmlichen Lösung zugestimmt hast, sondern es zur Gänze über die Firma abspulen willst, war für uns frustrierend. Zu der Zeit waren wir in finanziellen Nöten, nicht zuletzt weil du letzten Sommer so lange fort warst und du ab November einfach gefehlt hast, so schnell sind 30 Jahre Aufbau und Erfahrung nicht zu ersetzen, für diese lange Zeit unseres gemeinsamen Schaffens bin ich auch sehr dankbar.

Auf der anderen Seite, muss ich sehen, dass du menschlich kaum jemandem abgehst. Einigen Kunden, aus Gewohnheit. Viele aber, die jetzt erst wiederkommen, Mitarbeiter haben bis her noch kein Bedauern über deinen Abgang gezeigt.

Lieber Fred*. Du hast hier über 30 Jahre viel geleistet, viel erreicht. Du hast jeden Tag bezahlt gekriegt, hast alle Vorteile eines Firmen "Hahn" genossen. Es war auch deine Pflicht, dich dafür anzustrengen. Wir schulden dir nichts und ich wünsche dir sehr, dass du es in Frieden beenden kannst.

Gerhard


1. Ich habe in der Landesnervenklinik angerufen, mich auf den Brief bezogen und die Auskunft bekommen, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen, keine Auskünfte per Telefon erteilt werden. Es bekommen nur nahe Angehörige persönlich eine Auskunft. Das war auch meine Erfahrung.

2. Das Wort "Schlaganfall" ist mit Gänsefüßchen eingefasst. Meiner Ansicht nach, drückt das auch den Zweifel an der Erkrankung aus.

3. Wenn man krank ist, braucht einen die Firma auch nicht zu interessieren. 

4. … keiner einvernehmlichen Lösung zugestimmt... heißt, dass er sich gegen eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnis gewehrt hat. Da der Mann auch noch 15 Wochen Urlaub hatte, wollten sie, dass er statt Krankenstand seinen Urlaub konsumiert und dann in Arbeitslose geht, mit den Worten: "Es kann dir ja eh nichts passieren, denn du bist 62 und hattest einen Schlaganfall. Vermitteln können sie dich so und so nicht." Und das stimmt nicht.

5. … in finanziellen Nöten, weil du letzten Sommer gefehlt hast … Der Mann hat 2017 seinen gesetzlichen Urlaub mit 5 Wochen in Anspruch genommen.

6. … ab November einfach gefehlt hast …  ja so ist dass, wenn man länger krank ist. Den Mitarbeiter, den er seit 1 Jahren eingeschult hat, damit er ihn ablösen kann bzw. sich aus dem Geschäft zurückziehen kann, den wollte der Oberboss nicht, weil dieser Mitarbeiter kritisch war. Dem  Mitarbeiter wurde nahegelegt, dass er sich eine andere Arbeit suchen soll. Er hat dann im Februar 2018 eine neue Arbeitsstelle gehabt und die Firma verlassen.

7. … menschlich kaum jemandem abgehst … ja was soll man darauf sagen: "Ohne Worte."

8. … Pflicht dich anzustrengen.. mmh, diese Aussage sehe ich sehr kritisch.

Übrigens ist diese Firma eine Alternative zu anderen sozialökonomischen Projekten. Da sollte so ein Vorgehen nicht passieren. 
Der Fred* ist nicht der erste, dem es dort so geht. Jetzt war halt er dran. Ich kanns nicht lassen, dass zu sagen. Ich habe ihm immer wieder gesagt, dass er sich ausbeuten lässt und im Endeffekt nur einen Fußtritt bekommen wird. Genau so ist es auch gekommen.

Der Mann meinte, er hat immer wieder gesagt, dass es so und so nicht gehen wird, dass es Veränderungen braucht usw. und wurde immer damit abgetan: " Fred*, dass können wir uns nicht leisten". Ich sag mal, dass stimmt überhaupt nicht, die Auftragslage war gut, das Geschäft hat geboomt.
Tja, drei weitere Mitarbeiter haben gekündigt, weil nur mehr Chaos herrscht.

Der Mann sagt, hier sieht man mal wieder den Umgang des Geschäftsführers/Obmanns mit anderen. Der Mensch lebt in einer anderen Realität und kennt sich nicht mehr aus.

Der Mann ist froh, dass er nicht mehr hingegangen ist arbeiten, denn das hätte er nicht überlebt. Sehe ich auch so.
Er sagt, die 30 Jahre dort hat er für sich und für seine Klienten gearbeitet, sonst für niemanden.

Der Psychiater meinte zu ihm, dass es ihm schlecht gehen darf! Wird eh an der Zeit, dass er sich das zugesteht.






Donnerstag, 12. Juli 2018

Von den Dogmen


Vor dem Termin beim Homöopathen gestern überlegte ich mir, was ich ihm sage, wie es mir geht. Ja, da fällt mir die Sache mit der Pflegerin und dem Erbe ein, mit dem Halbbruder, auch wie es mit dem Mann aktuell geht und am Schluss fällt mir dann noch der Kummer mit dem Spieler ein. 
Ich schüttle den Kopf über mich, denn was ist derzeit das Wichtigste für mich? Der Spieler und der Beziehungsabbruch. Und der tut weh. 
Der Homöopath fragt nach, ob sich das Kind in mir verletzt fühlt? Nein, da spüre ich kein verletztes Kind mehr, was mich auf einmal erstaunen läßt. Ist es doch immer wieder um dieses Kind und die Mutter gegangen. 
Wieso eigentlich müssen andere Männer jetzt sein, nach 29 Jahren monogamer Beziehung? Weil’s zur Befreiung gehört. Zur Befreiung von den Sätzen und Worten, die mir eingetrichtert wurden und mit denen ich so geschädigt wurde, dass ich die meiste Zeit meines Lebens in Angst und eigener Abwertung verbrachte. Ich möchte mich jetzt nicht mehr darauf beschränken, dass ich sage, meine Mutter war schuld, deren Mutter war schuld, es sind die religiösen Dogmen unserer Zeit und Gesellschaft, die uns gefangen halten.  In anderen Kulturen geht man offen mit Sexualität um.
Zum Leben gehört die Lust. Wir sind ab der eigenen Werdung  Wesen mit ausgeprägtem sexuellem Trieb und Instinkt. Und es kann nicht ein Mensch alles abdecken.
Ich höre immer wieder Geschichten, wie uns die Sexualität madig gemacht und im schlimmsten Fall ausgetrieben wurde. Früher war ich der Überzeugung, dass es hauptsächlich die Frauen betrifft, mittlerweile revidiere ich diese Ansicht. Männer werden nicht minder schlimm auf ihre Sexualität vorbereitet. 
Ich habe mich für den Weg entschlossen, meine erwachte Sexualität nicht zu verleugnen und wegzusperren. 

Dienstag, 10. Juli 2018

Der Spieler und das genauere Ende

Ich habe mich jetzt doch entschlossen, die schlüpfrigen Geschichten hier im Blog zu veröffentlichen. Wieso nicht. Und beim Einstieg in meinen Blog scheint der Button auf, dass es sich um Erwachseneninhalte handelt. Die Veröffentlichung der Kommentare bleibt mir überlassen.

***
Es gibt mir noch zu denken, dass der Spieler nicht gut genug auf sein Handy aufgepasst hat. Zumal er immer wieder sagte, dass er sich sehr vor seiner Frau fürchtet. Die Gründe wieso und warum, lasse ich jetzt beiseite.
Er hat mir Nachrichten geschickt und kann davon ausgehen, dass ich mich zurück melde. Und ja, wie ihr sagt, wenn ich mir einige Minuten Zeit lasse ist das auch in Ordnung, denn vielleicht kann ich gerade nicht gleich lesen. Und er hat auf sein Handy zu achten, wenn er sich schon so vor seiner Angetrauten fürchtet.
Der Spieler bat mich am Anfang unserer Beziehung, wenn ich mich von ihm verabschieden werde, dass ich das nicht per Handy mache. Ich stelle fest, dass ich von ihm am Sonntag per sms diese Nachricht „ Muss Schluss machen, hat alles gelesen, sonst Scheidung“ bekommen habe.
Er hat diese Woche am Nachmittag Dienst. Ich bin gespannt, ob er sich persönlich oder telefonisch bei mir melden wird.  Es ist Dienstag und derweil sieht es nicht so aus.
So beendet man keine Beziehung. Er kann mich von der Telefonzelle, oder von einem anderen Handy oder auch von seinem Handy, wenn er auf Arbeit ist, anrufen und sich auch mit mir persönlich treffen, um die Sachlage zu klären. 


Ich möchte die sms Kommunikation aufschreiben, auch wenn sie infantil für andere zum Lesen ist:

Die Kommunikation ging von 18 Uhr 34 bis 20 Uhr 14:

Spieler: Alles okay.

Ganga: Klar, wie geht’s bei dir?

Spieler: Habe Stress mit Frau.

Ganga: Oje, was will sie jetzt? Wieso jetzt? Wo bist du?

Spieler: Bin zu Hause, Frau ist mit Tochter auf ein Eis gefahren.

Ganga: Was willst du machen?

Spieler: Weil ich zu viel fortgehe und gestern zu spät nach Hause kam, auf mich zukommen lassen, beruhigt sich schon wieder. Wollte nur wissen alles, bleibt alles wie es ist.

Ganga: Liege ich richtig oder falsch, dass wir uns jetzt mal einige Zeit nicht sehen werden. Oder du einfach früher Heim musst? Melde dich halt, wenn es bei dir geht, ist OK so.

Spieler: Ja okay, meine Ganga.

Ganga: Hab dich lieb.

Spieler: Ich dich auch.

Spieler: Hat nichts mit uns zu tun, nur weil niemand mit ihr ins Casino ging. Tut mir leid, dass ich meinen Stress weiter gegeben habe.

Und jetzt kommen die 6 Minuten von mir.

Ganga: Macht nichts, dass hat ja auch Platz bei uns.

                Intimes Ohrgeflüster von mir.


Nach 20 Minuten bekomme ich folgende sms:

Spieler: Muss Schluss machen, hat alles gelesen, sonst Scheidung.

Was soll ich ihm sagen, dass er sich vor seiner Frau nicht fürchten braucht, weil sie sich auf seine Kosten erhöht. Dass bellende Hunde selten beißen. Dass sie unbedingt jemanden braucht, den sie täglich niedermachen kann. Dass er keine Angst haben braucht, dass ihn diese Frau verlässt, gerade weil sie  ihm schon Jahrzehnte lang damit bedroht und somit seine Verlassenheitsängste täglich aufs Neue schürt.  „Du bist ein Versager, du kannst nichts,…“ 
Weis ich, was die beiden laufen haben. Nein. 


Ich werde das Lokal mal diese Woche meiden, wo wir aufeinander treffen könnten. Ich gehe in das Nachbarspub, da fühle ich mich auch wohl.

Der Spieler ist auch sehr schräg. Vor einer Woche ist er noch zu mir gefahren, weil ich schrieb, dass ich müde bin und im Bett liege. Er ist auf die Gartenseite und hat in meine Fenster gelinst. Ein Nachbar, hat ihn erwischt.


Sonntag, 8. Juli 2018

Gutachten ist da

Es fällt mir in den letzten Monaten immer schwerer, dass ich etwas im öffentlichen Blog schreibe.
Ich habe sehr persönliche und intime Ereignisse erlebt, die sicher auch für Geschichten interessant sind. Leider weiß man nicht wer mitliest und welche Kommentare ich dann ernte.
Aber gut, vielleicht sollte ich es einfach ausprobieren.

Die letzte Woche hatte ich Urlaub und morgen starte ich wieder in die Arbeit. Meine Motivation hält sich in sehr engen Grenzen. Vermutlich war eine Woche Urlaub auch Zuwenig. Ich hatte viel zu tun und war nur einige Male im Urlaubsfeeling.

Das neurologische Gutachten das die Testierfähigkeit von meinem Vater abklären soll habe ich vor einigen Tagen bekommen. Leider ist das Gutachten für mich negativ ausgefallen. Der Gutachter meint, dass der Vater zum Zeitpunkt der Testamenterstellung wußte, was er tat. Was ich einfach nicht verstehe, weil ich wußte in welchem Zustand sich mein Vater damals schon befand.
Das heißt jetzt für mich und den Halbbruder, das die Pflegerin oder Lebensgefährtin, wie sie sich deklariert, nahezu das gesamte Vermögen des Vaters bekommt. Die Rechtsanwaltskosten von ihrem und unserem Anwalt müssen wir tragen, auch die Gerichtskosten. Wie weit ich dann verschuldet sein werde ist noch offen.

Am kommenden Donnerstag habe ich einen Termin beim Anwalt, wie es weitergehen kann. Er hat mir aber bereits geschrieben, dass es keinen Sinn macht, zu berufen. Und ich habe auch nicht das Geld dafür.
Ich bin sehr frustriert und habe große Angst vor der Verschuldung.



Sonntag, 24. Juni 2018

s'rauchverbot

In Österreich ist seit 01.Juni 2018 das Rauchverbot in Lokalen mit Besuchern unter 18 Jahren in Kraft. Bisher war es in meinem Stammgasthaus noch kein Thema, weil das Wetter so warm war und alle im Gastgarten saßen. In der Zwischenzeit ist es kühl und ungemütlich geworden, die wirklich starken Raucher sitzen am Abend bei Temperaturen von ungefähr 14 Grad draußen.
Von den anderen Gästen wird das Rauchverbot relativ gut angenommen und sie sitzen bei ungemütlichen Temperaturen auch drinnen. Mir fällt auf, dass kaum jemand zwischendurch rausgehen muss.
Nicht wenige der Wirtshaus-Raucher rauchen zu Hause und auf Arbeit nichts. Erst wenn sie fortgehen wird getschikt.

Im Nachtlokal um die Ecke steht explizit auf einem Schild an der Türe "Raucherlokal. Eintritt ab 18 Jahre".
Ich bin gespannt, ob sich beim Franz im Winter die Gäste die in anderen Lokalen nicht mehr rauchen dürfen, vermehrt treffen. Er hat jedenfalls eine gute Lüftung.

Mir selbst taugt es, dass meine Kleidung weniger nach Rauch stinkt und ich meine, dass es auch gesünder ist, nicht in den Rauchschwaden zu sitzen. Vor allem für die Gastronomen die nicht rauchen ist es nicht angenehm da 18 Stunden oder so im Rauch zu verbringen. Wenn du eine gute Lüftung hast geht es noch, aber eine befreundete Gastwirtin hat in ihrem Tschecherl nur ein Gebläse zum Fenster raus. Die wurden in den 70er Jahren eingebaut, damit's die Gäste nicht dawutzelt, wenn die Luft drinnen ganz grau ist.





Sonntag, 3. Juni 2018

Ist-Stand mit dem Mann

Dem Mann geht es wieder besser. Er war letzten Dienstag wieder bei seinem Termin mit dem Seelenarzt und dürfte dem sein Leid über seine Frau, die so böse zu ihm ist geklagt haben. Der Seelenarzt hat zu ihm gemeint, dass er mir aus den Weg gehen soll, wenn ich unleidlich bin. Auch dass er dann nichts mehr sagt und nicht auch noch Schaufeln nachlegt. 
Zuerst war ich verärgert, weil ich mir dachte, so so, ich bin unleidlich, ich bin böse zu ihm, aber dann dachte ich mir, dass der Vorschlag vom Seelenarzt optimal ist. Und der Mann hört auf den Seelenarzt. 

Der Mann hat sich von seinem Sofa wieder erhoben und sich bei einem Fitnessstudio angemeldet.
Vom Zirkeltraining und dem Ausdauertraining ist er begeistert. Er spürt sich wieder.
Außerdem gehen wir jeden zweiten Tag spazieren. Wir sind derzeit bei 4 Kilometer.
Ich habe ihm auch gesagt, dass er im Haushalt und Garten wieder etwas übernehmen muss, weil mir das jetzt zu viel wird. Er wird nicht aggressiv.

Allerdings achte ich darauf, dass er seine Psycho-Tabletten nimmt. Er selbst meint, dass ihm die jetzt wichtiger geworden sind als seine Blutverdünner. Gut so. Er merkt also, dass er nicht rund läuft. 
Er meinte, dass er nicht mehr monatelang auf dem Sofa liegen möchte, weil es ihm nicht gut tut. 
Von Selbstmord ist nicht mehr die Rede. 
Wenn sich sein Verhalten wieder stabilisiert, er wieder einen Sinn in seinem Leben sieht, wird er möglicherweise auf die Psycho-Tabletten verzichten können. 
Vielleicht verabschieden sich auch seine phasenweise schlechten Zustände und er muss nicht mehr gegen andere (mich) aggressiv werden und ihnen die Schuld an seinem schlechten Selbstbefinden geben oder er kann sie akzeptieren und damit besser umgehen. 

Ich hoffe das Beste für ihn.


Freude ist die Gesundheit der Seele
Aristoteles (384-322 v. Chr.)






Ohne Korrektur gesendet.

Sonntag, 27. Mai 2018

Zum Mann


Seit Tagen schiebe ich es hinaus, dass ich einen post schreibe.
Es gibt einfach nichts positives zu berichten, ich sag mal, nur lauter alten Scheiß.

Der Mann nimmt seit zwei Wochen wieder die Psychomedikamente und die Wahnvorstellungen haben aufgehört. Er ist wieder in der Lage etwas am Leben teil zu nehmen.
Ich bin mittlerweile der Ansicht, dass diese Wahnvorstellungen Auswirkungen vom Schlaganfall sind. Es sind neurologische Auffälligkeiten.
Ich will ihn damit nicht von der eigenen Verantwortung frei sprechen, aber ich glaube, er kann sich in diesen Phasen nicht mehr wehren gegen die inneren Dämonen die ihn dann verfolgen und tyrannisieren.

Das Leben mit ihm ist derzeit möglich, obwohl ich mich emotional erst wieder 2 % auf ihn eingelassen habe.
Er ist nicht mehr streitsüchtig und beschuldigt mich nicht mehr der schwersten Vergehen.

Schau mehr mal.





die Seele bleibt vor einem Gänseblümchen stehen


Montag, 14. Mai 2018

Montag

Die Freundin fragt mich, ob der Mann seine Nerventabletten nimmt.
Ich weiß es nicht, weil ich seit 2 Tagen nicht nachgesehen habe. Ich komme mir da so doof vor. Aber, sie hatte recht, er hat sie wieder 2 Tage nicht genommen.
Sie redet mir ins Gewissen, dass ich dem Mann täglich seine Tabletten hinlegen soll. Es ist wie bei den kleinen Kindern .... aber anscheinend funktioniert das.
Ich spreche den Mann an, ob ich ihm seine Tabletten in die Box ordnen soll und bemerke dabei, dass er die Blutverdünner in dreifacher Menge hat und die Psychopharmaka am ausgehen sind.

Ich achte jetzt darauf, dass er die SSE jeden Tag nimmt. Wenn ich merke, dass die Einbildungen zurückgehen, dann weiß ich, dass es die Medikamente sind, die helfen.

Tut er selbst ausreichend für sich? Weiß ich noch nicht, werde ich jetzt ganz bewusst beobachten.



Donnerstag, 10. Mai 2018

Wieder Stress mit dem Mann

Der Mann und ich hatten heute früh einen so großen Streit, dass wir beschlossen haben uns zu trennen. Ein Wort hat das andere ergeben. 

Der Mann schaut, dass er den Campingbus wieder flott bekommt und wird sich in den nächsten Tagen auf einen Campingplatz begeben oder wohin auch immer.
Er hat beschlossen, dass er eine Lebensqualität braucht für die nächsten 10 bis 15 Jahre und die hat er mit mir nicht mehr.
Ausserdem will er sich am Montag wieder gesund melden und in die Firma arbeiten gehen (wo ihn keiner besucht hat) und in einigen Wochen nach Griechenland fahren. 
Er meint, dass er neben mir nicht mehr leben kann, ich schränke ihn zu sehr ein.

Ja, was soll ich da machen. Ich glaube, dass der Mann einfach einen Vogel hat. Es ist der Schlaganfall und vor allem der Pensionsschock, der seine Wahrnehmung verändert hat und ihn so aggressiv und unversöhnlich macht.
Ich rede ihm zu, dass er alle Zeit der Welt hat, seine Angelegenheiten zu regeln.

Der Mann hat ja Angst, dass er wieder einen Schlaganfall bekommt, aber er regt sich heute den ganzen Tag schon auf und jetzt hat er noch den Notdienst organisiert, der ihm das Wohnmobil in die Werkstatt schleppt. Er fährt hinterher. Total aufgebracht ist er. 
Er fragt mich, ob er mich anrufen darf, wenn es ihn umwirft.

Der Mann meint, er hat übersehen, als ich sagte ich möchte leben, dass ich nicht mit ihm leben möchte. Dass er mir im Weg steht. Mmh, möglicherweise hat er recht?

Vielleicht ist aber so eine Trennung nicht schlecht, weil wir dann sehen können, ob uns noch etwas am anderen liegt. 

Ich hoffe, dass wir das so gut wie möglich durchstehen!!

Dienstag, 8. Mai 2018

Ergebnis Mammographie

Alles in Ordnung bei der Mammographie!!!!!!!!!

Zuerst mal war die Röntgenuntersuchung und dann musste ich noch zum Ultraschall. Die Ärztin fragte mich, was ich bemerkt habe und ich erzählte ihr, dass mich der Mann darauf aufmerksam gemacht hat, dass ich einen großen Knubbel in der Brust habe. Und die eine Brust im Vergleich zur anderen ganz hart ist. Und weh tut sie seit 2 Menstruationszyklen auch sehr.

Sie machte den Ultraschall und konnte mir gleich sagen, was Sache ist. Sie beruhigte mich und meinte, dass alles in Ordnung ist. Dass sich Männer auch öfters täuschen, dass ich vor der Menstruation bin und dass sieht man jetzt auch auf den Aufnahmen.
Es gibt keine Unterschiede zu den Aufnahmen von 2013 und "dass sie eine grobe Gewebestruktur haben, dass wissen sie eh". Ja, dass weiß ich und habe dass auch dem Mann versichert, weshalb dieser Knubbel oder auch die unterschiedliche Härte der Brüste für mich normal war.

Und da meine Gyn Ärztin mich jedes Jahr zur Untersuchung zu motivieren versucht und ich bisher erst einmal (2013) hingegangen bin, habe ich geglaubt, jetzt ist es soweit, meine Abneigung gegen diese Mammographie hat mir am Ende Krebs beschert.

Ich war so froh über das Ergebnis und die Ärztin freute sich mit mir.

Jetzt weiß ich, was es mit der Mammographie ohne Überweisung auf sich hat. In Ö bekommt jede Frau ab 40 Jahren alle 24 Monate eine Einladung zur Mammographie, mit der du dir einen Termin beim Röntgeninstitut ausmachen kannst und dafür auch keine Überweisung brauchst.
Aber: Ich habe diese Einladungen bisher immer zerrissen und entsorgt.

Mmh, vielleicht hebe ich sie mir das nächste Mal doch auf.

Jedenfalls bin ich so froh, dass alles in Ordnung ist. Der Mann ist auch froh.



Montag, 7. Mai 2018

Morgen um 7 Uhr 30 ist mein Termin im Röntgenstudio.

Ich habe mir gedacht, dass man für diese Vorsorgeuntersuchung keine Überweisung braucht, aber nein, braucht man doch. Da muss ich meine e-Card freischalten lassen, damit ich ohne Überweisung zur Mammographie gehen kann. Tue ich nicht.


Sonntag, 6. Mai 2018

Mammographie

Stellt der Mann gestern fest: "Du hast einen riesigen Knoten in der linken Brust."
Ich bin erschrocken.
"Ja, greife mal selbst."
Was ich nicht will.
Ich bekomme in einigen Tagen meine Menstruation und meine Brüste tun mir derzeit überhaupt weh, beide.
Der Mann möchte mich überreden, den großen Knoten bei der Brustwarze zu ertasten.
"Deine rechte Brust ist ganz weich und die linke hart. Du musst dir das unbedingt anschauen lassen."
Ich verspreche dem Mann, dass ich am Montag beim Röntgeninstitut anrufe und mir einen Termin geben lasse.
Ich bekomme Angst und bin leicht aufgebracht. Der Mann meint, er will mich nicht beunruhigen, aber das muss ich mir unbedingt ansehen lassen. Ich verspreche ihm, dass ich mich am Montag gleich darum kümmern werde.
Er fragt mich, ob ich regelmäßig zur Gynäkologin gehe. Mmh, ja, so einmal im Jahr (oder auch alle zwei, drei Jahre), aber da ist nichts, alles in Ordnung. Er ist beruhigt.
Er nimmt mir noch mehrmals das Versprechen ab, dass ich mich untersuchen lasse.


Ich werde beim Mammographie-Institut anrufen, Telefonnummer habe ich, ab 8 Uhr sind die da. Ich war die letzten Male auch dort und der Arzt ist zum Glück noch nicht in Pension.

Gedanken schwabben an mein Ufer. Eine Angst ist da.

Wer weiß, was kommen wird.


Donnerstag, 26. April 2018

Donnerstag

Meine Mutter hat sich von der Grippe wieder erholt, jetzt brauche ich Zeit um mich zu erholen. Was das alles bewirken kann, wenn Menschen meinen, sie könnten sterben. Ich habe mir einiges  an Geschichten angehört von früher. Und alle waren sie mit dem Krieg in Verbindung.
Die mussten jetzt raus.
Nie mehr erzähltes wurde jetzt erzählt.

Die verschiedenen Machthaber und die geldgierigen Säcke und die religiös verblendeten Menschen, die Kriege anzetteln und führen, gehören allesamt an ihren Eiern aufgehängt.


Mittwoch, 18. April 2018

So wie es gerade ist

Jetzt bin ich ganz entsetzt, dass es bereits 3 Wochen her ist, seit ich den letzten Blogeintrag geschrieben habe. Die Kurzzusammenfassung dieser letzten Wochen ist, dass ich einige Tage einen grippalen Infekt hatte, dann fiel die Mutter einfach um, der Arzt diagnostizierte diese vermaledeite Grippe und lies sie sofort ins Krankenhaus fahren. Gestern wurde sie entlassen.

Der Mann begann wieder durchzudrehen, ganz übel, ganz aggressiv, Schuld an seinem Schmerz bin alleine ich. Das ist ja sowas von bequem.
Nach den Selbsttötungsankündigungen machte ich ihn darauf aufmerksam, dass ich jetzt eigentlich die Polizei verständigen müsste von wegen Selbstgefährdung.
Als ich beim Mann am Tisch saß und mit ihm sprach, sah ich, dass der Mann den Blister mit den Magenschoner auf dem Tisch liegen hatte. Ich wunderte mich, denn diese Tabs braucht er nicht mehr. Wieso liegen sie da? Es stellt sich heraus, dass der Mann statt der Psychopharmaka den Magenschutz täglich eingenommen hat.
Seit 5 Tagen ist er wieder auf "Droge" und es geht ihm bereits besser. Ich mache es daran fest, dass er sich nicht mehr töten möchte.

Vor drei Tagen spreche ich mit einem ehemaligen Mitschüler meines Vaters. Der erzählte mir, wie sich mein Großvater während eines Fronturlaubes, zu Hause im kleinen Wäldchen in der Scheune aufhängte. Als die Meldung ins Dorf kam, dass sich der Aron * aufgehängt hat liefen die Leute alle hin zur Scheune. Die Kinder waren natürlich auch dabei, jeder lief hin.
Der Großvater hat sich nicht etwa am Giebel schön aufgehängt, sondern ist in die hinterste Ecke gegangen. Da wo die Dachschräge bis fast zum Boden reicht. Und als sie ihn fanden kniete er fast am Boden. Was muss das für ein Sterben gewesen sein!!

Ich habe eine große Schachtel Fotos aus dem 2. Weltkrieg.

Ich habe eine etwas kleinere Schachtel Fotos aus dem 2. Weltkrieg vom anderen Großvater.

Mein Onkel Willi diente in der 6.Armee vor Stalingrad und war 5 Jahre in russischer Gefangenschaft.
Er war einer der letzten Soldaten, die wieder aus dem Krieg heimgekehrt sind. Mein Onkel Willi lebte dann bei uns, weil die Russen ihm seine Eier und seinen Schwanz abgeschnitten und ihm die Teile ins Maul gestopft hatten. Das er das überlebte. Jedenfalls konnte er keine eigene Familie mehr zeugen.
Als er aus der Gefangenschaft kam, hat er seinen Feldrucksack an die Wand genagelt, da hängt er noch immer (ich muss unbedingt ein Foto machen)

Der Mutter musste ich am Krankenbett versprechen, dass ich den Feldrucksack nie abnehmen werde!!

Arbeit ist auch immer was los.

Die Liebe ist schön und aufregend.

Und jetzt gehe ich schlafen.

Es ist ein sehr gutes Gefühl, dass ich hier wieder schreibe. Wieso vernachlässige ich das?????


Ich lese nicht mehr Korrektur.


Mittwoch, 28. März 2018

Gehäkelter Schmuck








Diese gehäkelten Ohrhänger aus Rumänien, Bukarest, schaue ich mir bereits seit Monaten auf Etsy an. Letzte Woche habe ich sie mir dann bestellt. Was mich freut ist, dass sie auch zu mir passen. Ich sehe gut damit aus. Hach :-)
Sie sind aus Wolle gehäkelt!!! Wirklich eine tolle Idee.
Ich freue mich schon darauf, wenn ich sie das erste Mal ausführen darf. Mal sehen, ob sie noch zu den ganzen schwarzen Winterklamotten passen.

Liebe Grüße

Samstag, 24. März 2018

Der Mann und sein Psychiater

Der Mann war bei seinem Termin mit dem Psychiater und stellt fest, wie gut es ihm nachher immer geht. Auch wenn sie dieses Mal weniger Zeit hatten, er fühlt sich von dem Menschen verstanden. Es tut ihm auch sehr gut, dass der Psychiater mit dem Herzspezialisten und dem Praktischen Arzt telefoniert hat um den körperlichen Zustand von ihm abzuklären.

Frage des Psychiaters an den Mann:
Herr ...... welcher von den Ärzten kennt sie gut?
Keiner. Sie.

Der Mann hat Angst, dass er wieder einen Schlaganfall bekommt. Wenn ihm dann etwas Zuviel wird kommt die Angst und aus der heraus reagiert er und wird aggressiv. Der Mann ist glücksstrahlend nach Hause gekommen und hat mir diese Nachricht sofort erzählt.

Wenn sich der Mann körperlich mehr bewegen und eine Aufgabe finden würde, würde es ihm besser gehen. Er ist aber noch sehr verunsichert und traut seinem Körper derzeit noch nicht.
Was er braucht ist nicht Schonung, kein Vermeidungsverhalten, dass führt ihn in die Depression und Angst.

Was für ihn noch schwer wiegt, ist, dass sich keiner, nicht einmal sein Freund auf Arbeit (30 Jahre Freundschaft) seit dem 20.11.2017 bei ihm gemeldet hat. Kein Besuch, kein Anruf, keine Frage, wie geht es dir.

Ich habe ihn motiviert, dass er auf Besuch in die Arbeit fährt, was er am Donnerstag auch gemacht hat. Es ist ihm gut gegangen. Genaues wird er mit seinem Psy besprechen. Er war jedenfalls guter Dinge und ich bin froh.

Wenn diese Tiefs, diese Aggressionen wiederkommen, wissen wir wenigstens , wie sie einzuordnen sind, dass sie aus seiner Angst heraus kommen, weil er gerade wieder eine Grenze gespürt hat.


Montag, 19. März 2018

Der Blog-Name ist ja schon Blasphemie

Ich glaube, jetzt sollte ich meinen Blog umbenennen.

Zum Beispiel in "Katastrophen und andere Dinge", "Eine Katastrophe jagt die andere", "Kindergarten für Erwachsene", ....

Scheiße, Scheiße und nochmals Scheiße.




Sonntag, 18. März 2018

Gerade wieder ein Streit

Ich spreche den Mann an, dass ich am 26.03. Geburtstag habe (Datum stimmt), ein runder ist es auch. Ich sage ihm, dass ich es gerne hätte, wenn er mich fragt, was ich mir zum Geburtstag wünsche.
"Wieso, du hast halt Geburtstag". Ja schon, aber trotzdem möchte ich, dass du mich fragst, was ich mir wünsche. Ich möchte ein Geburtstagsgeschenk.
Unwillig presst er heraus: " Ja, was wünscht du dir denn!"

Ich hätte gerne einen Schmuck, damit ich mich an meinen 50er erinnern kann.
Mir fällt ein, dass er möglicherweise kein Geld in mich investieren will.
"Du weißt, dass ich kein Geld übrig habe."
Das stimmt so nicht. Er lebt nicht von Harz IV.
"Ich würde mich auch über einen Silberschmuck freuen"
Er mosert herum, dass er kein Geld hat, dass er sein Geld zusammenhalten muss, dass er nicht mehr arbeiten geht.
Mir vergeht mein Geburtstag, an dem ich mir noch dazu frei genommen habe und ich erinnere mich an das letzte Jahr an meinen Geburtstag. Es war ein Desaster und eigentlich hätte ich alleine deswegen schon damals verlassen sollen.

Aber zurück zu heute.
Er fragt mich wirsch, wo man so einen Silberschmuck bekommen kann.
Aber mir ist es vergangen und ich will keinen Schmuck bekommen, wenn er mir nicht von Herzen und gerne geschenkt wird.

Der Mann beginnt zu lamentieren, dass er überhaupt nichts mehr machen darf.
Ich sage ihm, dass er nicht wieder mit dem Jammern beginnen soll, wie arm er ist.
Das war wieder mal das falsche, weil jetzt bedauert er sich lautstark.
Und er unterstellt mir, dass er zu Hause keinen Schlaganfall mehr bekommen darf, denn dann würde ich ihn so und so töten, dass habe ich ihm ja schon angekündigt.
(Damals als mir die Ärzte sagten, dass er ein schwerer Pflegefall bleiben wird, hatte ich den Gedanken. Lieber tot als noch 20-30 Jahre im gelähmten Körper leben zu müssen.)
Er beginnt wieder zu weinen und schluchzen wie böse ich zu ihm bin.
Ich sage nichts mehr, überlege mir, ob ich noch bei ihm bleiben oder meine Mutter morgen anrufen soll und ihr sagen, dass ich wieder nach Hause ziehe.
Ich kann nicht umgehen mit diesen Anschuldigung, mit ihm.

Der Mann zieht sich ins Schlafzimmer zurück und kommt dann wieder in die Küche. Er zieht sich an und meint, dass er jetzt mal Auto fahren geht. Dann kommt er doch wieder zurück und meint, dass er alles was er je von mir in den letzten 30 Jahren bekommen hat mir zurückgeben wird. Er mag einfach nicht mehr. Dabei weint er und bedauert sich, dass sein Leben gelaufen ist.

Zum Teil kann ich ihn verstehen, weil ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat, aber wird der Mann überhaupt nochmals anders werden? War er überhaupt mal anders? Ich kann mich nicht mehr daran erinnern.
Habe ich überzogene Vorstellung?
Müßte ich mir nicht sagen, er ist arm und es geht ihm schlecht und lasse ihn halt so, lasse ihn ausspinnen, er beruhigt sich schon wieder.
Ich weiß nicht was das Richtige ist.



Scheiße ich glaube alte Liebe rostet doch.

Der Mann, ein Streit,...

Gestern einen heftigen Streit mit dem Mann gehabt.
Ich kann es nicht mehr hören, wenn er meint, dass ich ihm Druck gebe. Und wenn er sagt, du kannst ja gehen.

Mir ist eingefallen, dass sich das niemand sagen lassen muss und wenn ja, dass sollte man auch wirklich seine Sachen packen.

Ich habe einfach die Schnauze voll, denn diese Sprüche muss ich mir seit zwei Jahren anhören. Vor seinem Schlaganfall ging das jeden Tag so dahin, egal was ich sagte. Er wollte streiten und wußte, dass er mich mit solchen Sprüchen provozieren konnte. Und wenn ich ihn dann bat, dass er aufhört streiten zu wollen, wurde er noch schlimmer und beschuldigte mich, dass ich streiten wolle, er muss sich nur gegen mich wehren.

Ich habe dem Mann gesagt, dass meine Grenze jetzt erreicht ist. Ich will den Satz mit dem Druck nicht mehr hören. Dass er zu mir sagt, dass ich ja gehen kann, reicht mir jetzt. Wenn er meint, er muss sich gegen mich wehren, dann ist dass keine Basis mehr für ein Zusammensein.
Dass ich so mit mir nicht mehr umgehen lasse.
Ich bin dann zwei Stunden fort gegangen und als ich Heim gekommen bin, war er ruhiger.

Der Mann meinte dann, dass ich so böse bin, seit er den Schlaganfall hatte.
Ich bin böse auf ihn, weil er mich die letzten Jahre schändlich behandelt hat und mir die Liebe zu ihm abhanden gekommen ist.
Ausserdem fürchte ich mich mittlerweile vor ihm, wenn er in diesem Zustand ist. Ich meine, er glaubt es dann wirklich was er sagt und wirkt auf mich durchgeknallt.

Wir sind halt 30 Jahre zusammen und da ist es schwer für mich, auseinanderzugehen.
Vor zwei Wochen wurde meine unerklärliche Angst auf einmal klar, es ist Verlustangst.
Der Homöopath hat mir vor einigen Tagen ein Mittel gegeben, vielleicht wird's mir leichter.

Ich hätte die Möglichkeit bei meiner Mutter einzuziehen. Sie hat einige Räume im Haus leer stehen.
Aber diese Auseinandersetzung mit ihr scheue ich noch. Jedenfalls wäre eine Schlafcouch gleich einmal gekauft. Viel mehr an Möblage brauche ich zu Anfangs nicht. In den Zimmern ist Heizung, warm hätte ich es also auch und eine Dusche würde auch mir gehören.




Mittwoch, 14. März 2018

Depeche Mode

Da war ich dabei.

Einfach göttlich.




Depeche Mode- World in my eyes 1993 Barcelona live


Die Biographie von Dave Gahan macht aber traurig.


Sonntag, 4. März 2018

Meditation - Start in den Tag


Meditation







Ich lade alles ein, was für mich richtig und gut ist, alles was ich heute nicht brauche lasse ich da.

Ich lade alles ein, was ich für den Tag brauche und nehme es mir zu Herzen, was ich heute nicht brauche lasse ich hier.

Alles was für mich richtig und gut ist, soll heute da sein, alles was ich nicht brauche, lasse ich da.




Freitag, 2. März 2018

Wie's dem Mann und mir miteinander geht

Dem Mann geht es körperlich im Prinzip nicht schlecht, aber wie er sich ausdrückt, "ist ihm die Psyche zusammengebrochen".

Wir haben immer wieder Situationen, wo er sehr streitbar wird und mich wegen irgend eines Blödsinns schwach anredet. Irgendwann werde ich ungeduldig und meine, dass er mich doch bitte in Ruhe lassen sollte. Und dann kommt das Gejammer, dass er nichts sagen darf, dass ich nur über ihn bestimmen möchte und ich denke mir dann, dass er ein Idiot ist.
Wenn er dann mit dem Geseiere nicht aufhört und sich immer mehr in Rage redet, dass er einmal sein eigenes Leben haben möchte, dass er wohl das Recht darauf habe, dann sage ich ihm, dass er machen kann was er möchte. Und damit erreiche ich dann nur, dass seine Vorwürfe lauter und aggressiver werden und er mich noch mehr verantwortlich macht.
Ich sage ihm, dass er alles machen kann, was er möchte. Irgendwann bitte ich ihn, dass er mich einfach in Ruhe lassen soll, er kann ja eh alles machen, es gibt ja keine Vorwürfe meinerseits.
Und dann wird er ganz weiß im Gesicht, rennt herum in der Wohnung und ruft ganz ausser sich, dass er alles nicht mehr aushält, dann hält er sich den Kopf und meint, dass ich Schuld bin wenn es ihm schlecht geht, weil er sich vor mir so fürchtet.
Das letzte Mal so geschehen am Mittwoch. Ich war geschockt und bekam solch eine Angst dass ihm jetzt etwas ganz schlimmes passiert. Schlaganfall, Herzinfarkt, Nervenzusammenbruch mit Schlaganfall,... ich hatte solche eine Angst und wußte nicht mehr was los ist mit ihm, wie gefährlich sein Zustand ist. Ich habe ihn dann gefragt, ob ich die Rettung holen soll, worauf er meinte "Nein". Mit verzerrtem Gesicht und riesigen Augen hat er mich angesehen und gemeint, dass er so nicht mehr kann und er sich vor mir so fürchtet. Ich habe ihm das Angebot gemacht, dass ich gehe und er sich so nicht mehr vor mir fürchten muss.
Er konnte nichts darauf sagen, wiederholte nur seine Furcht, beruhigte sich aber mit der Zeit etwas. Ich machte ihm den Vorschlag, dass ich jetzt einmal gehe und wir in einer Stunde telefonieren und er mir sagt, ob ich wieder kommen soll oder nicht. Für mich passt beides.
Ich war geschockt.

In einer Stunde habe ich ihn angerufen und er meinte, ich kann kommen aber ich darf nicht mehr so böse zu ihm sein.
Was soll ich darauf sagen, nur nicht wieder ins streiten kommen. Ich habe ihm dann versichert, dass ich nicht mehr böse sein werde zu ihm.

Ich sag euch, ich habe einfach kein Mitgefühl für die Zustände von dem Mann. Er hat mich vor seinem Schlaganfall für alles was es gab und nicht gab verantwortlich gemacht. In der Firma hatte er grobe Probleme und ich musste zu Hause für all das herhalten.
Ich habe gesehen wie er immer mehr ausser sich kam, seine Körperhaltung löste sogar in mir Verspannungen aus, nur wenn ich ihn angesehen habe. Er wurde immer besessener.
Einige Arbeitskollegen von ihm haben mich im Herbst darauf aufmerksam gemacht, dass er sich schon das ganze Jahr 2017 von Schmerzmitteln ernährt. Er habe solche Kopfschmerzen.
Mir selbst ist zu Hause aufgefallen, dass die Schmerzmitteln immer wieder ausgehen, aber der Mann hat es vehement abgestritten, dass er welche nimmt. 

Monate vor seinem Schlaganfall habe ich ihm prophezeit, dass ihn der Schlag treffen wird, wenn er so weitermacht.
Und ich habe ihm empfohlen, dass er zur Schlaganfallvorsorge gehen soll, was er natürlich mit heftigem Geschrei von sich gewiesen hat.
Angriff ist die beste Verteidigung.


Sein Psychiater und Psychotherapeut hat mich letztens gefragt, wann wir das letzte Mal eine gute Zeit miteinander hatten.
Im Urlaub in Griechenland war es gut. Aber vorher und nachher die reinste Katastrophe. Mein Mann hatte schon immer sehr anstrengende Zeiten in dieser Firma und mit ausgebadet habe ich es immer.

Der Psychiater meinte, ob ich ihn verlassen wolle.
Für mich ist es so, dass ich es kein weiteres Mal mehr mitmachen werde, dass er in diese Firma geht und sich dann endgültig kaputt macht. Ich werde gehen, wenn er diesen Weg beschreitet. Den kann er ohne mich gehen, ich schaue da kein weiteres Mal zu.
Der Mann meinte dazu, nein, dass meint sie nicht so, sie droht nur.
Der Psychiater sagte, für ihn ist das eine klare Ansage.
Für mich ist das auch eine klare Ansage.



Samstag, 10. Februar 2018

Wir haben es überrissen ....

Diese Woche habe ich wichtige Informationen bekommen, wie der Mann beruflich und pensionsmäßig weiter machen soll.
Es ist nämlich ganz einfach, der Mann braucht nichts zu tun. Er braucht nur einen Arzt, der ihn bis Oktober krank schreibt. Im Oktober oder November geht er wieder auf Reha für 4 Wochen. Im Anschluss daran soll er in der Firma seinen Urlaub verbrauchen, dann ist es eh schon Mai, Juni 2019.
Da er vermutlich seinen Job nicht mehr machen kann, kann er sein Dienstverhältnis einvernehmlich auflösen. Dann kann er für 1 Jahr in die Arbeitslose gehen.
Wer stellt den schon einen 63 jährigen Mann an, der einen Schlaganfall hatte und nicht mehr so belastbar ist. Niemand. Und da der Mann nicht um eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit ansuchen wird, hat er noch dazu einen Berufsschutz für 1 Jahr. Das heißt, das Arbeitsamt darf ihm keine Jobs vermitteln, die unter dem Niveau seines bisherigen Jobs sind. Und so geht das Jahr 2020 ins Land und der Mann ist bereits 64.
Sollte das Arbeitsamt ihm Druck machen, dass er in frühzeitige Pension geht wo es dann Abschläge bis 15 % gibt, braucht er nur beteuern, dass er arbeitswillig ist. Wenn, dann muss das Arbeitsamt von sich aus tätig werden und seine Arbeitsfähigkeit abklären lassen. Dass machen sie aber erst wenn er in der Notstandshilfe ist.
Das einzige, was der Mann aushalten muss ist, dass sie ihn irgendwo doch hinschicken und er dann arbeiten muss. Dann soll er einen Tag dort bleiben und dann in Krankenstand gehen. So ist das Problem auch gelöst.

Sollte er wirklich nochmals arbeiten gehen wollen und auch einen Job finden, der für ihn passt, dann ist es auch gut.

Und weil es immer anders kommt als man sich denkt, werden wir sehen, was sich noch für ihn und mich bereit hält.




Montag, 5. Februar 2018

So viel Osmanthus

Der Homöopath fragt mich: "Was brauchst du am Dringendsten?"
Mitgefühl und Wärme.
Er gibt mir Osmanthus.
Ich erinnere mich, dass ich Osmanthus kenne, als ätherisches Öl in Wohlfühlprodukten.
Ein warmes, angenehmes Gefühl macht sich bald in mir breit.
Ich brauche unbedingt mehr Osmanthus.
Duschgel und Körpermilch finde ich.
Ich bade in Osmanthus.

Ich mache mich auf die Suche und finde Osmanthus Tee, Osmanthus Wein, Osmanthus Kuchen, Osmanthus Likör, ... 



Quelle: pixabay


China-Notizen - Von einem nächtlichen Schreibtisch -

NF 818                         10. August 2013


Blüte des 8. Monats:  die Kassie (Osmanthus fragrans) 


In lange vergangenen Jahrhunderten muss China Süden in diesen Sommermonaten unter Duftwolken gelegen haben. Große Landstriche trugen Namen wie Kuei-lin, „Kassienwald“, Kueishan, „Kassien-Berg“, Kuei-shui, „Kassien-Fluss“, in denen das Kuei „Kas-sie“ bedeutet. Dieses bodenständige Gewächs scheint dort gewaltige Wälder gebildet zu haben. Nach dem chinesischen Blütenkalender (hua-li) ist die Kuei-Blüte die Blüte des 8. Monats nach dem Mondkalender, doch alles sonst an diesem Baum duftet: Rinde, Zweige, Blätter, auch die jungen Früchte, und aus all dem wurden Ingredienzien für Duftstoffe gewonnen. „Im achten Monat wirbelt der Duft der Kassie auf“, schreibt ein Sachverständiger im 16. Jh., doch chinesische Botaniker heute meinen, mit dem kuei-Baum, sei eigentlich nicht die Zimtkassie (Cinnamomum cassia) gemeint, sondern ein Strauch mit dem deutschen Namen Duftblüte (Osmanthus fragrans)

Altchinesische Pflanzenbezeichnungen lassen sich nur selten und dann nach mühseligen Iden
tifizierungen  korrekt übersetzen, was aber für die kulturgeschichtliche Bedeutung einer Blüte oder der ganzen Pflanze von geringer Bedeutung ist. Die Kuei stand jedenfalls in vielen Zusammenhängen für Einzigartigkeit, „ein Zweig aus einem Kassienhain“ versinnbildlichte stets etwas, das aus einer Fülle von Schönem herausragte.   

Am höchsten wurde die Kassie als Heilpflanze geschätzt. Schon um 100 n. Chr. schrieb Hsü Shen, der Verfasser des ersten chinesischen Wörterbuches: „Die Kassie, ein Baum aus dem Süden, ist die vortrefflichste aller Heilpflanzen.“ Und der bedeutende Literat Kuo P’u (276-324) meinte in seinem „Lobpreis der Kassie“: „Die Königin der Heilpflanzen ist sie.“ 

Noch  bekannter wurde die Kassie jedoch als „Baum im Mond“, auf dem eben eine mehrtausendjährige Kassie stehen soll, aus deren Teilen der ebenfalls dort ansässige weiße Mondhase ein Rezept für Unsterblichkeit in einem Mörser stampft.  Viele Legenden ranken sich um diese Mondkassie, die sogar Kaiser auf der Suche nach Unsterblichkeit aufgesucht haben sollen. 

Verdrossen über solche einseitige Symbolisierung murrt der Blütenfreund Mei Yao-ch’en (1002-1060): „Niemand spricht von der Kassie auf Erden, alle reden nur von dem Wesen im Mond.“ Aber schon ein früherer Blütenfreund, Li Te-yü (787-850), hatte in einem Gedicht befunden: „Ich suchte einen Baum, der nicht von dieser Welt ist, und dieser gehört wahrlich in einen Götterhain.“

Nach dem alten Blütenkalender sind die Blüten der Monate in der ersten Jahreshälfte stets deutlich mit Frauenschönheit und Liebesverlangen verbunden. Bei den Blüten der zweiten Jahreshälfte tritt eine andere Symbolik in den Vordergrund. So schreibt Wang Chi (584-644) über die Kassie, die zum 8. Monat, schon im Herbst des Mondjahres, gehört: Wie grün, so grün die Kassien prangen!/ Wenn der Herbst kommt, duften die Blüten wieder/ und sagen von sich:/ In der Kälte des Jahres/ kümmern uns weder Frost noch Tau .“

......

http://www.stumpfeldt.de/hcn.nf/0818D10082013.pdf





Samstag, 27. Januar 2018

Der Termin beim Psychiater

Der Mann und ich mussten uns in den letzten Tagen von den beiden Diagnosen die der Psychiater dem Mann verpasste, erholen. Klar, Diagnosen sind immer kritisch zu sehen und sollen nicht als Stempel betrachtet werden, aber ich meine, dass diese den Zustand des Mannes gut beschreiben.

Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es Menschen gibt, die zwar durch einige Verhaltensänderungen auffallen, aber diese für das soziale Umfeld nicht so gravierend sind, dass jemand meint, dass Handlungsbedarf besteht.
Und dann ist man erschüttert, dass derjenige oder diejenige sich aufgehängt hat, vor den Zug gegangen ist und was es sonst noch für Selbsttötungsarten gibt.

Zuerst meinte der Mann immer wieder, was er überhaupt bei diesem Arzt soll und ich begann mit der Zeit auch zu zweifeln ob das schon notwendig ist oder ob ich da nur einen Zinnober veranstalte.
Ich den Psychiater auch nicht kannte und nicht wusste, ob er Interesse an seinen Patienten hat und wie sicher im Umgang mit den Medikamenten ist.

Ich begleitete den Mann also am Donnerstag Nachmittag und wartete auf ihn. Der Arzt hat sich eine Stunde Zeit genommen! Je länger der Mann beim Arzt drinnen blieb, desto glücklicher fühlte ich mich.
So wie ich es verstanden habe, hat der Arzt ihm bald gesagt, dass er derzeit auf keinen Fall arbeitsfähig, sondern schwer angeschlagen ist. Er hat ihn viel gefragt und der Mann gab ihm Antworten. Er muss sich sehr wohlgefühlt haben bei dem Arzt, angenommen und wahrgenommen.

Der Psychiater schrieb ihm auch gleich eine Krankmeldung für die Kasse, die am 28.02.2018 endet. Der Mann hat am 20.02.2018 wieder einen Termin bei ihm. Seine Medikamentendosis wurde gesenkt, der Wirkstoff an sich passt. Wenn es dem Mann schlecht geht, soll er sich auf jeden Fall gleich bei ihm melden.
Der Mann war sehr glücklich, als er aus der Praxis kam und sagte, dass er froh ist, dass wir hergefahren sind.
Das es so schlimm um ihn steht war ihm nicht bewusst. Ich sage, mir war es bewusst, aber wenn du einen Mann hast, der vehement darauf besteht, dass er sich durchbeißt, ja was soll ich da sagen und machen. Ich habe ihm nur immer wieder prophezeit, dass ihn der Schlag treffen wird. Mir war klar, dass von Aussen etwas kommen muss um die Spirale zu stoppen. Hätte der Mann so weitergemacht wie bisher (da geht es dann auch schon ins Wahnhafte), dann hätte ich ihn vermutlich irgendwann tot aufgefunden, weil er sich keine andere Möglichkeit mehr gesehen hätte, dass die Qual aufhört.



aus "Spiel mir das Lied vom Tod"



Dienstag, 23. Januar 2018

Gedanken zu den Antidepressiva

Heute habe ich dann einen Psychiater gefunden, der ihm für Donnerstag Nachmittag einen Termin gegeben hat. Ich kenne diesen Arzt nicht, aber ich hoffe, dass es ein guter ist und er sich ein realistisches Bild vom Mann machen kann.
Auf Reha konnte er halt nichts mehr vorspielen. Die lernten ihn so kennen wie ich es zu Hause erlebt habe und das ist definitiv kein Zustand, den man aushält.
Ich war ja froh, wie sie ihm eine Depression diagnostiziert haben, weil er dann von Aussen endlich einmal die Rückmeldung bekam, dass sein Zustand ein Zustand ist. Das er endlich mit der Selbstvernichtung aufhört, dass er sich bewegt auch ausserhalb von seiner Arbeit.

Ob der Mann Antidepressiva braucht? Ich war froh, als ich hörte, sie wollen ihm welche verschreiben, weil ich fand, dass das kein Zustand war, in dem er weiterleben kann. Ausserdem habe ich dann auch Angst, dass er sich in seiner Verzweiflung, weil er nicht mehr arbeiten gehen kann, etwas antut. Und dass ist realistisch bei ihm.
Vielleicht braucht er einfach eine Hilfe, kurzfristig. Auch wenn er mittlerweile zum Homöopathen geht, trotzdem.


Montag, 22. Januar 2018

Und wieder unser System

Der Mann hatte heute den Termin beim Chefarzt der Krankenkasse und ist jetzt bis 08.02.2018 (ja, ja ihr lest richtig, Februar!!) krank geschrieben. Dann hat er wieder einen Begutachtungstermin dort. Seufz.
Der Mann meinte, dass es ihm heute schlecht ginge, er sich überanstrengt gefühlt habe und das auch dem Chefarzt spiegelte. Wieso hat er dann keinen längeren Krankenstand bekommen? Warten sie noch auf ein Gutachten aus der Reha?

Heute habe ich für ihn einen Termin beim Orthopäden vereinbart. Es gibt in unserer Stadt 2 Orthopäden die einen Vertrag mit unserer Krankenkasse haben und für einen Termin dort wartet man ein halbes Jahr. Das geht gar nicht. Also muss er einen Wahlarzt nehmen.
Dann habe ich einen Psychiater gesucht. Das gleiche Leiden auch hier. Und die guten haben noch dazu einen Aufnahmestop. Da kann man sich dann als Neupatienten am 01.02.melden und dann wartest du auch Wochen auf einen Termin. Ich werde morgen auf ein anderes Bundesland ausweichen. Der Mann wurde vor einer Woche auf Antidepressiva eingestellt und braucht gleich einen Arzt für die richtige Medikamentation.

Nach der Fahrt in die Stadt auf schneereicher Strasse und den Termin auf der Krankenkasse war der Mann fertig und es ist ihm wieder klar geworden, wie wenig belastbar er ist. 
Scheint's ist er lernfähig.






Sonntag, 21. Januar 2018

Wie es dem Mann geht

Der Mann ist am Donnerstag Vormittag aus der Reha entlassen worden. Da er sein Auto für die Dauer seines Aufenthaltes in der Reha an einen Arbeitskollegen verborgt hat, hat ihn dieser auch am Donnerstag früh abgeholt.
So besuchte der Mann zum ersten Mal seit dem Schlaganfall seine "heiß geliebte Arbeitsstelle und die Kollegen". Ich setze dieses in Klammer, weil sich der Geschäftsführer, sein Freund, für den sich der Mann 30 Jahre den Arsch aufgerissen hat und dem er mehr als 20 Jahre lang immer wieder auf dessen Bauernhof geholfen hat, gerade wenn Not am Mann war, kein einziges Mal persönlich oder telefonisch bei ihm gemeldet hat und fragte, wie es ihm geht. Nur der Mitarbeiter dem er sein Auto geborgt hat, hat ihn kontaktiert, sonst niemand.
Der Mann ist sehr enttäuscht und meinte, dass die Mitarbeiter seine Dummheit und Schwäche ausgenutzt haben. Für ihn sei Schluss in dieser Firma. Sein Wort in Gottes Ohr.

Am Freitag, nach dem Besuch bei seinem praktischen Arzt bekam er Angst, weil der ihm sagte, dass er damit rechnen muss, von der Krankenkasse nur mehr ein Monat krank geschrieben zu werden.
Ich bin fassungslos über diese Kaltschnäuzigkeit
Aber, der Mann hat es mir dann bestätigt, die beiden sind wie Kumpels eine Viertelstunde zusammengesessen und haben über alles mögliche gesprochen und sich gut verstanden. Und dann passiert das natürlich, denn auch sein Arzt ist zum Sparen angehalten und will es sich mit der Krankenkasse nicht vertun. Er hat monatlich nur ein bestimmtes Budget zum Ausschöpfen und dass gibt er dann den Kranken die lästig genug sind und er sich diese nur mit Bewilligungen und Genehmigungen vom Hals schaffen kann!!!

Ein Glück ist, dass der Mann auf Reha zwei Serben miterlebt hat, die sogar das Geld für den Parkplatz zurückbekommen haben (28.-), weil sie nicht locker liesen und in einer Tour über ihre schwierige Lage lamentierten.
Ich sag dem Mann, so geht es, genau so!

Wenn er nicht für Leute arbeiten will, die nichts für ihren Aufenthalt in der Reha zahlen und auch Geld zurück bekommen, dann hat er seinen Schmerz zu schildern. Auch er darf schwach sein und soll seine Grenzen spüren.
Es hat ihm weh getan, dass die beiden serbischen Bürger auch noch angegeben haben wie Affen, was sie alles herausholen vom Staat an Geld für sich.
Dem Mann, der sich immer für Asylsuchende einsetzte, wurde das zu viel. Er war aber so dezent und hat ihnen nur gesagt, dass sie rumänische Zigeuner (Minderheit in Serbien) sind.

Am Montag Vormittag hat er einen Termin bei der Krankenkasse wo es um die Verlängerung seines Krankenstandes geht. Ich habe versucht ihm klarzumachen, dass der Arzt dort grundsätzlich sein Feind ist und die Aufgabe hat, dass er spart wo es nur geht. Die wollen dich immer im Gespräch darin verwickeln, dass du positiv denken sollst und dass es dann gleich viel besser geht und gleich weniger weh tut. Wenn du da nicht sagst, dass du alles probiert hast, du aber trotzdem so was von anstehst, dann haben sie dich am Kragen und du bekommst nichts und kannst für andere roboten, auch wenn du schon mit einem Fuß im Grab stehst.

Ich hoffe, dass der Mann lernfähig ist und sich morgen beim Chefarzt seinem Zustand entsprechend gut verkaufen kann. Ich habe ihm die Unterlagen zusammengestellt und auch seinen Antrag auf Psychotherapie soll er dem Chefarzt gleich zur Bewilligung geben!!!
Es wurde für September bereits eine Nachfolgereha  von der Anstalt beantragt.
Hach, ich halte dem Mann fest die Daumen, dass ihn die Krankenkasse in Ruhe läßt.




Dienstag, 16. Januar 2018

Mal mit Hesse

Wie haben wir doch früher tagelang über Hesses Werke  philosophiert. Das Glasperlenspiel, ein äußerst schwieriges Buch, meinte ich zu verstehen. 

Was soll ich anfangen mit dieser vorgestellten Männerwelt, die sich dem Geistigen verschreibt.
Ein anderes Jahrhundert, eine andere epochale Zeit, Männerorden, ...
Keine Kreativität, das Lebendige fehlt mir ganz, Wachstum und Werden kommt gar nicht vor, Frauen erst recht nicht. 
Kein Buch mehr für mich.

Nichts desto trotz ist mir das Gedicht von Hesse vor kurzem untergekommen. 
Es gefällt mir, weil es vom Loslassen erzählt.


Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse (1877-1962)







Sonntag, 14. Januar 2018

Eine Geschichte vom Mann und seiner Reha

Der Mann ist noch bis Donnerstag, 18.01.2018 auf Kur. Am Donnerstag um so 9 Uhr kann er abgeholt werden.

Im Prinzip haben wir ständig Auseinandersetzungen. Die waren schon vor seinem Schlaganfall da und haben sich nachher sogar noch gehäuft.
Über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr war er zu Hause und wir sind immer wieder so aneinandergeraten, dass er wieder in die Reha gefahren werden wollte.
Es hört sich schlimm an und ja, es ist auch schlimm. Auch mein schlechtes Gewissen ist da, dass ich den Mann, der Ruhe brauchen würde und Verständnis, jetzt so aufrege.

Was ist eigentlich los bei uns?
Ich habe dem Mann monatelang vor seinem Schlaganfall angekündigt, dass er einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall bekommen wird, wenn er so weitermacht.

Was hat er gemacht?
Er hat sich immer mehr verausgabt. Je mehr er gespürt hat, dass ihn die Kraft verlässt, desto mehr Energie hat er in die Arbeit investiert. Er wollte sich und den anderen nicht eingestehen, dass er am Ende ist und jetzt auf sich achten muss.

Dazu muss man wissen, dass der Mann ein Teil einer sozialen Kooperative ist. Alle sind wir gleich. Wir verdienen gleich viel, jeder hat das selbe Mitbestimmungsrecht und jeder fühlt sich für die Arbeit gleich zuständig. Ernesto Che Guevara läßt grüßen.
Ja, so etwas gibt es bei uns auch noch in Zeiten des Kapitalismus.
Gegründet in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Mittlerweile ist es eine gut gehende, nicht mehr kleine, Firma geworden, wo jeder seinen monatlichen Lohn erhält.
Der Mann und sein "Freund", ich nenne ihn Christian, sind von der ursprünglichen Riege übrig geblieben.
Die Cooperative wurde irgendwann einmal in eine GmbH umgewandelt mit einem Geschäftsführer, dem Gerhard, und einem Betriebsleiter, meinen Mann.
In heutigen Zeiten ist es nahezu unmöglich, dass man Leute mit diesem Bewußtsein des Miteinander findet.
Es kamen Menschen nach, die sich mit dem Mäntelchen des Alternativen tarnen um darunter ihren Egoismus und ihre desaströse Zerstörungswut zu leben, die sich einfinden. Menschen, die sich in die Gesellschaft nicht einfügen konnten, nicht weil sie daran kaputt gehen, sondern weil sie mit schweren Stiefeln auf alles treten.

Der Punkt an der Geschichte ist, dass sich mein Mann seit vier Jahren hilfesuchend an den Geschäftsführer gewandt hat, dass es so nicht weitergehen kann. Der Mann musste ausgleichen, Diskussionen führen, wurde mit Missachtung und Ignoranz gestraft und der Geschäftsführer meinte, man müsse Verständnis haben für einige Kollegen, es gehe schon irgend wie weiter. Ja, es ist auch immer weiter gegangen, weil dem Mann die Firma so wichtig war.
Er hatte dabei aber nicht nur die Firma zu führen sondern musste sich jeden Tag mit dem schädigenden Verhalten und dem Boykott einiger Mitarbeiter auseinandersetzen.
Ich spare mir jetzt Beispiele, weil sie zu langatmig werden würden.

Na jedenfalls hat es mit der Auflösung des Klüngels vor eineinhalb Jahren geklappt, als die 40 Jahre jüngere Freundin des Geschäftsführers Christian mit einem der Rädelsführer in Streit geraten ist (das erwähne ich deswegen, weil das Mädel ihm sagte, entweder er mache was oder er brauche nicht mehr zu ihr zu kommen).
Da ist mein Mann jahrelang seinem "Freund" nachgelaufen und hat ihm gesagt, dass es so nicht weitergehen kann, dass die Arbeiter aufgewiegelt werden und er täglich Probleme hat, dass er schon ganz fertig ist und nicht mehr kann, und das hat alles keinen Wert gehabt für Christian. Da musste eine blutjunge Frau kommen und auf einmal gab es fristlose Kündigungen.

Die vier Stellen wurden nie wieder nachbesetzt.

Der Geschäftsführer ist zwei Mal die Woche in der Firma, mein Mann täglich.
Mein Mann sagte ihm, er kann nicht mehr, er ist am Ende.
Christian meinte zu ihm, nein, wir können es uns nicht leisten, dass wir noch jemanden einstellen, dass muss so auch gehen.
Du musst Montag, Dienstag und Freitag in der Firma sein. Mittwoch und Donnerstag können wir das Geschäft zu sperren (die Arbeit läuft aber weiter!) aber du musst anwesend sein.
Die Firma boomt, ist international unterwegs und verdient einen Haufen Geld!


Ich habe diese Dramatik erst im Laufe des letzten Jahres erfahren, nachdem ich lange, schwere Auseinandersetzungen mit dem Mann gehabt habe und nicht locker lies.

Ich merkte, wie ausgebrannt mein Mann ist. Er schrie mich nur mehr an, bei der kleinsten Bewegung. Und so lange er zu Hause war, konnte er mich für alles Verantwortlich machen.
Seit er auf Reha ist, geht das nicht mehr und es kam heraus wie bedient er psychisch ist. Nicht nur sein Körper weißt zahlreiche Baustellen auf, am Schlimmsten hat es die Psyche erwischt.

Für meinem Mann war seine Arbeit immer das Wichtigste. Ich bin überzeugt, dass er mit der Arbeit sehr viel verbergen und verstecken konnte.

Körperlich kann er die Arbeit nicht mehr machen (die Stiegen an die hundert Mal auf und ab rennen, das Telefon und die Kunden und die Klienten gleichzeitig bedienen usw.), psychisch muss er mit der Enttäuschung durch seinen ehemaligen Freund und Geschäftsführer Christian fertig werden und dann hat er da so eine blöde Ehefrau an der Backe die einfach nicht locker läßt.
Und er befindet sich im Konflikt, dass er so gerne weitermachen möchte wie bisher, dass aber nicht mehr geht und er pensionsreif ist. Was soll er dann machen?!!

Der Mann ist auch vorbelastet durch seine Familie. Nachdem der Arzt seinem Vater gesagt hat, dass er mit seiner Staublunge nicht mehr arbeiten gehen kann und der Pensionsantrag zu stellen ist, ist sein Vater nach Hause gegangen und hat sich in der Speis aufgehängt. Die Frau und die Kinder haben ihn hängend gefunden.
Das sind Traumen.


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