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Samstag, 2. Dezember 2017

Süßes


Der Mann und ich haben am Donnerstag von einer Freundin als Geschenk Weihnachtskekse bekommen. Sie hat 18 Sorten gebacken und jeder von uns hat jeweils ein Stück davon bekommen. Also 36 Weihnachtskekse in der Dose.
Was machen also der Mann und ich?
Jeder von uns "frißt" seine Kekse mit Genuss an einem Tag auf. Nicht einmal für ein Foto hat es gereicht.


Dafür gab es heute einen Topfenstrudel mit Vanillesoße. Schon lange spukt er mir im Kopf herum, aber ich wollte dieses süße Teil nicht im Gasthaus essen. Lieber mit einem fettfreien Strudelteig und Topfenfüllung mit Obst und Stevia und die Vanillesauce auch mit Stevia gesüßt. So konnten wir auch nach dem Essen mit einem leichten Gefühl aufstehen.




Das sind noch die Reste und ich wollte unbedingt noch ein Beweisfoto machen,
wenn's schon die Kekse nicht auf den Bildschirm geschafft haben.

Und dass der Advent bei mir Einzug hält ist auch in Ordnung. Obwohl die Zeit gerade etwas schwermütig ist, habe ich mich entschlossen, mich davon nicht unterkriegen zu lassen.
So normal wie möglich. 





Mittwoch, 29. November 2017

Vertrauensbruch

Dem Mann geht es zum Glück ganz gut. Ich merke aber, dass er sich schwer tut, Zusammenhänge herzustellen. Heute hatten wir die Hoffnung, dass er nächste Woche am Dienstag zur Reha antreten kann. Leider war es dann doch nicht möglich und er geht am 21.12.2017 zur Reha.
In der Früh bringe ich ihn hin und am Nachmittag um 13 Uhr 30 habe ich einen Verhandlungstermin wegen der Pflegerin.

Ich bin bis einschließlich Montag, 04.12.2017 krank geschrieben. Die Hausärztin hätte noch einige Tage drangehängt. Eigentlich blöd, dass ich es nicht annehme.

Heute war der Mann einkaufen und er wurde im Geschäft darauf angesprochen, dass er einen Schlaganfall hatte und ich umgefallen bin. Der Mann fragte, wer das erzählt und die Frauen meinten, dass man das herumerzählt.
Ich habe es einer Freundin erzählt.
Diese habe ich dann auch angerufen und ihr erzählt was passiert ist. Sie meinte, dass es nichts ist was man verbergen muss. Ich war kurzfristig fassungslos, lies aber nicht locker, und sagte ihr auf den Kopf zu, dass sie es diesem und jenem erzählt hat und diese Leute es natürlich weitergetragen haben. Sie müssen auch nicht schweigen. Das Maul halten wäre an dieser Freundin gelegen.




Samstag, 25. November 2017

Nachwehen

Das Leben muss sich ändern, viel mehr körperliche Bewegung muss wieder ins Leben integriert werden. Wenn ich nicht fit werde um wieder spazieren zu gehen, wird es mit dem Mann auch nichts, denn alleine hat er keine Lust sich zu bewegen.
Das heißt für mich, zuerst einmal 20-30 Kilo abzunehmen, damit ich überhaupt wieder teil nehmen kann an der Bewegung. Jetzt ist es Herbst und ich habe bereits damit begonnen, wenig und gut zu essen. Das Fahren auf dem Heimtrainer und das Gehen auf dem Laufband liegt auf Eis, weil ich mit einem grippalen Infekt zu Hause liege.
Ich hoffe ich werde meinen Mann nicht damit anstecken, aber wenn ja, können wir auch nichts machen.

Der Mann hat mir gestanden, dass ihn sein Hausarzt schon öfters aufgefordert hat, eine Gesundenuntersuchung zu machen. Ich habe dem Arzt bereits Unfähigkeit diagnostiziert, das er dem Mann noch kein Ekg usw. verpasst hat. Andererseits, weiß die Klinik nicht wieso der Körper des Mannes ein unnützes Gewebe produziert und auf den Weg durch die Adern ins Hirn transportiert hat.
Ob der Herzmonitor was bringen wird, steht in den Sternen.

Bis Ende des Jahres will ich eine Entscheidung, wie ich mit meiner Arbeit und der ehrenamtlichen Arbeit umgehen werde. Mir macht halt einfach die ehrenamtliche Arbeit so viel Spass, aber es ist mir Zuviel. Zuviele Klienten, immer ist irgendwas und ich habe keine Vertretung. Ich investiere mehr Zeit als in meiner wirklichen sozialversicherten Arbeit. Und von der wird mal die Rente berechnet. Also ist die viel wichtiger als der andere Job. Allerdings tut mir das Team dort gut, meine Teamleiterin ist super und die Klienten schätzen mich. In meiner wirklichen Arbeit sind die Kollegen keine wirklichen Kollegen, auch wenn sie nicht ungut sind.

Jetzt gilt es gesund zu werden, zum Neurologen zu gehen, am 11.12.2017 habe ich den Termin beim Rechtsanwalt, ohne Bruder hat er mir eingeschärft und am 21.12.2017 ist die Verhandlung mit der Lebensgefährtin oder Pflegerin oder Ehefrau in spe und ihrer Tochter!

Es ist doch immer irgendwas!





Freitag, 24. November 2017

Wieder zu Hause

Der Mann wurde heute Abend nach Hause geschickt. Er hat einen Herzmonitor implantiert bekommen, der bei Bedarf überprüft wie sein Herzrhytmus ist.
Unser Nachbar im Haus hat ihn vom Krankenhaus abgeholt, weil ich mit Fieber und Schmerzen im Bett liege.
So froh ich bin, dass er wieder so gut genesen ist, so viele Sorgen bereitet es mir, dass er schon zu Hause ist.
Der Mann ist sehr, sehr unruhig und geht ständig im Wohnzimmer auf und ab.

Die Reha wurde vom Arzt bewilligt und ich klemme mich nächste Woche sosorf dahinter, dass er auf eine Liste von Leuten, die jederzeit abrufbereit sind geschrieben wird.
An Montag geht er zum Hausarzt und dann hat er sich auch einen Kardiologen zu suchen. Neurologe auch, denn da muss ich jetzt auch hin.

Wenn es dich trifft, dann richtig.
Tut mir leid, dass ich heute die gestrigen Kommentare nicht beantwortet habe. Ich habe mich so darüber gefreut, morgen bin ich sicher fitter.



Donnerstag, 23. November 2017

Selbst umgekippt

Meinem Mann geht es gut, dafür bin ich heute in der Arbeit zusammengebrochen. Ich bin umgefallen. Die Arbeitskollegen haben mich gehört, weil ich gejammert habe. Ich selbst kann mich nicht daran erinnern.
Ein Freund hat mich am Nachmittag abgeholt und nach Hause gebracht. Ich bringe kaum etwas zum Essen hinunter, zum Trinken auch nicht. Alles tut mir weh, ich habe mich ganz schön verletzt.
Ausserdem brüte ich einen grippalen Infekt aus, schwitze wie Sau und habe ein rotes Gesicht.
Morgen um 9 Uhr 30 habe ich einen Termin bei der Hausärztin.
Der Zeitpunkt passt perfekt für das alles. Seufz.

Eine Freundin hat mir erzählt, dass sie mit ihrem Mann über das Wochenende wegfährt. Wann mache ich dass mit meinem Mann? Nie. Wir liegen am Wochenende viel auf dem Sofa und Schlafen. Nach dem Arbeitstag auch. So kann es nicht mehr weitergehen.
Ich merke ja schon seit geraumer Zeit, dass mir meine ehrenamtliche Tätigkeit zu viel wird. Ich werde sie einschränken bzw. ganz abgeben. Alleine dieser Gedanke bereitet mir eine immense innere Erleichterung. Dass es das gibt.

Ich habe Angst, dass mir noch schlimmeres passiert. Wenn ich da so alleine zu Hause bin.


Mittwoch, 22. November 2017

Besser

Es geht bergauf mit der Gesundung beim Mann. Langsam darf man daran glauben.
Bisher haben sie aber noch keinen Grund gefunden, was den Thrombus ausgelöst hat. Die Untersuchungen am Herz sind alle OK, die Lunge ist absolut in Ordnung, seine Blutwerte sind top. Er ist schlank, er ist durchtrainiert.

Wenn ich mich dagegen ansehe: schwer übergewichtig, absoluter Bewegungsmangel, schlechte Blutwerte, manchmal zu hoher Blutdruck.

Mein Mann kann es selbst nicht glauben, dass er einen schweren Schlaganfall hatte.

Jetzt geht es um die Reha und ich merke, dass die Ärzte nicht mehr viel in ihn investieren möchten, weil es ja eh so gut geht und er keine neurologishen Ausfälle hat. Ich merke aber schon beim Reden und auch optisch im Gesicht, dass nach 2 Tagen nicht alles wieder in Ordnung ist. Auch ist sein Gang unsicher etc. Der Mann hat den Arzt selbst bereits auf eine Reha angesprochen, aber der meinte, es laufe doch so gut bei ihm. Seufz.
Ich schüttle den Kopf.
Mich wollten sie auch abschaseln, aber ich war nicht so leicht zufrieden zu stellen und sie sind dann mit einem Reha Antrag daher gekommen. Allerdings muss den auch der behandelnde Arzt (wer soll das in einem KH sein?) ausfüllen und darauf kommt es jetzt an, was da drinnen steht.

Test für die kognitiven Fähigkeiten sollen noch durchgeführt werden.

Klar freue ich mich, wenn alles gut läuft, aber ich glaube auch, dass der Mann Zeit braucht und sich mit sich beschäftigen sollte. In aller Ruhe.




Dienstag, 21. November 2017

Es geht gut

Der Mann hat die Nacht gut überstanden, es hat keine Auffälligkeiten gegeben. Die neurologischen Ausfälle haben sich zurückgebildet. Heute werden sie ihn auf die Beine stellen und man wird sehen, ob er stehen und gehen kann. Seufz.
Und sie werden jetzt untersuchen, von wo die Verstopfung hergewandert ist.

Ich fahre heute Vormittag in die Arbeit, vielleicht lenkt es mich ab. Zu Hause fällt mir die Decke auf den Kopf.
Ich habe einige Stunden geschlafen und jetzt ziehe ich mich an und gehe hinaus.

Ich möchte mich bei euch für die Anteilnahme bedanken, es ist schön zu wissen, dass man nicht alleine ist.

Ganz liebe Grüße
Barbara




Heute Nacht

Vielen lieben Dank für die aufmunternden und tröstenden Worte. Es bedeutet mir viel.

Bis jetzt hatte ich mit einem Arzt und zwei Ärztinnen zu tun. Die Frau am späten Abend sagte mir, ich soll noch nicht erleichtert sein, denn mein Mann ist noch nicht ausser Gefahr. Es kommt auf die heutige Nacht an und auf morgen.

Anscheinend zählt die Zeit, die man nach einem Schlaganfall bis zur ärztlichen Versorgung hat. Mein Mann war nach 50 Minuten unter ärztlicher Aufsicht.

Das Hirn beginnt zu rattern, was ist wenn ....


Montag, 20. November 2017

Schlaganfall

Mein Mann hat heute Nacht einen Schlaganfall gehabt. Der Arzt sagte mir um halb sieben, dass es ein schwerer Schlaganfall war und er schwere Lähmungen hat. Erliegt h´jetzt auf der Angio und sie versuchen das Blutgerinnsel im Kopf aufzulösen. Er wird auf Intensiv liegen und ich kann nicht zu ihm. In vier Stunden soll ich wieder anrufen. Ich habe solch eine Angst um ihn.
Ich fasse gar nicht was da passiert ist.



Mittwoch, 15. November 2017

Alltagsjammerei

Und schon wieder habe ich längere Zeit nichts geschrieben. Ich traue mich kaum noch auf die Schreibfläche. Es war einfach so viel los bei mir und mir ist die tägliche Zeit zu wenig.

Und wenn ich dann zu Hause bin, falle ich auf das Sofa und schlafe. Meine Freundin beschwert sich, ob ich sauer auf sie bin, weil ich mich nicht mehr melde. Seufz.

Ich glaube, dass Problem ist meine ehrenamtliche Tätigkeit. Die fordert täglich viel zu viel Zeit von mir ein. Aber, ich will sie nicht sein lassen, weil ich sie so gerne mache und ich kann mir nicht vorstellen, welche Klientin ich abgeben könnte.

Es ist jetzt 22 Uhr 50, auf dem Herd kocht Reis, den ich mir morgen mit einer Suppe mitnehmen werde. Das Essen will geplant sein, den morgen bin ich von 6 Uhr 30 bis 19 Uhr in der Stadt und ich brauche es, mir Zeit zu nehmen und gutes Essen zu essen. Ist auch eine Art der Psychohygiene.

Eigentlich hätte ich am Freitag mal frei, aber ich musste heute feststellen, dass mir der Tag möglicherweise gecancelt wird. Weil sich der Kollege der auf Vaterschaftskarenz geht und dessen Vertretung ich übernommen habe, bereits heute in einen Urlaub vertschüßt hat, weil er die Warterei auf das Baby in der Arbeit nicht mehr aushält und lieber bei seiner Frau zu Hause sein will.
Alles schön und gut, aber heute zeigt mir die Chefin ein Schreiben in dem er für Freitag einen sehr wichtigen Termin vereinbart hat. Wer soll den machen????

Privat bekomme ich in den letzten Wochen viele menschliche Abgründe zu sehen, was auch nicht immer einfach ist.

Ah ja, Schneeregen hat es bei uns schon gegeben und heute war es tagsüber so kalt, es hatte nicht mehr als 2 Grad.

Ich habe eine Tageslichtlampe mit sehr hoher Luxzahl und die nehme ich mir morgen in die Arbeit mit. Depressionsprophylaxe, die kann ich gut brauchen. Die Dunkelheit macht mir immer mehr zu schaffen, je älter ich werde

Hach, es ist bereits 23 Uhr 20 und ich sollte noch Duschen und Haare waschen. Ich spiele mit dem Gedanken, dass ich mir morgen früh ein Trockenshampoo aufsprühe. Bin ich ein Ferkel???? Jaaaaah.







Mit diesem Motivationsgedanke gehe ich jetzt schlafen (und Zähne putzen):


Was man anfängt, man fange es mit voller Seele, mit voller Kraft an; um desto eher ist es geendet, und ganz und mit voller Kraft kann man sich wieder einem andern Geschäft widmen. Man würde weit mehr Zeit gewinnen, wenn es nicht zur Gewohnheit geworden wäre, so viele Dinge als Nebensache zu betrachten, die im Grunde mit viel weniger Zeit, aber ernstlich, besser vollbracht würden.

(1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich, deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker



Mittwoch, 25. Oktober 2017

Gedankengänge




Ich habe heute in der Arbeit so eine Verspannung in Nacken bekommen, dass ich Kopfweh davon ha. Ich habe mir nur mehr gedacht, ich halte es nicht mehr aus. Sogar Krankwerden hat mein Hirn in Erwägung gezogen um zu einer Auszeit zu kommen.

Aber, am Freitag habe ich mit zwei Leuten existenziell wichtige Sachen zu erledigen. Da müßte ich im Koma liegen um mir an diesem Tag eine Auszeit zu vergönnen.

Ich habe es heute einmal anders gemacht. Ich bin Kleidung einkaufen gegangen, weil ich den Drang nach einer neuen Bluse hatte. Und eigenartiger Weise ist es mir im Geschäft dieses Mal nicht schlecht gegangen. Ich war sogar entspannt, habe nicht zu schwitzen begonnen und bekam keinen Stress.

Ich habe zwei nette Shirts gefunden, natürlich oder auch leider wieder in Schwarz, aber die Farbe und die Motive stehen mir einfach gut. Das eine hat einen großen Stern mit Pailletten auf der Brust und glitzert schön silbrig. Auf dem zweiten Shirt sind lauter kleine Sterne aus Glas aufgenäht. So richtig blink blink. Und das dritte Teil ist eine dünne Baumwolljacke mit Kapuze in schwarz weiß meliert. Die Sachen schauen hübsch und flippig aus.

Die Verpackung von mir ist ja jetzt ganz schön, aber der Inhalt soll auch schön sein. Die Spiegeln im Geschäft haben mir wieder die bittere Wahrheit über meine Figur und das Gewicht gezeigt.
In meinen Gedanken schaue ich sonst schlanker aus. So kann man sich auch betrügen und vielleicht war die Wahrnehmung meines Köpers im Spiegel nicht mal schlecht.

Ich habe dem Konsumverhalten eine Absage erteilt. Unmengen von Essen stehen immer zur Verfügung. Und weil es so fein ist, gibt es gerne einige Happen, ein Glas Wein, Kuchen etc. und wenn ich dann zu dick bin, dann verdienen sie auch noch an mir mit Diätprogrammen, Diätessen usw.
Diese Menschen die auf meine Kosten so viel Geld verdienen, können mich mal kreuzweise. Ich bin sonst auch kritisch, wenn es um die Verblödung und Manipulation von uns geht. Es ist nur logisch, dass ich auch beim Essen aus dem manipulierendem Konsumverhalten aussteige.


Bildergebnis für cartoon  essen im Geschäft







Sonntag, 22. Oktober 2017

Blutverschmiert

Es war die erste Arbeitswoche, in der ich nicht 10 Stunden am Stück auf Arbeit war. Dienstag und Mittwoch habe ich die Nachmittage durchgeschlafen, obwohl strahlender Sonnenschein und blauer Himmel mit 22 Grad Wärme draussen war. Ich wollte meine Ruhe, habe das Schlafzimmer abgedunkelt und 4-5 Stunden geschlafen.
Am Abend bin ich zum Abschalten noch kurz fortgegangen
Würde einige gute Geschichten abgeben, wenn ich mir die Zeit nehmen würde sie aufzuschreiben. Gleich, damit das Erlebte noch authentisch beschrieben wird und sich die Hälfte noch nicht verabschiedet hat.

Ein eindrucksvolles Erlebnis hatte ich am Donnerstag.

Mir ging ein Klient schon die zweite Woche ab, und ich hatte den Eindruck, dass ich in seine Wohnung nachsehen gehen soll.
So fahre ich hin zu ihm, gehe die Stufen in den dritten Stock hinauf und sehe, dass die Tür nur angelehnt ist. Ich läute mehrmals aber er kommt nicht an die Tür. Alles ist ruhig. Trotzdem ich kann nicht einfach gehen bei der offenen Tür. Da muss ich hineinschauen. Ich fürchte mich, fürchte mich bei so was immer. Wer weiß was mich da drinnen erwartet und zum Schluss treffe ich auf Einbrecher oder andere Gestalten. Trotzdem, ich muss die Türe aufstippen. Niemand ist im Vorraum und ich gehe vorsichtig weiter. Sehe in das Bad hinein, niemand ist drinnen, dann komme ich in den Wohnraum, vorsichtig schaue ich ums Eck. Und da sehe ich ihn liegen, am Boden, alles voll Blut, eine Orgie von Blut. Mehr brauche ich jetzt nicht.
Aber er rührt seinen Kopf, als ich ihn anspreche. Ich stehe da und weiß nicht, was ich zuerst machen soll. Gehe aber zu ihm und merke, dass er registriert, dass jemand da ist. Er hebt seine Lider und dreht den Kopf zu mir.
Was ist da passiert? Ich sehe, dass er seine Beine aufgeschlitzt hat. Überall sind Schnitte, die tief ins Fleisch gehen. Kein Wunder, das alles voll Blut ist. Ich bemerke, dass es bereits gestockt ist.
Zum Glück habe ich mein Handy heute dabei und kann die Rettung anrufen.

Ich knie neben ihm und streiche ihm über die Haare. Es wird alles gut werden.
 "Es tut mir leid."
 "Es wird alles gut."
 "Es tut mir leid."
Es wird alles gut.
Er zittert am Leib, und ich nehme ihn in meine Arme und beuge mich beschützend über ihn.
Es wird alles gut werden.
 "Ganga, es tut mir leid."
Danach werde ich ihn später fragen.
Jetzt wird alles gut.
Ich streichle ihn, versuche ihn zu wärmen.
Es wird alles gut.

Irgendwann kommt die Rettung und nimmt ihn mit.
Nein, ich fahre nicht mit.

Ich sehe mich im Raum um. Viel Blut, verschmiertes Blut.
Nein, ich gehe jetzt nicht.
Ich bin erschüttert.
Blutverschmiert.

Ich entscheide mich, dass ich das Blut wegwische, dass ich sauber mache. Weil ich meine, dass es reicht.



Dienstag, 17. Oktober 2017

Nicht nur Schönes

Jetzt habe ich über einige Wochen viel gearbeitet, und das Resultat war, dass ich letzte Woche mit Nackenschmerzen, Schulterweh und Rückenweh belohnt worden bin. Es waren zu viele Stunden im Büro die ich mit sitzender Tätigkeit verbrachte.
Jetzt sollte es leichter werden und ich hoffe, dass sich wieder eine gesunde Motivation für die Arbeit einstellen wird.

Erlebnisse hatte ich genug, aber ob ich es schaffe sie zu Papier zu bringen, weiß ich nicht. Mir geht derzeit die Sprache dafür ab. Obwohl, es sind spannende Erlebnisse, interessante Begegnungen, Augenöffner-Erlebnisse. Vielleicht sollte ich mir einige Tage Urlaub nehmen, ich komme einfach zu nichts, nicht einmal zu mir selbst.

Heute habe ich eine mail mit Foto und Paterzettel von meiner ehrenamtlichen Arbeitsstelle bekommen, dass ein Arbeitskollege verstorben ist. "... ist am 4. Oktober nach langer schwerer, aber dennoch tapfer ertragener Krankheit, von uns gegangen."
Herbert ist in meinem Alter gewesen und wir waren Anfang 2000 in der selben Firma angestellt. 2005 hat er die Arbeitsstelle gewechselt und immer wenn wir uns sahen kamen wir intensiv ins Gespräch, nicht nur über Schönes sondern auch über die Abgründe in uns.
Spontan dachte ich mir, ich hänge meinen Beruf an den Nagel. Da kannst du nur krank werden.
Stimmt nicht, nein, nein, dass ist so nicht,.....

Eine spannende Frage ist, was löst den Krebs in uns aus? Ich lese seit einigen Wochen Texte dazu, weil bei Menschen in meinem Umfeld Krebs diagnostiziert worden ist.
Den folgenden Text im Link finde ich lesenswert:






Sonntag, 8. Oktober 2017

Jammern über so dies und das

Jetzt habe ich wieder eine Woche lang keinen post geschrieben, aber ich war arbeitsmäßig ausgepowert.
Meine Tage in der Stadt waren lang, 2 Mal waren es 12 Stunden pro Tag. Ich dürfte zwar nur 10 Stunden täglich arbeiten, aber das hätte für mich dann 4 verschissene Nachmittage und Abende bedeutet. Also dann doch lieber nur zwei.

Mir wird jetzt schon anders, weil ich weiss, dass morgen Montag ist und wieder eine Arbeitswoche vor mir liegt. Meine Motivation ist wieder im Keller und das so kurz nach dem Urlaub. Ich fühle mich überlastet.

Meine Burn-out Prophylaxe vor einigen Tagen war die Idee, dass ich meine Uralt Klienten in Beratungsstellen vermitteln werde und so Zeit und Luft für das aktuelle Geschehen bekomme. Das reicht mir völlig.
Die Erleichterung die ich spürte war so schön.
Ende der letzten Woche musste ich aber feststellen, dass ich meine Leute nirgends gut unterbringen kann. Denn mit der Einen habe ich mich mit der Wohnbeihilfenstelle angelegt und mit dem Amt will sich niemand Schwierigkeiten einhandeln. Es geht dabei um ungefähr 800.- .  Eine rechtliche Vertretung gibt es dafür nicht, weil dieses Amt die Oberbehörde der Arbeiterkammer, ... ist.

Die zweite Geschichte ist, dass ein Kindesvater von der Kindesmutter, die ein sehr geringes eigenes Einkommen hat, Unterhalt für den Sohn haben will. Obwohl das Kind bestimmte Tage in der Woche und den Ferien bei ihr ist. Der Kindesvater hat ein Einkommen von über 3.000.- netto, auf die Kralle.
Unglaublich.
Alles schon bei Gericht anhängig, und trotzdem wurde sie auf 100.- verurteilt. Wie viele Unterlagen und Briefe und Einsprüche wir da schon geschrieben haben.
Ich habe es probiert, sie in einer Frauenberatungsstelle zu verankern, mit dem Ergebnis, dass die ihr gesagt haben, das ist eine heikle Sache.
Damit war die Sache mit der Vermittlung gegessen.

Mitte November geht einer der Kollegen auf "Papamonat".
Ich häng mich auf.

Ich merke, dass jetzt, nachdem ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe, mein Galgenhumor sich bei mir meldet.
Also ich hänge mich doch nicht auf und ich knüpfe auch niemand anderen auf.

Obwohl, wenn ich mir überlege, die Zwickeltage um den Nationalfeiertag und Allerheiligen hat der Kollege mit dem Papamonat für sich als Urlaubstage in Anspruch genommen. So schnell konnte ich den Kalender gar nicht öffnen, so schnell meinte er die Sache abhandeln zu können. Grad dass ich noch einwerfen konnte, dass diese freien Tage auch für mich interessant sind.
Mal sehen, denn der Mann ist nach Hause gekommen und meinte, dass der Bodenleger an diesen Feiertagen kommen wird und die restlichen Arbeiten erledigen wird. Eine Abstellkammer möchte er auch noch mit dem neuen Boden (der, der vom LKW heruntergefallen ist - so was gibt es tatsächlich :-)) ausstatten, weil er ja vorhanden ist.
Da gehe ich doch lieber arbeiten, oder!

Aber vielleicht ist dann doch alles ganz anders.




 

Donnerstag, 28. September 2017

Altagsplaudereien

Diese Arbeitswoche hat es in sich. Weniger die direkte Arbeit mit den Menschen, als das viele administrative Zeug.
Dazu kommt, dass unsere Chefin einige Kontrolllisten eingeführt hat und diese bis Ende September mit der Stundenaufzeichnung haben will. Mir raucht schon der Kopf vor lauter Herumtüffteln mit der Zeit. Man will sich ja schließlich nicht selbst schädigen.

Es ist mir schon klar, wieso sie wissen will, wie viel Zeit wir auf Aussendienst verbringen. Die beiden Kollegen sind viel unterwegs. Es hält sich halt für manche schlecht im Büro aus und Aussendienst kann man mit Einkäufen und Kaffee trinken usw. verbinden.
Das habe ich früher auch gemacht, mittlerweile interessiert mich das nicht mehr und ich bin froh, wenn ich mir im Büro Tee und Kaffee machen kann. Das entspannt mich. Ich mag die vielen ungebetenen Einflüsse von Außen nicht mehr.

Ich war jetzt einige Tage mit meinem Kollegen Robert (Name geändert) alleine im Bürotrakt und erfuhr so einige Details von seinem Arbeitsalltag.
Er erzählte, dass meine Lieblingskollegin (19 Jahre arbeiten wir bereits zusammen und ich halte noch immer durch) ihn jeden Tag in der Früh anruft. Kenne ich von früher selbst.
Bevor sie ins Büro kommt, ruft sie ihn täglich einige Male an um ihm mitzuteilen, was sie jetzt in der Früh und am Vormittag vor hat. Vollkommen uninteressant und der Kollege kann sich nicht dagegen wehren.
Bei mir hat sie das ja auch Jahre lang gemacht. Irgendwann, nachdem ich eine sehr schlechte Zeit hatte, habe ich die Arbeitsbelastungen umverteilt und vieles weggestrichen. Darunter war auch sie. Ich habe mir für die Arbeit ein extra Handy besorgt, dass ich oft nicht höre und privat gab es auch eine andere Telefonnummer, die sie nicht mehr bekam. Also wurde ich in der Früh und am Nachmittag und Abend nicht mehr von ihr gestört.
Sie hat immer gesagt, sie braucht diese spontanen Kontakte zum Spannungsabbau. Das sie sich das überhaupt zu sagen traut. Damals habe ich ihr einen Riegel vorgeschoben und habe immer darauf geachtet, dass die frischen Kolleginnen und der Kollege dazwischen geschoben werden und so zum Handkuss kommen. Wenn sich jemand nicht dagegen verwehrt ist das seine Sache. Meine Unterstützung hätten sie immer gehabt, aber das wollte niemand.
Ausserdem ist sie eifersüchtig und so bald sie mitbekommt, dass ich und ein andere Kollege uns gut verstehen, ist sie schon da. Dafür kommt sie dann auch um 7 Uhr oder halb sieben. Ich sag mal, damit ihr ihre Beute nicht abhanden kommt. Ich schüttle über so viel Schwäche denn Kopf.
Aber immer sehr gewaltig auftreten.
Der Kollege meinte, er fühlt sich gestalkt. Ja, ich stimme ihm zu. Es beschreibt ihr Verhalten und ihre Persönlichkeit gut.

Meine Rettung ist die, dass ich gute Kontakte nach außen pflege, somit bin ich nicht alleine und komme auch nicht auf dumme Gedanken, was die jetzt vielleicht ohne mich ausmauscheln (sie macht ja dann die Türe beim Kollegen zu und spricht leise, tut also geheimnisvoll). Ich schüttle den Kopf und denke mir Oh je, wenn ich es denn hin und wieder mitbekomme.

Und sonst, was ist sonst?
Meine Kneipe hat zu, was auch nicht schlecht ist, denn so bin ich am Abend zu Hause.
Ich esse und trinke gut.
Nur mit dem Schlafen hapert es, denn ich bin nicht wirklich bereit vor 22 Uhr30 ins Bett zu gehen und bis ich dann auch wirklich eingeschlafen bin vergeht auch noch Zeit. Tagwache ist dann um 5 Uhr 30.

Und weil es bereits 22 Uhr 13 ist, schließe ich den heutigen post. Ich wünsche euch einen guten Abend und einen schönen Freitag.



Montag, 25. September 2017

So der Alltag

Heute war der erste Arbeitstag nach meinem Urlaub. Ich habe es zu Hause so sehr genossen.

Dafür heute das volle Programm.
Meine KollegInnen sind krank, Virusgrippe, Nebenhöhlen usw.
Ich habe eine kranke Mitarbeiterin nach Hause gebracht und saß im Auto mit Tuch über Nase und Mund, damit sie mich nicht ansteckt. Der Mann hat gemeint, wieso tust du das, wenn du nicht wirklich willst. Ich wollte hilfsbereit sein.

Ich war in der Früh noch so entspannt, dass ich drei mal die falsche PIN Nummer in mein Klientenhandy eingegeben habe. Dann war es gesperrt und PUK hatte ich keinen mehr. Und weil es eine anonyme Wertkarten-Simcard ist, gab es keine Möglichkeit mehr, das Handy zu aktivieren.

Jetzt ist diese Telefonnummer an die 10 Jahre gültig gewesen, sämtlich Uralt Klienten haben diese Nummer. ABER: Will mich jemand wirklich erreichen, weiß sie oder er, wo man mich finden kann.

Ich war am Abend auf der Tanke und habe eine neue Wertkarten Handynummer gekauft. Diesmal hebe ich mir die Karte mit dem PIN und dem PUK gut auf.



Sonntag, 24. September 2017

Von den echten und den falschen Pilzen


Foto: Ganga



Wenn man nur die wahre von der falschen Liebe unterscheiden könnte, so wie man eßbare von giftigen Pilzen unterscheidet! Mit Pilzen ist es so einfach – man salzt sie gut ein, legt sie zur Seite und wartet geduldig. Aber bei der Liebe – sobald man auf etwas gestoßen ist, das auch nur die entfernteste Ähnlichkeit damit aufweist, ist man vollkommen sicher, daß es nicht nur ein echtes Exemplar ist, sondern vielleicht der einzige noch nicht gepflückte echte Pilz. Es braucht eine schreckliche Menge giftiger Pilze, bis man einsieht, daß das Leben nicht ein großer, eßbarer Pilz ist.


Katherine Mansfield



Die Steinpilze hat der Mann von einem Freund geschenkt bekommen und wurden mit viel Genuss am Samstag und Sonntag gegessen. Einen Teil habe ich eingefroren und ein großer Teil wurde getrocknet und wird noch zu Pulver verarbeitet werden.
Das Thema Männer bleibt immer wieder spannend. 



Mittwoch, 20. September 2017

Nochmals zum Stalking - Theorie und Praxis

Ich weiß, dass Thema ist schon so ausgelutscht, aber ich muss nochmals über den Halbbruder schreiben.
Ich finde immer mehr Informationen zu dem Verhalten des HB. Und ich bin einfach so strukturiert, dass ich es genau wissen muss, was los ist. Vorher kann ich keine Ruhe geben.

Für mich ist es ja bisher unverständlich gewesen, dass jemand den Menschen so nachläuft und immer stinkig zu ihnen ist, sodass er sich ständig Ablehnungen und Abfuhren, Missachtung und Verachtung einhandelt. Es sogar provoziert mit seinem dumm dreisten und übergriffigen Verhalten.

Die Psychologie spricht dabei von projektiver Identifikation. Kurz gesagt, das Ich ist verschmolzen mit dem Du. Der Säugling, der noch die Abhängigkeit zur Mutter hat, hat noch keine eigene Ich-Identifikation. Ist in diesem Entwicklungsstadium die Missachtung übermäßig, verinnerlicht er dieses Gefühl mit sich selbst.
Normalerweise findet ein Ablösungsprozess von der Mutter statt in dem sich das Kind als eigenständiges Wesen begreift.
Gelingt es dem Kleinstkind nicht, sich als dieses eigenständige Wesen zu sehen, wird sein Bild von sich, immer mit dem Gefühl dieser Missachtung verbunden sein.
Er hat den Zwang immer wieder dieses Gefühl bekommen zu müssen, damit er sich halbwegs rund fühlt.
Bedrohlich wird es aber erst dann für ihn, wenn die gewählte Person das gewünschte Verhalten unterlässt. Dann reagiert er mit Wut, Hass, Verzweiflung. Auf Biegen und Brechen will er beim anderen das gewünschte Verhalten bewirken. Er zieht alle Register, übt extremen Druck aus um das Verhalten im anderen auszulösen.

Ich bin fassungslos. 
Und es wird immer klarer, was los ist. 
Ich schüttle nur mehr den Kopf.

Von mir bekommt er nichts.
Auch der Mann muss mitziehen, weil der HB ja den Kontakt über ihn zu mir sucht.


Auf den Schock hinauf beschenke ich mich selbst mit einem Blumenbild.





Der Stalker

Der Mann sitzt gestern in einer Kartenspielrunde als der Halbbruder mit seiner Lebensgefährtin ins Lokal kommt.

Um 21 Uhr beenden die Kartenspieler ihre Runde. Der Mann verabschiedet sich und im Gehen wird er vom Halbbruder aufgehalten und an seinen Tisch zitiert:

"Komm her, sitz dich zu mir und trink was"
"Nein, mag ich nicht, ich bin dahin."
"Ah so. Was tust du am ersten Samstag im Oktober?"
"Das weiß ich heute nicht."
"Dann kannst du dir ja frei halten."
"Nein, weil ich nicht weiß was ich an dem Tag mache."
Der Halbbruder wird aggressiver.
"Du wirst wohl einmal Zeit haben."
"Nein, ich weiß nicht was ich in zwei Wochen machen will."
"Ja dann weißt du es jetzt."
"Nein, wir haben den Campingbus und wenn schönes Wetter ist fahren wir weg."

Der Mann geht aus der Stube.
Er bekommt noch mit, dass die Lebensgefährtin zum HB sagt: "Wenn er keine Zeit hat, dann hat er keine Zeit."


Ich komme heute am späteren Abend auf ein Getränk in die Wirtschaft. Bevor ich mich setzen kann, nimmt mich Maria, die Wirtin, zur Seite.

"Du weißt, dass gestern dein HB wieder hier war."
"Ja, der Mann hat mir eine SMS geschickt, dass sie auch da sind. Darum bin ich dann nicht gekommen."
"Er hat sich gestern noch ziemlich aufgeführt. Nachdem dein Mann gegangen ist."
Ich schaue sie erstaunt an.
"Ja, er hat sich aufgeregt, dass er sich dass nicht gefallen läßt, dass dein Mann keine Zeit für ihn hat. Und das dein Mann schuld hat, dass du dich nicht mehr mit ihm triffst. Du bist seine Schwester und da hat er schon die älteren Rechte auf dich. Das ist Familie. Pass auf, der Mensch kann sehr gemein werden, dass spüre ich."

Er hat bald Geburtstag und ich nehme an, darum geht es ihm bei der ganzen Aktion.
Er ist nicht in der Lage zu sagen, dass er eine Geburtstagsfeier plant und uns gerne dazu einladen möchte. Und auch mit einer Absage muss man bei so einer Einladung rechnen.

Der Supervisor warnte mich vor einiger Zeit, dass ich vor dem Stalker Halbbruder aufpassen muss. Bekommt er nicht seinen Willen, kann er nicht herrschen über mich, gebe ich ihm die Liebe nicht, wird er mich verletzen wollen.
Wir waren einer Meinung, dass er mich nicht körperlich verletzen wird, aber ich muss damit rechnen, dass er versucht mich zu belangen.
Verdächtigungen, dass es Unregelmäßigkeiten bei der Erbteilung gegeben hat (haben wir schon gehabt),  wieviel während der Sachwalterschaft an Geld ausgegeben wurde (wird noch kommen, zum Glück sind alle Rechnungen vom Gericht abgesegnet worden), ein besonderes Hirschgeweih wurde durch mich gestohlen (mit diesem Anwurf hat er mich schockiert), ...


Und auch bei ihm geht es um die Liebe, vor allem um die fehlende Liebe von Menschen wie seiner Mutter und seinem Vater, ... die ihn immer abgelehnt haben.
Seine Großeltern, bei denen er aufwuchs, ließen ihm viel Fehlverhalten durchgehen. Ich sag mal, die wollten sich in Wirklichkeit auch nicht mit ihm auseinandersetzen.
Das kleine Arschloch tyrannisierte die beiden Alten.
Von seinen Mitschülern und den Nachbarskinder wurde er immer wieder hergeschlagen, weil er so eine blöde Klappe geführt hat. Und sie wurden das kleine Arschloch auch nicht los, ständig ist er ihnen nachgestiegen und war beschissen.

Exactement das gleiche Verhalten wie ich es mit ihm erlebe.

Ein Stalker erträgt keine Zurückweisung, ein Nein ist bei ihm nicht gültig. Stalker haben ein verzerrtes Realitätsempfinden, sie sehen sich als Opfer, als den armen Zurückgewiesenen und Gedemütigten. "Diese Menschen sehen nicht ein, was an ihrem Verhalten falsch sein sollte. Sie empfinden ihr Vorgehen als absolut gerechtfertigt. Es sei daher fast unmöglich, sie von ihrem Unrecht zu überzeugen. Das Opfer sollte unbedingt versuchen, klare Grenzen zu ziehen. Anrufe, SMS, .... am besten ins Leere laufen lassen." (zit. Jens Hoffmann, Psychologe)

Er wird auch noch an mich herantreten mit seiner Forderung.


Habe ich es eigentlich erzählt, dass der Gerichtstermin vom 14.09.2017 wegen Krankheit des Richters verschoben wurde. Meine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt.




Montag, 18. September 2017

Ich liebe dich, ich liebe dich nicht ....

... und was das mit meinem Halbbruder zu tun hat.

Da kommt mir der Halbbruder unter und dann taucht dieses Problem bei mir auf.
Damals 2013, wie ich ihn das erste Mal gesehen habe, habe ich sofort gewusst, dass ich einen üblen Charakter vor mir habe. Und trotzdem habe ich mich auf ihn eingelassen, sogar im Übermaß.
Und bei der ganzen Ablehnung spürte ich auch immer ein warmes zugewandtes Gefühlt ihm gegenüber und bekam ein schlechtes Gewissen (wegen der Ablehnung), dass auch noch so stark war, dass ich ihn  viel zu nahe an mich heran kommen lies.

Ich habe erlebt, dass es Energievampire sind. Nur saugen und das haben wollen, was ich habe. Gehe ich in ein Lokal und sie haben das bemerkt, waren sie auf einmal auch Gäste. War ich in Kartenspielrunden, waren sie auf einmal auch dort präsent und der Halbbruder deklarierte sich als Kartenspielprofi, der er nicht ist. Habe ich Einladungen von der Jägerschaft im Dorf bekommen, hat sich der Halbbruder auch mit den Jägern gut gestellt. 
Überspitzt gesagt, wenn sie merken würden zu welchem Friseur ich gehe, würde seine Lebensgefährtin sicherlich auch dort auftauchen. 
Darum habe ich ihn auch "Den Stalker" getauft.

Dabei ist er mir nicht wohlgesonnen und verletzt mich. 

Jetzt denke ich mir natürlich, dass man jedweden Kontakt zu so einem Menschen abbricht. Und was passiert mir, ich habe dabei ein schlechtes Gewissen! Und das ist so quälend, dass ich nicht weiterkomme in meiner "Ablösung" von dem Halbbruder. 

Mittlerweile stehe ich in meiner Kneipe auf, wenn diese Leute hereinkommt und sich an den Tisch setzt, wo ich sitze. Ich grüße sie, und entweder zahle ich gleich darauf und gehe oder ich nehme mein Getränke, stehe auf und gehe an einen anderen Tisch. Dabei verabschiede ich mich von ihnen.
Und immer hatte mich das schlechte Gewissen im Griff.

Ich suchte in meiner Kindheit nach den Gründen für diesen festsitzenden Konflikt und dem schlechten Gewissen, meinte es sei Dieses und dann wieder Anderes. Der Konflikt blieb, ich kam keinen Millimeter weiter in meiner Ablösung, von dem Kerl und seinem Anhang.

Die Aufdröselung dessen, was war begann zu erst einmal damit, dass ich erkannte, dass mich mein Mann in den Kontakt zu meinem Halbbruder hineinmanövrierte.  Nicht ich habe den Kontakt gesucht.
Ich wollte zu dem Menschen keinen näheren Kontakt, da ich sofort seine Verwahrlosung und Asozialität sah. 
Wieso mein Mann den Kontakt zu diesen Menschen unbedingt wollte haben wir miteinander geklärt.

Und weil diese Menschen mir auf einmal so nahe waren, begann mein Dilemma. 
Sie haben im Prinzip dass selbe Verhalten wie meine Mutter. Ein uraltes Kindheitstrauma wurde bei mir bedient. Die Lösungen, die ich im Umgang mit ihnen suchte und fand griffen dabei nicht.

Um was geht es? 

Es geht um die Liebe, um die mangelnde Liebe, darum der Liebe immer hinterher zu laufen, sie zu suchen bei den Menschen, die sie einem so und so nicht geben, bei Menschen die nicht liebesfähig sind und sich abweisend und gemein zu einem verhalten.

Klar, weiß ich, dass man mit solchen Menschen nichts zu tun haben will. Aber dieser emotionale Film ist nicht auf der sachlichen Ebene lösbar, auch nicht von dieser Seite zu betrachten.

Es ist die Schattenseite der Liebe.
Gehe ich davon aus, dass man die Liebe als Kind uneingeschränkt bekommen sollte, bekommt man sie auf der Schattenseite nicht. 
Was ist die Folge für ein Kind? Es läuft der Liebe immer hinterher. Es läuft der Mutter oder dem Vater immer nach, will sich beweisen, duckt sich, kommt immer wieder angekrochen und wird doch immer wieder getreten. Das sind jetzt extreme Beschreibungen, aber genau so funktioniert es.
Und dabei entsteht in einem das Bild, dass Zuwendung und Liebe mit Missachtung verbunden ist. 

Das man bei der Liebe im Vollem schwelgt, das man Liebe bekommt einfach weil man so ist wie man ist, dass man als liebenswerter Mensch keinen Kontakt zu miesen Stinkstiefeln haben will, ... auf die Idee kommt man nicht. 

Rettung kann es geben, wenn man im Kindheitsalter einen Menschen hatte, der einen uneingeschränkt geliebt hat. 
Ich gehe auf die Suche und finde jemanden, an den ich mich auch erinnern kann. Ein Vorbild, wie liebevolles Verhalten sein kann. Und ein Mensch, für den ich etwas Besonderes war.

Mein Dilemma war, dass ich eine Sehnsucht in mir trage von der Mutter und dem HB geliebt zu werden. Bei beiden habe ich instinktiv erfasst, dass sie aus dem gleichen Holz geschnitzt sind und diese manipulative Nicht-Liebe pflegen. Beide sind dann persönlich sehr betroffen, wenn ich sie ablehne und ich bekomme dann ein schlechtes Gewissen, weil ich sie nicht mag, obwohl sie mich ja so gerne haben. Zum Fressen gern!

Grundsätzlich kann ich davon ausgehen, dass eine Mutter ihr Kind liebt. Uneingeschränkt und ihm nichts antun will für die Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse. Auch kann ich davon ausgehen, dass ein Bruder liebevoll mit einem ist.
Es gibt keinen Grund, wieso sich irgend jemand mir gegenüber verletzend verhalten soll.

Und das Bild wendet sich.
Ich bin ein liebevoller Mensch, der Mitgefühl geben kann, und ich bekomme die Liebe, die Anerkennung, die Zuwendung die ich aussende.

Die Doppelbotschaft hat gelautet "Ich liebe dich, ich hasse dich, aber ich kann ohne dich nicht leben".

Der Drang dort hin zu gehen, doch geliebt zu werden von diesen Menschen. Zu meiner Mutter fahre ich auch immer wieder. Sie braucht mich jetzt. Aber Brauchen ist nicht Lieben. 

Als normal sozialisierter Mensch sagt man eigentlich dazu: "Früher hast du mich nicht geliebt und warst böse zu mir, jetzt wo du alleine und hilflos bist und dir kein anderer Mensch mehr geblieben ist, brauchst du mich. Aber so brauchst du nicht zu mir zu kommen, schau dass du weiterkommst und Land gewinnst".

Es ist einfach nur traurig, dass sich Menschen zu mir und auch zu anderen so verhalten.
Das ist der Punkt:

Trauer


Ich bedaure es zutiefst, dass ich keinen Bruder habe, der mich gern hat. Es ist traurig, dass ich keine Mutter hatte, die mich von Herzen liebtE und mir Gutes tun wollte.

Ich bin sehr traurig und spüre den Verlust.




Trauer als Zustand verwundet,
Trauer als Prozess vertieft.

(c) Peter Horton


Ich hab es nicht mit der Trauer, die kam bisher nicht einmal in meinem Wortschatz vor. Ich glaube, ich stecke in der Trauer fest, weil ich viel zu viel Esse. Man sieht mir meine Gewichtszunahme bereits deutlich an: Nicht stehen bleiben, akzeptieren, dass es ist wie es ist und weitergehen. 






Samstag, 16. September 2017

Energievampirismus



Foto: Ganga

Sich füreinander zu erwärmen
ist eine überaus menschenfreundliche Energie

(c) Ernst Ferstl


Es gibt mir zu denken, dass ich immer wieder an Menschen gerate mit denen die freundschaftlichen Beziehungen ziemlich einseitig sind. Nicht selten spüre ich Ärger und es tut mir weh, wenn ich merke, dass ich kein Mitgefühl und Interesse an mir zurückbekomme und trotzdem füttere ich diese Menschen weiter.

Ich nehme einmal an, dass die Weisheit "Das was du ausstrahlst kommt zu dir zurück" auch hier gültig ist.
Ich muss eine bestimmte Ausstrahlung haben und ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen, dass ich für solche Menschentypen interessant bin.
Sie werden gemeinhin als Energievampiere bezeichnet, Leute, die Aufmerksamkeit, Zuwendung und Mitgefühl haben wollen, ohne aber selbst dieses herzugeben.
Wenn du selbst einmal Zuwendung brauchst, "fahren sie dir mit dem Arsch ins Gesicht". Dieser Ausdruck von Clara beschreibt es treffend. Nämlich auch mit der Brutalität, mit der sie einem im Regen stehen lassen und dann noch draufschlagen.

Diese Menschen haben meistens einen niedrigen Energiespiegel und den unbedingten Willen die Energie von kraftvolleren Menschen zu bekommen. Ein Energievampir muss selbst nicht unbedingt merken, was er da treibt.
Sie kommen im Prinzip mit ihrem Leben nicht zurecht und wollen durch Jammern, Fragen was sie tun sollen,... ihre emotionalen Defizite auffüllen ABER ohne dass sie dabei etwas an ihrem Leben verändern! Fordert man sie zur Auseinandersetzung mit ihrem Problem auf, reagieren sie abweisend, sie lügen, ... der Effekt sollte sein, dass ein Energievampir sich besser fühlt, ohne sich dabei aber mit seinem Verhalten auseinanderzusetzen.

Ich habe in meinem Leben schon eine stattliche Sammlung von Energievampiren.
Wenn die Bevormundung, die Missachtung, ... für mich auf die Dauer nicht mehr tragbar war, habe ich mich von ihnen getrennt.

Immer mit schlechtem Gewissen, was mein eigenes Trauma  mit der mangelnden Liebe und dem Selbstbild betrifft. Ich habe es vor kurzer Zeit gesehen, nachdem ich innerlich mit dem Bruder und der Ablehnung einfach nicht zurechtgekommen bin. Ich liebe dich, liebe mich auch. Ich will nichts mit dir zu tun haben, lass mich in Ruhe. Ich kann nicht mit dir, aber auch nicht ohne dich.

Jedenfalls ist dass, mein Verhalten, jetzt zu ändern. Ich habe im Prinzip gute Antennen, was andere Menschen betrifft und ich merke es auch, wenn ich nichts oder nur wenig zurückbekomme. Es braucht ein Geben und ein Bekommen. Ehrlich gemeint, ohne manipulative Zwecke.

Also Vorsicht walten lassen, und zu Beginn nicht so viel Zuwendung wie sonst geben.
Ich sag auch: Helfersyndrom.

Die Aufgabe ist: "Keine Chance den Energieräubern." Das muss nicht sein, muss man nicht haben.


Das Motto:


Ohne Energie - keine Synergie


 (c) Willy Meurer (1936)


Foto: webandi


Donnerstag, 14. September 2017

Burgi und das Heilversprechen

Ich war heute auf Besuch bei einer guten Bekannten und wieder einmal schockierte sie mich. Da ich ihre Gesprächsthemen bereits kenne habe ich mir vorher vorgenommen, dass ich den Mund halte, wenn sie über ihre Zuständen und ihren Umgang damit erzählt.

Die Frau hat grundsätzlich eine große Lebensangst. Immer schon gehabt, jetzt ist sie 70 Jahre. Seit ca. 25- 30 Jahre nimmt sie Deanxit, ein überaltertes Neuroleptikum, dass gegen Depressionen und Angstzuständen wirken sollte und eigentlich nur für die Kurzzeittherapie eingesetzt wird. Seit einem Jahr kämpft sie mit einem schwankenden Blutdruck, geht phasenweise nicht mehr aus dem Haus, weil sie Angst hat zu sterben und misst an die 100 Mal am Tag ihren Blutdruck. Dann hat sie Schwindel entwickelt, der sie stundenlang quält und ihr extreme Ängste mach. Und was weiß ich nicht noch alles wo es zwackt und zwickt und sie sich fürchtet.

Der praktische Arzt und der Internist haben ihr nach sämtlichen Untersuchungen bestätigt, dass sie keine körperlichen Beeinträchtigungen hat. Auch die Schwankungen des Blutdrucks sind im normalen Bereich.

Der Internist hat sich getraut, ihr zu sagen, dass er der falsche Arzt für sie ist und sie zu einem Psychiater gehen soll.

Und nachdem sie den Termin beim Psychiater abgesagt hat, ist sie mit einer Bekannten zu einem Bioenergetiker gefahren, dem sie jetzt monatlich 60 Euro zahlt und der sie mittels Fernheilung, einmal war sie persönlich bei ihm, von ihren Ängsten soweit befreien möchte, dass sie nur mehr die normale Grundangst spürt.

Jetzt ist sie heute, wegen ihrem dauernden Schwindel zum praktischen Arzt gegangen, der meint, es kommt von der Halswirbelsäule, sie soll sich ein hartes Kissen für das Genick zulegen, genügend trinken, ihre Brille aufsetzen und zusätzlich hat er ihr ein Medikament gegen Schwindel aufgeschrieben, dass sie jetzt 3 Wochen einnehmen soll.

Zu Hause hat sie den Bioenergetiker angerufen und der hat ihr versprochen, dass er etwas macht, damit sie von ihrem Schwindel befreit wird. Die Medikamente kauft sie sich nicht. Und es ist ihr bewusst, dass sie zum Arzt läuft und dann nicht das tut, was er ihr sagt. Trotzdem geht sie hin.

Ich war so entsetzt, von der Geschichte, dass ich meinen Mund einfach nicht halten konnte.

Das kann man doch als halbwegs intelligenter Mensch nicht glauben, dass einer mich medial von meinen schweren Ängsten befreien kann.

Ich könnte jetzt zwar sagen, dass der Glaube Berge versetzen kann und auch die Religion eine gravierende Stütze ist, aber das finde ich in diesem Fall nicht angebracht. Wenn diese Methode den Menschen von seinen übermäßigen Ängsten befreien könnte, dann wären wir alle angstfrei.

Sie war ziemlich angebissen auf mich, weil ich sie in ihrer Sichtweise nicht unterstützte, sondern das Gegenteil meinte, nämlich dass der Typ mit diesem Heilversprechen wegen Scharlatanerie angezeigt gehört.

Sie meinte dann nur, ja du glaubst ja auch an die Homöopathie und da sagen sie, dass das nur Zuckerkügelchen sind ohne Wirkstoff. Ja ich glaube an die homöopathische Wirkung, aber weiß auch, dass es das richtige Mittel sein muss, denn sonst wirkt es nicht.

Seufz. Das sollte wohl ihr Totschlagargumente sein.

Also ich nehme mir wieder vor, dass ich den Mund halte. Sie tut das, was sie für richtig hält, und ist damit auch 70 Jahre geworden. 


Gesundheit ist schwer therapierbar.


Erhard Blank, deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler






Mittwoch, 13. September 2017

Entweder - oder

Es tut mir leid, ich habe erst gestern die Kommentare zu meinem letzten Post bekommen.
Ich habe meinen Blog nicht mehr zu Hause am Laptop geöffnet, sondern wenn ich auf Arbeit war habe ich über das Handy kurz nachgesehen, ob ein Kommentar gekommen ist.
Im Prinzip kann ich es mir nur so erklären, dass das Handy möglicherweise eine längere Zeit gebraucht hätte, damit es die Nachrichten empfangen kann. Diese Zeit habe ich nicht gegeben. Einfach schnell nachgesehen, ist nichts da und dann wieder weitergetippt.

Dass das jetzt passiert ist, zeigt nur was schon längere Zeit in meinem Blog los ist, nämlich nichts.
Dabei macht es mir doch immer noch Spass, wenn ich den in der Bloggerwelt unterwegs bin.

Ich habe zwar Vermutungen weshalb ich mich so rausschleiche aus meinem Blog, aber die Sache ist jetzt nicht vom Kopf her lösbar.

Vielleich löst sich die  Blockade, wenn ich sage, hop oder trop.






Montag, 28. August 2017

Die Renovierung ... ist ....

Endlich ist es geschafft. Die Parkettböden sind gelegt und die Zimmer wieder eingeräumt. Der ganze Staub vom Schneiden der einzelnen Dielenbretter ist weggesaugt und aufgewischt.
Für normal wäre das Legen eines Parkettboden kein solcher Aufwand, aber da der Mann an der Quelle sitzt wurde bei uns kein handelsüblicher Boden verlegt, sondern Dielenbrett die "vom Lkw gefallen sind" und ich sag euch, die sind wirklich von einem Auto gefallen. So viel Verschnitt. Was für eine Arbeit.
Das der Bodenleger uns nach 3 Wochen Leben auf einer Baustelle am Samstag nicht im Stich lies, verdanken wir den 50 Euro, die er zusätzlich bekam. Und das sie mir das Laufband in den ersten Stock hievten (über eine steile und schmale Wendeltreppe), brachte beiden Hacklern jeweils 10 Euro ein.

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie anstrengend es ist, sich im Chaos einzurichten und durchzuhalten.

Einiges an Zeugs habe ich weggegeben. Ich hatte ein komplettes Gmundner Keramik Geschirr, ich weiß nicht wie viele Teile, aber an die 100 waren es bestimmt.
Ich hatte es einfach satt, dieses Geschirr und habe mir nur mehr das für mich Schönste behalten. Was soll ich mit diesen ganzen alten Teilen anfangen. Ich mag einfach nicht mehr von Geschirr essen, dass bereits 3 Generationen überlebt hat.
Der Nachbar fragte mich, was ich damit mache, als er die Schachteln gesehen hat und ist dann glücklich damit gegangen. Ja bitte nimm sie mit, alles verschenkt.

Unsere Besitz vom Wohnzimmer hat in 8 Umzugskartons, die dreiviertel gefüllt waren, hineingepasst. Man glaubt gar nicht, wie viel kleines Zeugs man so mitschleppt. Ich bin froh, dass es schon weniger geworden ist.

Die Löcher in der Wand, die ins Freie gehen, wurden alle zugemacht. Also dürfte es jetzt keinen Kalt-Warm Austausch mehr geben und kein Schimmel mehr an diesen Stellen entstehen.

Unter den Laminatböden hatte der Vormieter vor Jahrzehnten seine alten Spannteppichböden als Dämmung gelassen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie die gestunken haben. Was ist da Pisse dagegen. Und in so einem Dreck lebt man jahrelang.
Jetzt riecht es einfach nur neutral und gut.

Aber wie es so ist, zum Ausruhen bleibt nicht viel Zeit.


Ganz liebe Grüße
Ganga




Foto: Ganga


Donnerstag, 17. August 2017

Baustelle - die wievielte?

Ich habe es noch nicht erzählt, aber wir leben derzeit wieder einmal auf einer Baustelle. Bei uns zu Hause sollte nach sämtlichen Renovierungen und Verschönerungen das Wohnzimmer noch ausgeweiselt werden.Vor allem deswegen, weil wir in einer Ecke Schimmel haben und der noch im Sommer behandelt werden muss, damit er dann auch wirklich wegbleibt.

Der Stress begann schon Wochen vorher, weil sich der Mann in der Opferrolle gefiel, dass er ständig nur am Arbeiten ist und ich ihm immer nur Druck gebe. Armes Häschen. Da brauchste aber gute Nerven, das auszuhalten, weil der Kerl ist aggressiv in seiner Opferhaltung.

Jedenfalls haben wir es geschafft einen Maler an Land zu ziehen. Dann meinte der Mann, dass er auch endlich den alten Laminatboden im Wohnzimmer, im Schlafzimmer und im Vorraum herausreißen möchte, weil darunter ist der grausige Teppich vom Vormieter. Und der stinkt sicher gewaltig.

Er war nicht mehr aufzuhalten und organisierte in den letzten Wochen einen Parkettboden, besorgte dieses und jenes.
Der Clou ist, dass der Maler auch ein gelernter Bodenleger ist!
Ich habe letzte Woche jeden Tag Dinge in Schachteln gepackt. 8 Kartons sind es so geworden.

Und so sind der Maler/Bodenleger und ein Helfer am Montag Vormittag angerückt.
Als ich am Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, war bereits der Boden im Wohnzimmer verllegt  Am Dienstag würde ausgeweiselt werden und der Boden oben gelegt.

Was war dann nach dem Montag?
Die Hackler sind nicht mehr gekommen. Zuerst waren sie auch telefonisch nicht erreichbar, dann meldete sich einer, dass der Handwerker mit Fieber zu Hause liegt und nicht kommen kann. Seufz.
Alles ist möglich.
Heute weiß ich, dass er wirklich krank ist, weil er ein Arbeitskollege vom Mann ist und die beiden sich von Angesicht zu Angesicht gesehen haben. Er kann kaum gehen, weil er so schwach ist und ist zum Arzt. Ich bin gespannt, was er ihm sagt, denn Grippesymptome hat er keine.

Na jedenfalls wir leben im Chaos. Drei Zimmer leer, deren Inhalt in der restlichen Wohnung, und das ist nicht mehr viel, steht. Wir hben noch Platz für das Bett, aber dann wird es schon eng.
Unbekannt, wann der Handwerker wieder kommen kann.

Es stresst mich durchaus, auch wenn wir uns ganz gut mit der Situation arrangieren.
Ich habe mal zusammengeräumt was gegangen ist, ....

Sonntag, 13. August 2017

Konsequenz zeigen

Jetzt habe ich den geschriebenen Post gelöscht, weil er mir einfach so nichtig vorgekommen ist.
Ja ich erlebe durchaus täglich einiges, aber es ist doch immer wieder das gleiche, diee gleichen alten Kamellen.

Trotzdem, was war eigentlich so?

Am Donnerstag kam ich nach langem nachforschen endlich auf den inneren Konflikt, den ich mit dem Halbbruder in mir austrage.

Ich habe ursprünglich meinem Mann drei Jahre standgehalten, der schon 2010 den Kontakt zu diesem Geschwür aufnehmen wollte. 2013 als der Vater dann im Sterben lag, lies ich mich weichklopfen und rief das Gfrast an. Ich wollte nicht, aber mein Mann meinte, dass muss jetzt sein, die müssen auf seinem Sterbebett versöhnt werden. Scheiß drauf, gar nichts mußten sie. Der Vater hat diesen Typen nicht einmal gegrüßt, wenn er ihn sah. Gut, dass ist ein anderes Thema und man kann auch sagen, er hat als Vater versagt und zeigt seine mangelnde Liebesfähigkeit. Aber trotzdem bin ich überzeugt, dass mein Mann den Kontakt wollte und nicht mein Vater. Und auch ich wollte den Kontakt zu diesem Gfrast nicht, sondern es war die Sache meines Mannes.
Und ich meinte dann, dass ich mit einem (Halb)bruder halt irgendwie familiär umgehen muss. Hab weggesehen, wenn es um ihr asoziales Verhalten ging.
Hab ihnen auch die Stange gehalten, als mein Mann immer wieder mit dem Halbbruder Konflikte hatte. Aber eines weiß ich jetzt, es war die Sache meines Mannes mit dem Geschwür in Kontakt zu kommen und zu bleiben. "Nein, Ganga, dass kannst du doch nicht machen. Sei nicht so hart zu diesen armen Menschen. Die Frau leidet unter deinem Halbbruder, der muss geholfen werden. ... "
Was soll das?
Und wie ein Über-Ich ist dieses Muss und dieses 'Du kannst doch nicht' dann über mir geschwebt und ich habe einen inneren Konflikt nach dem anderen in mir ausgetragen.

Es geht um die Konsequenz bei mir zu bleiben. Mich ernst zu nehmen und wenn mein Mann meint, dass muss anders sein, dann ist das seine Sache und er soll es für sich manchen.

Wie oft habe ich ihm gesagt, siehst du nicht, was das für Menschen sind und er wurde aggressiv zu mir, wenn ich sie als Gratler bezeichnet habe. Irgendwann fragte ich ihn, ob er sich denn selbst als Gratler begreift, dass er es notwendig hat die anderen so heftig zu verteidigen. Dass hat ihn wohl zum Nachdenken gebracht, weil er seine Aggressivität mir gegenüber dann aufgegeben hat.

Ich bin von meinem Mann hinein theatert worden und auch der Rechtsanwalt hat gemeint, dass es die bessere Strategie ist, einfach das Testament zu ignorieren und den gesetzlichen Erbanspruch durchzuziehen. Ich hätte nicht mittun müssen. Hätte Nein sagen können. Ich will mein eigenes Ding. Jeder soll sich seines selber machen. Und das habe ich nicht getan. Obwohl ich es gewußt habe, dass ich es so machen sollte. Ich habe es gewußt und nicht gemacht und dass ist mein Fehler und meine Verantwortung!

Meine nächste Handlung wird die sein, dass ich ihm sage, dass ich nichts mehr mit ihnen zu tun haben möchte, dass ich die Nase voll habe von ihnen.
Zuerst dachte ich, für diese Entscheidung und die Umsetzung brauche ich Mut, aber dass ist kein Mut, sondern es ist eine Selbstverständlichkeit, das zu machen, was ich für richtig halte.


Ich schütte Asche auf mein Haupt, verteile es auf meinen nackten Körper, wälze mich auf dem Sandboden, greife mir in die Haare, begreife meinen Körper und meine Seele, alles ist grau-schwarz, heule den Mond an, robbe über das Gras zum Feuer und blicke hinein. Es brennt, es verbrennt, wird zur Asche und ist erlöst.








Sonntag, 6. August 2017

Status quo

Hach, jetzt bin ich seit 2 Wochen wieder im Lande. Die erste Woche auf Arbeit hat mein Kopf noch nicht mitgespielt. Wenn jemand etwas von mir wollte, war ich nur desorientiert und konnte geistig nicht umsetzen was jetzt von mir erwartet wird.
Meine ehemalige Klientin und werdende Freundin Violeta stellte fest, dass es besser ist, sie kommt eine Woche später zu mir ins Büro, weil ich gerade doch stark verwirrt bin. Lach. Ist das ein gutes Zeichen, dafür das der Urlaub gelungen ist? Ich gebe mir eindeutig ein JA.

Mittlerweile bin ich geistig aber wieder im Beruf und Nebenjob angekommen. Aber was ist der Beruf, immer bewerte ich ihn als so wichtig, pfh.
Wie läuft es privat?

Tja, etwas schwierig zu sagen.

Wir hatten ja noch sehr warmes Wetter und die Abende waren extrem lau. Also einfach herrlich und ich war jeden Tag im Gastgarten. Eh immer abhängen mit den gleichen Verdächtigen.
Aber einige erhellende Begegnungen gab es auch.

Leider hat sich aber kein neuer Energieaustauschpartner ergeben und mein Mann schwächelt auch gewaltig.

Violeta soll ich endlich besuchen, damit wir entweder am Nachmittag Eis essen gehen oder an ihren freien Tag schick in das Kaffeehaus eines Nobelhotels gehen. Wir beide dann natürlich auch etwas exquisiter. Ich drück mich drum, wieso eigentlich?
Dass ist dann nicht mehr meine Stammkneipe, wo ich abhängen kann. Da muss ich mich dann schon anstrengen.

Leute fragen, wo den der Pharisäer abgeblieben ist? Maria fand die passenden Worte: Der steigt seiner Frau gerade wieder nach.
Sie hat ihn am See getroffen, mit seiner Frau und seinen 2 Schwestern, die übrigens alle beisammen wohnen! Ich lach mich schief.
Da sehe ich schon Zusammenhänge zu seiner ewigen Lügnerei. Der Typ ist zwar älter an Jahren aber in der Entwicklung steht er in den Kinderschuhen.
Und außerdem brauche ich ihm wirklich keine Träne nachweinen, denn außer seinem Stehvermögen war ich die Kreative.

Letzten Montag, ich steige vom Auto aus, winkt mir von der gegenüberliegenden Straßenseite jemand. Das ist doch der Pharisäer!  Winkt mir wie wild, als wenn wir die besten Freunde wären. Hat der sie noch alle?
Ich war verwirrt, habe ihm im weitergehen gegrüßt, dass war's. Maria sagt, wenn er etwas will, dann weiß er wo er uns finden kann.
Stimmt so. Trotzdem irgendwie schräg.

Die Verwandten musste ich auch zwei mal länger sehen. Letzten Dienstag war der Halbbruder beim Mann und sprach ihn auf eine Lebensversicherung vom verstorbenen Vater an, dass gehöre ihm Geld davon. Alter, hast du einen Schaden?
Jedenfalls brauche ich unter diesen Umständen wirklich kein Wort mehr mit dem sprechen.
Vom Homöopathen habe ich ein Mittel bekommen, weil meine Atemnot und der Druck und die Spannungen eindeutig mit diesem G'frast zusammenhängen. Aber, der Kerl ist auch meine Lernaufgabe.


Ich gehe jetzt schlafen, es ist eh schon halb zwölf. Die Zeit vergeht so schnell, wenn ich hier schreibe und morgen läutet der Wecker um 5 Uhr 30, mit dem Ziel, dass ich um 6 Uhr 30 bereits im Büro sitze. Gähn.

In diesem Sinne, gehabt euch wohl, ich wünsche euch einen schönen Tag.



bei Franziska Becker gefunden



Donnerstag, 20. Juli 2017

Verabschiedung von Griechenland

Es ist kurz nach 8 Uhr und wir treten heute die Heimreise an. Gestern haben wir alles zusammen gepackt und ich merke, als ich vorhin aufgestanden bin, dass ich auch im Auto nichts mehr zu tun habe. Die paar Handgriffe noch, wie Küchenrolle in die Fahrerkabine und Föhn und Wasserkocher wegräumen, die Kabelbox wird noch verstaut, ... sind auch gleich erledigt. Der Laptop vom Mann ist in die Bettdecke eingewickelt, unsere Pässe sind da und Geld haben wir auch noch.

Kaffee wird nicht mehr gekocht, wir gehen Frühstücken zu Alexi und genießen mit Wehmut den letzten Blick auf's Meer und die ruhige Beschaulichkeit des Dorfes.




Die Verabschiedung wird wie immer sehr emotional werden. Sowohl von den anderen Campern als auch von der Familie die den Campingplatz betreiben und zur Familie gehören alle, die Putzfrau, die Köchinnen, der Albander der hilft, die Mutter und Antoni und Aristea mit Mann und Kinder.

Auch von den Griechen, die hier Dauercamper sind werden wir herzlich verabschiedet werden. Es ist ein Geküsse und ein Umarmen, dass es nur so eine Freude ist.

Der Campingplatz ist ein Mikrokosmos und wenn einer der Stammgäste ihn verlässt, entsteht eine Lücke. Im nächstes Jahr, wenn wir gesund sind und nichts anderes passiert, sehen wir uns wieder. Ob der Mann und ich wieder herfahren? Im Prinzip ist alles offen, wer weiß, wo es einen hintreiben wird.
Ob wir alle Camper von heuer nächstes Jahr wieder antreffen werden? Man weiß es nicht. Einige sind bereits über 80 Jahre und auch wenn du jünger bist, heißt es nicht, dass du vor dem Tod oder Krankheit gefeit bist. Irgendwann wird's jeden erwischen und bei einigen ist es absehbar, dass es früher ist.

Wir werden über Mazedonien, Serbien, Kroatien und Slowenien nach Hause fahren. Wenn alles gut geht sind wir morgen Abend zu Hause.

Liebe Grüße
Ganga



Dienstag, 18. Juli 2017

Zwei griechische Sängerinnen


Eleftheria Arvanitaki ist ein griechische Sängerin, die ausschließlich in griechischer Sprache singt. Ich finde keine Übersetzung ihrer Texte, weder in englisch noch in deutsch.
Arvanitaki wird dem Genre Pop zugeordnet.



Eleftheria Arvanitaki - Ton Erota rotao


Sie ist 2014 in der Carnegie Hall aufgetreten.





Haris Alexiou ist eine der bekanntesten Sängerinnen Griechenlands
und lebt in Athen.




Haris Alexiou - To Tango Tis Nefelis         




Sorbas, der Grieche

Alexis Sorbas (griechisch Alexi Zorba), der Grieche ist noch nicht in Vergessenheit geraten.
1946, aus der Feder von dem griechischen Schriftsteller Nikos Kazantzakis stammend, wurde die Figur des Alexis Sorbas von Michael Cacoyannis verfilmt.

Alexis Sorbas ist ein autobiographischer Roman von Katzanakis, lediglich die Namen der Protagonisten hat er geändert und den Schauplatz der Handlung nach Kreta verlegt.
Er hat Sorbas, der ein griechischer Bergbauarbeiter war ,1915 kennen gelernt und mit ihm in einer Kohlemine auf dem Peloponnes zusammen gearbeitet. Nachdem es einige Einstürze in der Mine gab, reisten die beiden Anfang der 20er Jahre in den Kaukassus und betrieben ein Projekt zur Rückführung der Pontos-Griechen in ihre Heimat.
Georgius Sorbas, wie er mit richtigem Namen hieß, lies sich in Serbien nieder. Gründete eine Familie und ist in Skopje begraben. Sorbas und Katzanakis standen seit der Kaukassusreise nur mehr in brieflichen Kontakt. Der Tod von Sorbas war für Katzanakis der Auslöser die Erlebnisse der beiden Freunde aufzuschreiben.

Informationen von Wikipedia





Im Zentrum steht die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler und Alexis Sorbas, zwischen einem von Selbstzweifeln geplagten, intellektuellen Verstandesmenschen und einem Lebenskünstler, der seinen Gefühlen und Instinkten vertraut und in völligem Einklang mit sich und der Welt lebt.

Die Handlung dreht sich um eine Kohlemine auf Kreta, um Freundschaft, Liebe, Selbstmord und Lynchjustiz. Sorbas’ Lebensmotto „Das Leben lieben und den Tod nicht fürchten“ ist das Leitmotiv des Romans. Der Autor entwickelt darin seine Philosophie, nach der wahre Freiheit darin besteht, das Leben mit allen Freuden und Katastrophen zu nehmen, wie es ist, zu kämpfen, auch wenn eine Niederlage droht, und das Beste aus jeder Situation zu machen. Dem wird gegenübergestellt die von Aberglaube und traditioneller Frauenverachtung bestimmte dörfliche Mentalität als Beispiel für seelische Unfreiheit und Entfremdung.

Quelle: Wikipedia


Ich selbst habe den Film nur in Ausschnitten gesehen, ist aber schon lange her und ich kann mich nicht mehr daran erinnern.
Aber die Legende lebt.
Eigentlich ein Klassiker, wie "Der alte Mann und das Meer".


Montag, 17. Juli 2017

Griechischer Alltag


Der Mann von Cosmote Griechenland versucht die Telefon- und Internetverbindung ins Dorf wieder herzustellen. Dürfte aber nicht erfolgreich gewesen sein, den seit einigen Tagen bekommen wir die Internet- und Telefonverbindung über Vodafon Griechenland.
Cosmote ist übrigens eine Firma der deutschen Telekom.



Hauptstraße durch's Dorf.



Wie man sieht befindet sich auch der Zählerkasten für Internet und Telefonie hier.
In dieser Form wäre das undenkbar bei uns.
Und trotzdem haben wir nicht weniger Verbindungsausfälle als bei uns zu Hause.



*

Ich habe bereits darüber geschrieben, dass hier alte Menschen mit ihren Gehhilfen im Meer unterwegs sind. Das kann nur guttun.


*

Ein Leben auf dem Lande. Es ist aber ein schönes Haus wohlgemerkt.
Blumen siehst du überall, auch oft in die großen Dosen von eingelegtem Gemüse gepflanzt.


*

Und überall findet man Katzen.



Mal mehr, mal weniger scheu.


*

Und natürlich griechische Köstlichkeiten. Das ist ein griechischer Kaffee, groß und ohne Zucker, sketo. Er hat eine wunderbare leicht bittere Note, die nach Kakao schmeckt.
Das Gebäck dazu ist einmalig. Griechen lieben sowohl cremiges mit Vanille und Kakao als Törtchen oder trockene Kekse mit Pistazien, gezuckertem Curry, Kekse ähnlich der Madeleines, ... ich liebe diese Kekse, alle, ich habe noch keine Geschmacksrichtung gegessen, die mir nicht schmeckte. Ich könnte mich praktisch täglich davon ernähren, was ich mir aber verkneife. Seufz.



*

Ich möchte das Vollmondfoto noch zeigen, weil's einfach schön war.


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Alexi Zorba, unvergessen.



*

Trauer:

Ein Freund von uns, mit dem wir uns hier auf dem Campingplatz treffen wollten, ist leider verstorben. Wir waren kurz vor unserem Urlaub noch mit ihm und der Familie in Kontakt. Sein Bruder ist hier bei uns am Campingplatz.
Was ich persönlich sehr tragisch finde ist, dass ihm in einer Notoperation noch einen Teil des Fußes abgenommen wurde und ihm während dieser Op auch einen künstlichen Darmausgang gelegt wurde und die Ärzte ihm 10 cm vom Darm noch rausschnitten.
Nach der Operation wurde er ins künstliche Koma versetzt und einige Tagen später wurde er wieder aus dem Tiefschlaf geholt.
Ich mag mir gar nicht vorstellen was für ein Schock es ist, wenn du feststellst, dass du einen Seitenausgang hast und dir ein Teil des Fußes fehlt.
Die Familie hat unvorstellbares gelitten.
Letztendlich starb er vor einer Woche an einer Lungenembolie.

Ich weiß nicht wie ich in dieser Situation entscheiden würde, aber ich habe mich so über die Ärzte aufgeregt, weil sie einem schwer kranken Menschen diese Operationen noch antun. Ich unterstelle ihnen, dass sie eine bestimmte Anzahl von Operationen für ihre Facharztausbildung brauchen und auch das Krankenhaus muss wegen der Fördermittel genug Operationen nachweisen. Otto kam ihnen da genau recht. Und als Familie stehst du ja so und so unter Schock und kannst im Prinzip nicht wirklich eine Entscheidung treffen.

Otto ist 58 Jahre geworden, kein Alter, und es hinterlässt große Betroffenheit hier bei uns am Campingplatz. Ein Kranz wurde von uns angeschafft, da sich hier ein buntes Volk trifft bekam die Familie gemalte Karten, eine geschmiedete Laterne und Anteilnahme.
Der Bruder Alfred ist gestern wieder in Thesaloniki gelandet. Ich meine, dass diese gemeinsame Trauerarbeiten für alle gut ist.

Ich sag mal auch wenn im Urlaub ein Teil mehr heile Welt sein kann als im Alltag zu Hause, das Leben bleibt nicht stehen.