Seiten

Dienstag, 20. Juni 2017

Ganga und ihre Mutter

Das habe ich noch gar nicht erzählt.

Für meine Mutter ist es das Hauptthema, wenn sie mich sieht oder am Telefon mit mir spricht, dass ich 'so stark bin und abnehmen soll'. Auch den Mann belästigt sie mit diesem Thema immer wieder. Der ist schon derartig böse auf sie, aber es hilft alles nichts, sie lässt von dem Thema nicht und nicht ab.
Sie erzählt immer wieder von diesen und jenen Bekannten, die dick waren und abgenommen haben und wie sie das angestellt haben. Dieses und jenes soll ich auch machen, weil ich gar so stark bin.

Erst bei unserem letzten Telefonat vor einigen Tagen, ist mir klar geworden, was bei ihr los ist.

Dazu muss man wissen, dass sie mindestens 30 Kilo in den letzten Jahren abgenommen hat. Sie wiegt jetzt circa 42 Kilo auf eine Größe von 168 cm. Und ihre Gedanken kreisen ständig um das Essen. Sie erzählt jedes mal, dass sie so viel isst, aber trotzdem nicht dicker wird.

Interessiert dass wen, ich sag mal nicht wirklich.

Meine Strategie, bei dem letzten Gespräch war die, dass ich immer, wenn sie über mein Gewicht sprach damit dagegen hielt, dass sie unbedingt mehr essen muss, weil sie stark abgemagert ist und bereits im Gesicht extrem hager aussieht. So wenig Gewicht, wie sie hat, ist auch gesundheitlich bedenklich, vor allem da ich davon ausgehe, dass sie zu wenig isst und weiter abnehmen wird. Also sie muss unbedingt mehr essen.
Sie meinte, dass ich wohl alles besser wisse.

Im Laufe dieses Gespräches bemerkte sie empört, dass sie keine Magersucht habe, sie habe nämlich Osteoporose und da wird man dann so schlank.

Und auf einmal fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Magersucht, dass ist es. Darum das ständige Kreisen ums Essen, die große Sorge, dass sie zu dick wird. Ja nicht zu viel essen.
Und sie belästigt ja nicht nur mich mit dem Thema Essen und dick sein, sondern auch ihr Bekannten.
Die Frau hat eine Essstörung, deswegen ständig das Thema.
Und ich bin mir sicher, dass einer ihrer Ärzte sie auf Magersucht angesprochen hat, denn von alleine käme sie nie darauf.

Wie ich damit umgehen werde, weiß ich noch nicht. Zumal sie sehr ignorant und nicht gewillt ist aus ihrer Welt herauszutreten.

Und ich wollte im Prinzip nur meine Ruhe vor ihr haben.

Grundsätzlich meine ich, dass es ihre Angelegenheit sei. Sie spricht ja immer wieder davon, dass sie sich zum Sterben vorbereite, sie will nicht mehr viel älter werden. Tja, darum rennt sie wohl auch so viel zu den Ärzten, weil sie Angst um ihr dalkerts Leben hat.
Ich war böse und meinte zu ihr, dass sie sich wegen dem Sterben keine Sorgen machen braucht, denn die, die von den Engeln geliebt werden, werden schon in frühen Jahren abgeholt von ihnen.






Dienstag, 13. Juni 2017

Er hat nur geringe Spuren hinterlassen

Ruft mich der Halbbruder an, weil er bemerkt hat, dass der einjährige Mietvertrag der Mieterin mit Ende Mai ausgelaufen ist.
Ja, dass war mir bewusst, aber es ist mir egal, denn ich bin froh, dass die Mieterin überhaupt bei uns wohnt. Und jetzt ist der Mietvertrag automatisch auf ein dreijähriges Mietverhältnis übergegangen.
Sie will weiter im Haus wohnen, damit ist alles in Ordnung.

Mit einschmeichelnder Stimme hat er zu mir gesprochen.
Ich sehe eigentlich keinen Bedarf eines zusätzlichen Kontaktes mit ihm.
Ja, man kann den Mietvertrag formal verlängern, muss aber nicht.

"Aber wir brauchen ein Schriftstück von ihr, denn wenn es Probleme gibt, können wir uns darauf berufen."
Alles Schmafu, um das geht es ihm doch nicht.

Er will einfach wieder lästig sein. Aufmerksamkeit auf sich lenken. Kontakt erzwingen. Informationen bekommen.
Ich merke es im Gespräch ganz genau. Die einschmeichelnde Stimme mit der er spricht, die sanften Erklärungen, wie wichtig dass es ist, einen gültigen Mietvertrag zu haben; Alter, ich weiß, dass der Mietvertrag grundsätzlich noch immer gültig ist, und du weißt es auch; du dämliches Unschuldslamm.

Ich zu Ihm: "Ruf Ivona an, und sag mir, wann wir uns deswegen zusammensitzen."
Er ist irritiert. Wieso ist er irritiert, dass ist doch eine klare Sache. Wenn dir was wichtig ist, dann mach es. Teile mir mit wann und wo.
Irgendetwas kann er nicht fassen. Er druckst herum, wie wichtig der Mietvertrag ist, ...... kein Interesse meinerseits, denn es ist alles schon gesagt.
"Ruf mich an, wann wir uns treffen."
Wieder ein stummes Stocken im Gesprächsverlauf.
Ich sehe keinen Bedarf andere Worte zu bemühen.
"Ähm ja, mache ich."
Pfiat di.

Treffe ich zwei Tage später die Ivona, spricht sie mich auf den Anruf vom HB an. Ihr war sein Anruf nicht wirklich geheuer und es tauchte die Frage bei ihr auf, was er von ihr will. Sie spürt es intuitiv, dass es um anderes geht.

Ja, am Dienstag (also heute) um 15 Uhr hat sie gut Zeit.
Die Sache ist für uns beide geritzt.

Ich gehe davon aus, dass mich der HB anrufen wird um mir zu sagen wann wir uns treffen, da mische ich mich nicht ein 😏

Gestern Abend sitze ich mit Ivona zusammen, ihr Freund ist diese Woche auf Besuch bei ihr. Ich bekomme mit, dass sie am Dienstag zu einer Geburtstagsfeier eingeladen ist.
Sie fragt mich, ob wir unseren Termin am Dienstag verschieben können, weil sie kann an diesem Tag nicht. Entweder auf nächsten Dienstag oder auf nach meinem Urlaub.
Nächste Woche bin ich nicht da, also Ende Juli. Ist das einfachste.

Und so ruft mich heute der HB um 13 Uhr 34 an, dass "die gute Dame heute keine Zeit hat, weil sie muss auf eine Geburtstagsfeier gehen und die ist ihr scheint's wichtiger als das Treffen mit uns".
Ja, da hat sie vollkommen recht.
Ich bin auch froh, dass mir das heute erspart bleibt.
Das hätte mir noch gefehlt, diese Bagage zu treffen.
Nach der Sache mit dem Schlafen im Auto vorm Eingang des Gasthauses vor ca. 2 Wochen habe ich sie nicht mehr gesehen.

Letzten Donnerstag Abend, Werner und Peter kommen regelmäßig nach ihrer Schichtarbeit, bemerke ich, dass Maria, die Wirtin, eilig durchs Gastzimmer läuft und hinaus huscht. Sie merkt es, das ich sie verwundert ansehe.
Und jetzt muss ich lachen, sperren die beiden Wirtsleute doch glatt die Türe zu, wenn am späten Abend die letzten Stammgäste gekommen sind, damit die drei Gestalten nicht hereinkommen und lästig werden können. Hubert erzählt mir, dass er zwei Mal beobachtet hat, wie die Stinker Dienstag und Donnerstag so um 22 Uhr 30 zur Eingangstür gekommen sind und hinein wollten. Die Haustüre war aber bereits zugesperrt. Die Vorhänge sind um diese Uhrzeit auch zugezogen und was sich drinnen abspielt, weiß man nicht.
Die Maria regt sich auf, weil angetrunken haben sie sich woanders, meistens im Bräuhaus, und dann kommen sie um halb Elf noch zu ihr und wollen was zu essen haben.  Die sollen Heim fahren, sind eh schon den ganzen Abend unterwegs, da brauchen sie nicht auch noch bei ihr einzukehren und lästig werden.
Recht hat sie.
Ich bin froh, weil es ist nicht fein, wenn ich jemanden so demonstrativ ignorieren musst.




Samstag, 10. Juni 2017

Oldtimer-Ausstellung


Der Vorläufer des E-Bikes.


Foto: Ganga



Noch nicht Elektro, dafür Benzin.
Wenn du gemeint hast, es geht nicht mehr, hast du den Motor dazu geschalten
und ab ist es gegangen mit 1er Pferdestärke. 



Mit so einem Motorrad war man in den 70ern schon wer.



Foto: Ganga

Ein junger Mann, den ich angeschmachtet habe, hatte genau so eine Comet.
Und wie lässig er darauf gesessen ist.
Ich nicht, es ist nichts aus uns geworden.
Bald hab ich schon gesagt "zum Glück".


Ein schneidiger junger Mann.


Foto: Ganga aus ihrem Fundus

Ja, da hast du schon die Mädels beeindruckt.
Der Großvater und sein ganzer Stolz.





Und ausgerüstet war frau mit einer stilechten Tasche und einer Karbidlampe.
Für mich wäre das ja nichts, den ich bevorzuge die flottere Variante.


Ein Ford Mustang, in Rot, natürlich.






Mittwoch, 7. Juni 2017

Selbstliebe

Mir bringt das folgende Video immer wieder zum Schmunzeln und ich kann sagen, ich habe Guildo Horn für mich entdeckt. Lach.




Ich konnte es nicht lassen und habe dem Pharisäer am 25.05.2017 eine Nachricht gesendet:
"Was gibt es Schönes bei dir, wie geht's."
Er hat sie wohl am 26.05. geöffnet, aber nicht beantwortet.

Ich denke an dich Clara, du hast es mir gesagt: "Erwarte keine Antwort". Ja, es ist so. Und doch habe ich es nochmals gebraucht, dass ich ihn anschreibe und sehe wo ich stehe.

Ich bin überzeugt, dass das eigentliche Thema die Selbstliebe ist.
Es ist ein uraltes Muster, dass sich hier gezeigt hat.
Ich musste der Liebe immer nachlaufen und habe sie doch nur bedingt bekommen.
Das gleiche Muster hat sich jetzt in der Geschichte mit Hans abgespielt.
Aber haarscharf gleich.

Jetzt hat mir der Pharisäer doch glatt eine Veränderungsmöglichkeit aufgezeigt. Dankbar bin ich ihm dafür aber nicht, dass würde mir zu weit in den Masochismus gehen.

Ich möchte gut behandelt werden. Das heißt dann auch, dass ich von mir selbst ein Bild habe, wie ich und andere Menschen mit mir umgehen dürfen.
Das ist für mich sehr schwer zu begreifen
und dann erst die Umsetzung, dass kann ja noch heiter werden.
Aber ich bin mir sicher, dass ich noch genug Übungsobjekte und -situationen treffen
und erleben werde.

Ich kann mir vorstellen, wenn man die eigene Wertschätzung wirklich umsetzt, dann konzentriert man sich so auf die Menschen, die einen wirklich von Herzen mögen,
dass man die andere nicht mal mehr wahrnimmt.

Und diese falschen Fuffziger, die lerne ich auch noch zu entlarven.
Hah.



Sonntag, 28. Mai 2017

Der Halbbruder - Der Stalker: Co-Abhängigkeit

Das habe ich noch gar nicht erzählt.
Der Stalker, der HB, ist wieder aufgetaucht. Stolziert da mit seiner Holden ins Lokal. Kann er schon, dieses Aas, dass meint, das er von mir noch Geld zu bekommen hat. Vor allem Geld, dass uns ja gar nicht gehört, denn das Gericht wird entscheiden, wem, wie viel zugesprochen werden wird.

Und weil neben mir Platz ist, setzen sie sich an eine meiner Seiten. An der anderen habe ich Menschen sitzen, mit denen ich mich gerade gut unterhalte. Also die eine Seite fühlt sich warm an und die andere kalt und immer kälter. Aber auch die Abwehr ist schon zu viel an Aufmerksamkeit.

'Ganga, du hast nichts gemeinsam mit diesem Menschen. Ihr habt wohl denselben Vater, aber dann hört die Gemeinsamkeit auch schon auf. Nicht einmal eine Ähnlichkeit besteht. Und auch keine Verpflichtung dich mit ihm zu unterhalten. Die Erwartungen eines anderen sind seine Sache und es ist deine Angelegenheit ob du darauf eingehen willst oder nicht und in diesem Fall willst du es nicht. Dass er sich zurückgewiesen vorkommt, kannst du verstehen. Damit hat sich die Angelegenheit für dich.'

Er startet Versuche, meine Aufmerksamkeit zu bekommen, indem er beginnt von seinem Traktor zu erzählen.
Ganz schlechtes Thema.
Das Ohr auf meiner rechten Seite ist zu.

Es finden sich der Franz und der Hans, die notgedrungen bei ihnen zum Sitzen kommen. Ich weiß es, dass sie meinen, höflich sein zu müssen, und man weiß, Quatscher gibt es immer und überall. Die hält man auch noch aus, wenn man nicht zufällig Ganga und ihr Stalker ist.
Auf einmal rempelt mich Michi an und sagt, hej, die Frau schläft. Stimmt, sie schläft, der Kopf sinkt ihr auf die Brust, dann reißt es sie wieder, sie richtet sich auf, bis zur nächsten Schlafattacke. Das geht noch eine lange Zeit so. Michi und Mirella beobachten die Sache gespannt, denn das sieht man selten, dass eine im Wirtshaus schläft, ohne dass sie schwer betrunken ist.
Dem HB ist es wurscht, dass seine Liebste müde ist und nach Hause gehört, ihr möglicherweise auch. Wenn ich an die Vermüllung der Wohnung denke, schläft es sich möglicherweise hier besser.

Der HB meint wohl, dass er sich gut unterhält und so einen Platz in der Gruppe hat.
'Da hast du dich aber getäuscht, denn gerade diese Aktion bestätigt die Gäste wieder darin, welch ein Stinkhaufen, dass du bist. Außerdem sprechen zwei absoluten Familienmenschen, die für ihre Frauen und die Kinder alles tun, mit dir.'
Und die Anderen, die dich und deine Holde beobachten, sind ebenfalls nette Menschen.

Wieder werde ich angerempelt: "Sie steht auf". Aha.
Und dann kommt sie nicht mehr. Ich registriere es selbst nicht, aber die Beiden haben Unterhaltungswert für die restlichen Stammgäste.
Und weil die Frau nicht hereinkommt, beschließt Michi, nachschauen zu gehen. Er kommt kopfschüttelnd wieder herein.
"Sie schläft im Auto."
Den anderen war das schon klar. Mich erschreckt es und es erinnert mich an ihren Buben, wo sie meinte, ja wenn es ihm nicht passt, muss er halt ins Auto gehen. Auch im Winter, ohne Standheizung!
Mich trifft die Erkenntnis: Ich bin ein Nichts und du bist Alles. Mein Junge und ich sind nichts wert, unsere Bedürfnisse gibt es nicht, nur dich und das was du willst, zählt.
Sie stellt den Jungen auf ihre Ebene, darum behandelt sie ihn auch so schändlich.

Ich sehe sie auf dem Fahrersitz sitzen, mit vor der Brust verknoteten Armen, der Kopf lehnt an der Seitenscheibe und sie schläft. Direkt vor dem Wirtshauseingang, noch dazu mit der Schnauze nach vorne. Jeder kann sie sehen, das Licht vom Vorraum strahlt sie durch die Glastüre an.
Das ist bitter.

Der HB wird auf seine Lebensgefährtin angesprochen. "Ja die wird im Auto sein", sagt er ungerührt.
'Mach nur so weiter, dein Beliebtheitswert steigt gerade.'
Ich bekomme mit, dass er irgendwann aufsteht und geht.
Den Spott haben die Beiden auf ihrer Seite.

Ich muss sagen, dass sind wirklich üble Menschen. Da gibt es nur eines, nämlich fernhalten.



Bienen auf Besuch





Wir haben sommerliche Temperaturen
und die Bienen (wenn es denn eine ist)
kommen zu den Blüten
Ich bekomme keine Angst, wenn diese Flieger an mir vorbei ziehen.
Von mir wollen sie nichts,
dafür bin ich nicht süß genug.





Samstag, 27. Mai 2017

Liebesdinge im Dorf

Eine Bekannte von mir musste am Montag ihren Hund einschläfern lassen. Die Tierärztin ist zu ihnen nach Hause gekommen und hat Hypo im Garten auf der Wiese die beiden Spritzen gegeben. Zum Glück gibt es bei uns mittlerweile die Möglichkeit das Haustier in einem Tierkrematorium verbrennen zu lassen.
Um Anke beizustehen, bin ich am Donnerstag bei ihr auf Besuch gewesen.
Sie fragte mich, ob sie mir was erzählen darf, was sie sehr belastet.

In den letzten Tagen hatte sie immer wieder Besuch von den Familienmitgliedern ihres Mannes. Alle waren ganz lieb zu ihnen.
Am Mittwoch kommt die Lebensgefährtin des Schwagers zu ihr und bricht dann bei ihr in der Küche zusammen. Liegt am Boden, ringt nach Luft, und wird von Heulkrämpfen geschüttelt.
Tanja hat die Anke mal vom Boden aufgeklaubt und sie auf's Sofa gesetzt.

In meiner Kneippe war für einige Wochen eine slowenische Aushilfskraft, die letzten Freitag wieder nach Hause gefahren ist. Mirella war schon letztes Jahr zwei Mal da und über Weihnachten und Neujahr bis in den Jänner hinein auch.
Privat hat sie Anschluß gesucht, auch bei mir. Aber, obwohl ich ein kommunikativer Mensch bin und auch einen Stammtisch locker alleine unterhalte, lasse ich nicht leicht jemanden an mich heran. Mirella  ist mir körperlich viel zu nahe gekommen, denn ich mag es nicht, wenn ich eine Frau die ich nicht kenne, nur mehr 10 Zentimeter von meiner Nase entfernt habe. Auch interessieren mich keine fremden Familienfotos. Zu schnell, zu viel Freundschaft.
Ich habe bei ihren letzten Aufenthalten mitbekommen, dass sie sich mit anderen Gästen gut unterhalten hat. Am Abend hat sich eine kleine Frauenrunde aus Irina, Anke und Mirella gebildet. Die Männer der anderen beiden Frauen sind im Laufe des Abends auch mal dazu gekommen.  
Sie waren miteinander auf einem Brauereifest und What's App ist auch nicht zur Ruhe gekommen. .

Mir schickt keiner What's App Nachrichten, ich bin einfach sperriger.


Die Zeit die sie jetzt hier war, war anders. Sie ist bei mir am Tisch gesessen, hatte einen vernünftigen Abstand zu mir gehalten und wir hatten mit der ganzen Bande eine Menge Spaß.
Klar habe ich mitbekommen, dass sich einige Männer um sie bemüht haben, aber da habe ich mir nichts dabei gedacht. Und auch bei den jüngeren Exemplaren habe ich den Spaß gesehen.
Sie hat einen frischen Wind hereingebracht, auch bei mir. Und ich sag mal, so eine jüngere Frau ist halt einmal ein Magnet.
Ja, mir ist aufgefallen, dass dieses mal keine Drei-Mädels-Clique mehr zusammensitzt.

Zu Anfangs mochte ich sie ja dieses Mal auch noch nicht. Auch weil ich diesen Spruch von ihr nicht wollte "Ja, dann heirate mich".
Sie möchte unbedingt in Österreich bleiben. Was will sie dann von diesem und jenem habe ich zu Maria, der Wirtin, noch vor einigen Wochen gesagt, die sind ja verheiratet.

Und darum sitzt jetzt die Anke bei der Tanja auf dem Sofa und hört nicht mehr auf zum Weinen.

Dass Franz zu seiner Anke seit Monaten (oder Jahren, wer weiß es), garstig ist, merke ich. Er macht blöde Bemerkungen zu ihr, meint sie läuft ihm nach, soll sich doch alleine beschäftigen, wenn er aufsteht, muss sie mitgehen, er meint zu ihr, dass sie ihre Koffer packen kann, wenn sie anderer Meinung ist, ....
Franz ist Jäger und als Anke ihn kennengelernt hat, hat sie sich auch für die Jagd interessiert und legte sogar die Jagdprüfung ab. Dadurch ist sie viel mit ihm unterwegs. Im Prinzip ein kluger Schachzug, du schaffst gemeinsame Interessen.

Ja, ich habe im Winter auch gesehen, dass der Franz die Mirella angefasst hat und sie sich dabei ihm wohlig entgegen gerekelt hat, aber mei, dass heißt für mich nicht, dass er zu seiner Lebensgefährtin böse und abwertend sein muss.
Aufgefallen ist es mir, dass die Anke in wenigen Wochen stark abgenommen hat. Sie bekommt nichts mehr hinunter, erzählte sie der Tanja. 20 Kilo sind es bereits.
Letzte Woche, als sie einmal früher von der Arbeit nach Hause gekommen ist, sah sie das Auto vom Franz vor der Kneipe stehen. Sie bog auch ein, denn auf einen Kaffee kann man immer mal gehen. Betritt das Lokal, herrscht der Franz sie an, ob sie ihn kontrolliert. So erfuhr sie, dass er sich von Montag bis Freitag frei genommen hat und ab in der Früh im Wirtshaus gesessen ist. Zum Frühstücken war er dort, zu Mittag.
Mich erinnert es an die alten Sitten und Bräuche, früher hieß das "Kellnerin abpassen". Da hat es immer ein paar gegeben, die stundenlang darauf gewartet haben, dass die Kellnerin auf Zimmerstunde geht und sie mitnimmt. Getränke haben sie ihr bezahlt, aber gegangen ist meistens eh nichts.

Die Anke erzählt, dass der Franz in der Nacht mit dem Auto durchs Dorf fährt und nachsieht, ob bei der Mirella im Zimmer Licht brennt. Auch wenn sie, Anke im Auto sitzt, dreht er den Kopf und blickt zum Fenster hinauf.
Ich schüttle den Kopf. Haben wir hier noch einen Stalker.

Wer weiß, was zwischen diesen Menschen wirklich los ist. Ist es so, dass die Mirella und der Franz ein Pantscherl haben, oder wünscht er sich das nur.
Vielleicht sitzt sein Hirn gerade einige Etagen tiefer.
Mirella ist eine junge Frau, wer will da was sagen, wenn sich Liebhaber anbieten.

Ich habe auch die Vermutung, dass der Franz überhaupt ein wenig empathischer Mann ist.

Tanja meint, dass es für Anke gesundheitsschädlich ist, wenn sie länger beim Franz wohnen bleibt. Sie meint auch, dass Anke so nicht mit sich umgehen lassen soll. Sie kocht, putzt dem Kerl seine Wohnung, wäscht seine Wäsche und dann ist er so abwertend zu ihr. "Schau an, wie fett du geworden bist", "Ich bestimme, was wie gemacht wird", ....

Wenn sie knapp davor ist, dass sie geht, dann wird er wieder netter zu ihr.
Die Hoffnung stirbt erst zuletzt und wer weiß, welche unerfüllten Wünsche und Bedürfnisse sie hat und in ihm sucht und er gibt es ihr nicht.
Das ist doch gerade das eigene Thema!?

Jedenfalls meinte sie zu Tanja, dass Mirella im Juli wieder kommt und sie sich den Juni und Juli mit Franz anschauen wird. Sie kann zu ihren Eltern gehen.

Ich habe die Theorie, dass auch der Franz von der Liebe (Liebeslieder hört er am liebsten!) träumt, aber sich diese nicht erfüllen kann. Er verhält sich wie sein verhasster Vater, der mit der Mutter schändlichst umgegangen ist bis diese nicht mehr konnte und sich im Stall aufgehängt hat. Wenn er sich seiner Geschichte und dem Schmerz stellen würde, könnte er sich möglicherweise seinen Wunsch nach der Liebe erfüllen und müßte nicht davon laufen. Leider gibt es da halt seine Freundinnen, die nicht verstehen was los ist.
Mittlerweile bin ich überzeugt, dass im Prinzip dieser Mann viel mehr leidet als die weggestoßenen Frauen.
Ich meine auch, dass es darum geht, dass Frau genug Selbstliebe braucht, einen solchen Typen hinter sich zu lassen. Das die Liebe zu sich selbst größer ist, als die Liebe zu einem anderen.
Auch wieder Entwicklungsarbeit.


Cartoon von Franziska Becker


Dienstag, 23. Mai 2017

Gänseblümchen, wie es ist


Foto: Ganga


Aber das Gänseblümchen hat doch gesagt, du liebst mich…



Wie oft haben wir Kinder dieses Spiel gespielt "Er liebt mich, er liebt mich nicht,...." Schon damals ist nichts gscheites herausgekommen.


Sentimentalitäten

Heute ist ein etwas sentimentaler Tag für mich. Ich denke immer wieder an den kurzfristigen Mann und frage mich, was da los war. Nur eine Antwort bekomme ich nicht und dass ich ihn kontaktiere und ihn dass frage, dafür bin ich mir mittlerweile zu stolz. Danke Clara! 
Denn ich meine, dass ich keine ehrliche Antwort von ihm bekommen werde. Obwohl mir das lieb wäre.
So habe ich das Gefühl, dass ich ein Buch schließen soll. Da schlage ich dann das Kreuz drüber und verstaue es in meinem Regal.
Und trotzdem habe ich es noch nicht überwunden, frage mich ...

Ich weiß im Prinzip bis heute nicht was da bei ihm los war. Da wirbt der Kerl zwei Jahre um mich und als ich mich ihm dann zuwende, ihn beginne ernst zu nehmen, mich auf ihn einlasse ziert er sich wie ein junges Mädchen.
"Der liagt ja."
Ich habe es gehört was die anderen grundsätzlich über ihn sagen, aber ich war schon zu sehr in seine Phantasien verstrickt.
Er ist ein Mann mit sehr ausgeprägter Vorstellungskraft und ich habe mich mitnehmen lassen von ihm.
Es hat einfach viele Ähnlichkeiten gegeben und ich wurde immer neugieriger. Ich wollte es wissen, wollte ihn auskosten. Habe ich auch.
Ganga, du hast mich gef.... Ja, du hast mich alleine durch deine Präsenz so verrückt gemacht, dass ich in einen Taumel geraten bin und ich war mir so sicher, dass es dir auch so gegangen ist und du dieses Erleben wieder haben wolltest, so wie ich. 

Du hast mir versichert, dass ich dich interessiere, aber du verhältst dich nicht danach. Du bist seit Wochen abgetaucht, keiner sieht mehr etwas von dir, ich weiß, dass du in deiner Hütte im Wald sitzt, dich manchmal Leute besuchen. Ich versteh einfach nicht was da los ist.

Ich bin versucht eine What's App Nachricht zu schicken mit dem Text: "Hallo Hans, ich möchte dich fragen, was los ist. Bist wirklich der Pharisäer, als den dich die Leute beschreiben oder ist da doch ein anderer Kern. Ich finde es schade, dass du mir die rote Karte zeigst, zumindest die gelbe und weil ich ein neugieriger Mensch bin, interessiert es mich, wieso. Traust dich das zu sagen oder nicht? Einen Versuch das herauszufinden ist es mir wert, weil ich bin ein kommunikativer Mensch, Ganga
Ich schicke sie nicht ab.
Morgen wird es mir wieder besser gehen.
Ich hab wohl einen Vogel gerade.


Mittwoch, 17. Mai 2017

Blumenwiese

Endlich ein warmes Wetter, warme Luft zum Atmen. Die Brombeerblüten duften so süß.



















Jeden Tag wie der Frühling erwachen: Mit Sonne im Herzen, mit
Schmetterlingen im Bauch und mit der Luste und Laune
einer ganzen Blumenwiese.

                                                                        Jochen Mariss

Sonntag, 14. Mai 2017

Vorbereitende Tagsatzung

Letzten Mittwoch hatte wir, der Halbbruder und ich die vorbereitende Tagsatzung auf dem Bezirksgericht. Ich dachte es ist schon das Landesgericht, aber so weit sind wir noch nicht.

Der Tag hat schon schräg begonnen. Ich habe eine Route gewählt, die mich durch das halbe Innviertel gebracht hat. Eine Sightseeing Tour war das. Und durch lauter kleine Dörfer, wo ich höchstens 50 Km/h fahren durfte. Und ständig Abzweigungen, mich hat gewundert, dass ich mich nur ein Mal verfahren hatte. Ich dachte mir, ich komme nicht mehr an.


In der Stadt bin ich dann doch rechtzeitig gelandet.
Der Anwalt hat mir eine gute Beschreibung vom Weg zum Bezirksgericht gegeben.

Drei Mal bin ich daran vorbei gefahren, weil nirgends Bezírksgericht draufgestanden ist. Wenn ich den Bau ansehe, kann man es sich zwar denken.




Ich bin in gespannter Stimmung hingegangen. Nicht nur wegen der Pflegerin, sondern auch wegen diesem Anhang von Halbbruder.
Wie wird es sein, wenn ich auf ihn treffe? Gerade nach dem letzten Mal, wo er meinte noch Geld von mir zu bekommen!!
Hoffentlich haben sich die Beiden gewaschen und saubere Kleidung angezogen! Ich hab es einfach das letzte Mal nicht gebracht, dass ich ihnen sage, sie sollen sich dem Anlass entsprechend kleiden. Grundsätzlich meine ich, sie wissen, wie das geht mit sauberer Kleidung.
Mit dem Gericht haben die Beiden ja schon einiges zu tun gehabt, nicht nur wegen dem Jungen, sondern auch wegen Nachbarschaftsstreitereien, wegen Führerscheinabnahme, und anderen Dingen, die ich zum Glück nicht weiß.
Oh Göttin, mit was für Menschen habe ich es hier zu tun? Mein Klientel ist nicht so verwahrlost.
Der Rechtsanwalt, hat ihm ja nahegelegt, dass es ihn bei dieser vorbereitenden Tagsatzung nicht braucht, aber er will unbedingt überall immer dabei sein, dieser Gratler und Stalker.

Er ist natürlich mit seiner Lebensgefährtin aufgetaucht. Wie die beiden daher gekommen sind, es war unglaublich. Der Mann hatte seine übliche Hose und den Pullover an, vorne die gesamte Speisekarte und was sonst noch alles. Stolz war er, dass er beim Friseur war. Alter, du kannst mich mal.
Sie hatte ihre Jeans an, die rechts und links am Bauch jeweils einen klaffenden Riss hat und man die Unterhose sehen kann. Darüber ein T-Shirt und eine Fleece-Jacke in giftgrün. Verschmutzt wie immer.
An den Füßen hatte sie giftgrüne Socken, die ihr zu klein waren und die halbe Ferse zeigten, farblich haben sie aber zu ihrem Styling gepasst. Statt Schuhe hatte sie offene Hauspatschen an.
Ich muss sagen, sie ist zwar fett aber ich bin auch eine fette Frau und ich weiß, dass sie noch immer bei den Versandhäusern Kleidung in ihrer Größe bekommen könnte, wenn sie möchte.
Als er neben mir gesessen ist, habe ich mich mal kurz zu ihm gewandt, weil er mir etwas gesagt hat. Der Typ hat aus dem Maul gestunken, ein Aschenbecher ist Dreck dagegen. Der hat sich sein Maul sicher noch nie mit etwas anderem gespült als mit Alkohol und anderem Dreck.

Die Stimmung ist angespannt zwischen uns, sie möchten zu mir den Kontakt und ich blocke ab.
Ich meine, wenn Menschen sich mir und meinem Mann gegenüber so schlecht benehmen, dass diese Menschen es nicht verdient haben, dass man sich ihnen noch zuwendet. So kann er mit seiner Frau umgehen, aber nicht mit mir.
Ich bin nicht sein Opfer.

Die Tagsatzung selbst war spannend. Wir haben einen Richter, der sich in den Fall genau einarbeitet. Er hat einen großen Schreibblock vor sich liegen und macht sich Notizen, auf die er zu sprechen kommt.
Viel hängt ja vom psychiatrischen/neurologischen Gutachten ab, eigentlich alles, denn der Richter wird sich dem Gutachter anschließen. Er meinte, dass es im Bundesland selbst nur zwei Gutachter gibt, die dafür in Frage kommen. Beide haben aus Kapazitätsgründen abgewunken. Der Gutachter aus Salzburg hat ebenfalls abgesagt. Weshalb er einen Gutachter aus Villach bestellt hat.
Was bei dem gegnerischen Anwalt Unbehagen und Widerspruch auslöste.
Der Richter hat uns alle gefragt, ob wir uns eine Einigung vorstellen können. Wir haben der Pflegerin ein mehr als gutes Angebot gemacht. Wenn man nämlich die Kosten für das ganze Begräbis und die offen gewesenen Forderungen, die Pflichtteile von mir und dem HB abzieht, kommt man auch fast auf diese Summe. Aber Nein, dass kann sie sich nicht vorstellen. Ihr Anwalt hat auch noch nachgesetzt und die Summe von 214 Euro Rückzahlung vom Pflegeheim und 156 Euro Taschengeld, die der Vater beim Tod in seiner Brieftasche hatte, gefordert. Ich sag euch, das war absurd.

Sie hat auch ihre Tochter als Zeugin angeführt, dass mein Vater einen Tag vor der Testamentsunterzeichnung noch klar im Kopf war. Der Richter fragte in welchem Verhältnis die Tochter zum Verstorbenen gestanden und ob es einen näheren Kontakt gegeben hat!

Der Notar, bei dem das Testament gemacht wurde, wird vom Richter auch befragt werden. Dieser Notar hat bereits Monate vorher eine Vollmacht, die der Vater einer anderen Frau unterzeichnet hat, in seinem Namen zurückgefordert. Ich bin damals mit dem Vater zum Notar gefahren.
Eigentlich hätte der Notar das Testament gar nicht mehr aufsetzen dürfen, und ich gehe davon aus, dass er meint, dass der Vater seiner Einschätzung nach noch voll bei Verstand war. Der will sich ja nicht selbst belasten.

Eine Vorsorgevollmacht wollte der Vater nicht, er konnte nicht verstehen, was das ist.

Der Anwalt wird mich kontaktieren, auch weil es für mich darum geht, dass ich mich von dem HB verabschieden möchte. Meine Freundin sagt, dieser Mensch ist bösartig und wenn er merkt, dass sich Menschen verabschieden wird er sicherlich ganz übel. Seine Qualität ist, dass er sich verbeißen kann wie ein Terrier. Der läßt nicht mehr locker. Und auf Geld ist er ganz versessen.
Alles Qualitäten die ich in dieser Art und Weise nicht habe.
Da wird es wohl was zu lernen für mich geben.
Und Nerven bewahren.

 




Brings - Nur nicht aus Liebe weinen







Samstag, 13. Mai 2017

Samstag Abend

Ereignisreiche Tage liegen hinter mir. Ich werde aber zuerst einmal über Status schreiben.

Gestern und heute war frühlingshaftes Wetter bei uns, bis zu 23 Grad warmes Wetter war. Der Mann und ich haben wie wahnsinnig Blumen eingekauft. Hortensien, schwarze Susanne, Pelargonien, Kräutertöpfe, Samen von Sonnenblume und Ringelblume, ... und die Terrasse und den kleinen Garten damit geschmückt.
Es ist Mai und ich bin sicher, dass es jetzt auch bei uns warmes Wetter geben wird. Laut Wetterbericht haben wir Temperaturstürze aber was soll's, es  werden bereits Temperaturen von bis 26 Grad vorausgesagt.

Ich habe sogar Pelargonien auf Hochstamm gefunden! Zwei solche habe ich vor einer halben Ewigkeit mal selbst aufgezogen. Jahre habe ich die Stämme gehabt. Ich weiß auch nicht wieso sie mir kaputt gegangen sind, ist alles schon lange her.

Heute Abend gehe ich mit einer Freundin und deren Bekannte in eine Tanzbar. Bin gespannt wie es werden wird. Ich kenne das gar nicht mehr, dass ich in solch einen Schuppen gehe.
Denn seit langer Zeit hänge ich in meiner Stammkneipe ab, habe zwar Spaß, aber neue Leute lernt man dort nicht kennen. Ist ja schon wie ein Wohnzimmer in das man geht. Statt Fernsehen zu Hause.
Ich war heute seit Monaten das erste Mal wieder im Reitstall. Und weil ich jetzt einige Kilo leichter bin, habe ich mich motivieren lassen, für einige Minuten wieder auf ein Pferd zu steigen (habe ihn warm geritten für eine Trainingsstunde), Schritt gehen, dass Feeling für den Reitpartner zu bekommen. Es war unglaublich schön.
Und als ich dann Heim gefahren bin, dachte ich mir, dass es mich möglicherweise erfüllen würde wieder im Pferdestall zu sein. Pferde statt Männer. Die sind zuverlässig und bereiten mir keinen Kummer.

So, jetzt muss ich mich noch fertig anziehen für den Abend heute.
Ich würde jetzt gerne noch weiterschreiben, bin wieder im Fluss,cv aber es nützt nichts, auf mit mir.

Ich wünsche euch einen schönen Samstag Abend, habt es fein.

Sonntag, 7. Mai 2017

Nichts Interessantes

Oh je, heute habe ich einen schlechten Tag. Ich möchte mich am liebsten ins Bett verkriechen und mir die Decke über den Kopf ziehen und in Selbstmitleid baden.
Es sind zwei Baustellen, die mich gerade beschäftigen. Welcher mir mehr zusetzt kann ich nicht sagen.
Zum einen habe ich am Dienstag die vorbereitende Tagsatzung wo es um das Erbe und das Testament der Pflegerin geht. Wir, mein Anwalt, ich und der Halbbruder mit Anhang treffen sich um 8 Uhr 30 zur Vorbesprechung auf dem Landesgericht und von 9 Uhr bis 10 Uhr ist dann diese Tagsatzung. Die Gegenpartei ist auch anwesend.
Gut geht es mir bei der Vorstellung nicht. Ich werde mich an den Anwalt halten.

Zum Anderen habe ich Liebeskummer, weil sich die Affäre mit dem Mann nicht so entwickelt wie ich es mir vorgestellt habe. Er hat Versprechungen gemacht, die er nicht eingehalten hat. Ausserdem kann ich nicht damit umgehen, wenn einer keinen Kontakt mit mir hält oder halt längere Pausen dazwischen sind.
Ich beginne ihm schon nachzulaufen.
Ein wirklich sehr unangenehmes Gefühl.
Ich nehme mich jetzt zurück und hake die Geschichte ab.

 
                                                                   von Franziska Becker


Dienstag, 2. Mai 2017

Der Halbbruder, der Nachsteller - 2

Letzten Mittwochabend traf ich mich mit dem Halbbruder und seiner Lebensgefährtin in einem Gasthaus um einige Akten mit ihnen für die vorbereitende Tagsatzung (Erbsache) durchzugehen. Mach ich nie wieder.

 Der Halbbruder hat mir zugeflüstert, dass wir finanziell noch etwas zu teilen haben, ich wüßte schon was. Nein, weiß ich nicht und das Flüstern habe ich auch nicht nötig.
Irgendwie bleibt mir der Bissen im Hals stecken, mir schwant Böses.
 Ja, der Vater hat ein Wertpapierdepot gehabt und das habe ich zurückbehalten. Da muss er die Hälfte vom Wert bekommen. Mir sinkt mein Herz in die Knie.
 Sein Anteil sei ihm damals vor drei Jahren überwiesen worden, und der Betrag steht auf dem Überweisungszettel. Er gehe davon aus, dass auch ich meinen Erbanteil überwiesen bekommen habe. Und auf meinem Überweisungsbeleg müßte daher um einiges weniger Geld stehen als bei ihm, und so kann er nachkontrollieren ob er seinen Anteil auch ganz bekommen hat.
Ich beginne fieberhaft zu überlegen, ob ich ihm das Depot auch wirklich abgelöst habe, kann mich auf die schnelle und mit dem Erregungspegel den ich habe, aber an nicht mehr viel erinnern. Ich merke, dass ich vor Aufregung und Angst zu zittern beginne, und dass will ich ihm auf keinen Fall zeigen.
 Ich brauche Zeit und durch das Essen, dass vor mir steht, werde ich mir die Zeit verschaffen. Ich esse bedächtig weiter und gebe ihm keine Antwort. Anmerken will ich mir meine Angst nicht lassen und motiviere mich, ein Pokerface aufzusetzen. Sachlich bleiben.
 Geht mich sein Wunsch etwas an. Muss ich ihm darauf Antwort geben oder ist nicht vielmehr die Bank dafür zuständig. Ich erinnere mich an dem Tag, als wir in der Bank saßen und das Erbe dort übernahmen. Er bestand damals darauf, dass die Bank das Erbe gleich dort aufteilt und ihm sein Anteil überwiesen wird. Bereits damals war das ein Schock und absoluter Vertrauensbruch für mich, weil in der unterschriebenen Erbantrittserklärung ich für die Teilung zuständig gemacht wurde. Im Nachhinein war ich froh darüber und wie man jetzt sieht, war es eine gute Entscheidung von der Bankfrau, dass zu übernehmen.
 Nach dem ich mit dem Essen fertig war und mein Hirn wieder ausreichend Sauerstoff getankt hatte sagte ich ihm, dass die Zuständigkeit bei der Bank liegt. Ich merkte, dass er verdattert ist über diese nüchterne Antwort. Ich bin wohl auf dem richtigen Weg.

Ich konnte es mir aber nicht verkneifen ihn süffisant zu fragen ob er Geldnot hat.
Er meinte Nein, er muss sich aber um sein Geld kümmern, gerade jetzt, wo es ums Streiten geht und das alles kostet. Der soll nur aufpassen, dass er mit mir nicht auch auf dem Gericht landet. Denn ins Bockshorn lasse ich mich nicht mehr von ihm jagen.
Ich sagte nichts mehr. Auf eine Diskussion lasse ich mich mit diesem präpotenten Menschen nicht ein. Die Zuständigkeit ist klar und die liegt nicht bei mir, mehr bekommt er von mir nicht.
Im Nachhinein denke ich mir, es war schon Zuviel, dass ich ihn auf seine Geldnot angesprochen habe.

Als ich dann für mich alleine war, sind mir die finanziellen Vereinbarungen wieder stückchenweise eingefallen. Ich habe mich auch daran erinnert, dass ich um einiges weniger Geld bekommen habe und mich sogar an die Bankfrau gewendet habe, ob schon mit der Ablöse des Wertpapierdepots alles in Ordnung gegangen ist. Wochenlang sind mir die Zahlen im Kopf damals herumgeschwirrt.
Es hat alles seine Richtigkeit gehabt.
Ich habe mir auch die Auflistung der Bank von der damaligen Auszahlung jetzt nicht mehr angesehen. Der Kerl soll mir mit seiner Forderung den Buckel hinunterrutschen.

Zumal auch das Wertpapierdepot der Pflegerin gehört, sollte ihr Testament gültig werden! Wenn dass dann nicht mehr da wäre, na Mahlzeit. Und dass er seinen Anteil, der ihm noch gar nicht gehört, anderweitig angelegt hat, ist seine Sache. Wenn er so dumm ist und Geld verbraucht (Audi hat er gekauft, einen maroden Wald um zuviel Geld, Traktor, Waffen, Jeep, ...) dass ihm noch nicht gehört.

Nichts mehr ist mit schlechtem Gewissen, wenn ich mich in meiner Kneipe nicht mit ihnen unterhalte. Mir fallen viele Begebenheiten ein, die ich mit ihnen hatte. Alles wird jetzt mit den neuen Erkenntnissen betrachtet. Da taucht viel auf und ich merke, dass ich nicht schlafen kann. Dass ich mich schwer tue zu fokussieren.
Der alte Kampfgeist ist wieder zurückgekommen, mich um meine Angelegenheiten zu kümmern. Mit Kraft damit ich nichts verpasse.

Der Mann ist in diesem Fall keine Stütze, weil er will nicht mit dem Gesindel behelligt werden. Ja, weil er es nicht aushält und fängt dann noch zu streiten mit mir an, weil er seine Ruhe haben will, dieser Schweinepriester.

Ich wünsche mir einen privaten Ausgleich, eine Belohnung wäre nett. Glücksgefühle wären schön.




 Eine aktive Anmache, frau weiß was sie will.

 

Sonntag, 30. April 2017

Mein Bruder, der Nachsteller - 1

Ich weiß nicht, bei welcher Geschichte ich diesen post beginnen soll. Weil hinter der Zusammenkunft am Mittwochabend mit dem Halbbruder stehen bereits viele andere Geschichten die ich vorher nie erwähnt hatte, von wegen negativ und eh immer das gleiche.

Mein Supervisor hat am Donnerstag zu mir gesagt: "Ganga, du hast einen Stalker. Weißt du, wie du mit ihm umgehen kannst? Hast du beruflich schon einmal einen Stalker gehabt?"
Nicht wirklich. Ich habe dann die Telefonnummer gewechselt und den Kontakt abgebrochen. Einer hat dann versucht, über andere Kollegen an mich heran zu kommen, aber das war gleich einmal erledigt.
"So einfach wird es dieses Mal nicht werden, denn solange du noch Kontakt zu ihm hast, wird er dich nicht in Ruhe lassen. Ausser er findet ein anderes Opfer seiner Begierde."
Hannes sah mich süffisant an und meinte noch, ich könnte schauen, ob es mir gelingt, seine Aufmerksamkeit auf jemand anderen zu lenken.
Auch soll ich aufpassen, weil, wenn ich mich nicht mehr für ihn interessiere, wird er mich schädigen wollen um meine Aufmerksamkeit wieder zu bekommen.
Nicht etwa umbringen, aber meinem Auto einen Schaden zufügen etc.

Gesagt habe ich es bereits seit längerer Zeit, aber mir war nicht bewusst, dass ich richtig liege. Ich werde verfolgt. Mein Halbbruder stalkt mich.

Ich hatte am Freitagnachmittag bereits ein Gespräch mit meinem Anwalt und bin aus allen Wolken gefallen, als er mir eröffnete, dass auch er von meinem Halbbruder wegen zu engen Kontaktes mit mir beehrte wurde.
Gut, ich habe noch die Erbschaftssache zu erledigen, aber auch hier ergibt sich möglicherweise ein eigener Weg. Jedenfalls habe ich die Trennung jetzt im Auge.

Erwähnt habe ich bereits, dass er meine Stammkneipe aufsucht. Er kommt zwar auch, wenn ich nicht anwesend bin, aber immer bin ich für ihn ein Gesprächsthema. Er fragt die anderen, wann ich da war, zucken die mit den Schultern, weil wer will sich merken, wann jemand da war, stellt er sie und weißt sie darauf hin, wann er mein gelbes auffälliges Auto vor der Kneipe stehen gesehen hat.
Also sollen sie sich gefälligst nicht blöd stellen und ihm Antwort geben.

Schon vor zwei Jahren bekam Günther ein süffisantes Grinsen, wenn er mir erzählte, dass der Bruder wieder da war und wissen wollte, wann ich da bin und über was die einzelnen Gäste mit mir sprechen! Ja ich bin halt eine begehrte Frau, meint er immer zum Halbbruder.
Dieser beginnt dann zu eifern, will wissen, was er mit mir spricht, hört nicht mehr auf, Günther zur Rede zu stellen.
"Was willst du eigentlich von mir, darf ich nicht mehr mit Ganga sprechen. Geh lass mich doch in Ruhe. "
Und er läßt ihn trotzdem nicht in Ruhe. Günther geht weg von ihm, aber der Bruder bleibt in der Kneipe und paßt so lange, bis er Günther dann auf der Toilette stellen kann.
Vor einem Jahr meinte Günther dann zu mir, er wird nicht mehr mit mir sprechen, weil er die Vorwürfe des Bruders nicht mehr aushält. Wir sollen uns das miteinander ausmachen.
Ich habe damals nicht verstanden, was los ist. Jetzt schon.

Vor mir haben sie diese Geschichten zwar manchmal erwähnt, aber das es so schlimm war, haben sie mir zu der damaligen Zeit nicht gesagt. Vermutlich wollten sie keinen Unfrieden stiften, oder was weiß ich, welche Gründe es gab.

Ich war gestern so was von bedröppelt. Erst jetzt, wo ich mit den anderen spreche, dass ich mich verfolgt fühle, dass mich der Typ stundenlang anstarrt und ich keinen Kontakt zu ihm haben will, erst jetzt beginnen sie zu reden. Und sie haben das schon länger mitbekommen als ich.

Bei Hans, muss es besonders schlimm gewesen sein. Wir kennen uns schon sehr lange und waren in manchen Situationen für einander da. Wir haben im Umgang eine Vertrautheit, die man auch spürt.
"Lass meine Schwester in Ruhe, sonst .... " Drohungen, Drohungen, Drohungen.

Hans, hat die Gabe, dass er gerne und sehr gewandt über Frauen spricht. Er ist gut darin. Jedenfalls hatte er die Nase von dem Halbbruder und seinen Eifersüchteleien wieder mal gestrichen voll und beschloss, dem Kerl Saures zu geben.
Er begann von mir als Frau zu schwärmen. Wie lange er sich schon nach mir verzehrt und er braucht unbedingt meine Telefonnummer. Mein Halbbruder wird die doch sicher haben und er soll sie ihm geben.
Der Halbbruder bedrohte ihn damit, seine Frau und die Kinder aufzusuchen und ihnen zu erzählen, dass er mit mir eine Affäre beginnen will. Dass er zu seinem Dienstgeber gehen und ihm sagen wird, welchen schlechten Charakter Hans hat und dass er in eine funktionierende Ehe eindringen will.
Der Mensch wurde so massiv, dass sich Hans zu fürchten begonnen hat.

Ich muss schon sagen, hat der Halbbruder sein Hirn auf der Strecke gelassen! Das sind Menschen, die ich bereits seit Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten kenne. Wir haben alle die Telefonnummern von einander. Denn schließlich braucht man mal was, oder man schickt sich eine Nachricht und Fotos auf What's App. Auch die Partner und Kinder der anderen kennt man.

Es ist mir klar geworden, dass dieser Mensch ständig den Kontakt zu mir suchen wird. Er will Macht über mich haben, das Gefühl mich zu beherrschen, mich als Objekt seiner Begierde zu besitzen.
Ich bin nicht sein Opfer.





Ich drück jetzt ohne Korrekturlesen auf den "Veröffentlichen" Button.


Sonntag, 23. April 2017

Dung, nichts als Dung

Ich schreibe es jetzt nur kurz auf, was mich in den letzten Wochen so sehr belastet. Die Pflegerin des Vaters, hat ihre Version des Testaments zur Klage beim Landesgericht eingereicht. 2 Tage vor Ablauf der Einreichungsfrist.
Dadurch habe ich wieder mit dem Halbbruder mehr zu tun, weil Rechtsanwaltstermine, Gerichtstermin, Suche nach Unterlagen etc.
Ich bin dabei immer wieder in Resonanz mit meiner eigenen Geschichte, weil er mir Verhaltensmuster spiegelt.

Mein Umgang mit der gesamten Angelegenheit ist der, dass ich jeden Tag am Abend fortgehe, und erst in den frühen Morgenstunden nach Hause komme. Zum Glück bin ich gut drauf und finde Ablenkung und Lachen dabei. Hat meine Stammkneipe am Mittwoch geschlossen, betrinke ich mich zu Hause und habe Fressattacken. Keine Sorge, betrinken heißt für mich ein halber Liter Wein aber halt viel zu viel Essen.
Der Mann macht zum Glück keinen Stress. Er wundert sich eher, dass ich psychisch dem Druck nicht weiche.

Dieses fest die Augen vor der Scheiße im Leben zu machen, hat meiner Ansicht nach auch zur Folge, dass ich nicht mehr blogge. Ich meide die Auseinandersetzung.

Mit dem zweiten Mann im Leben ist es auch nicht so geworden wie ich es mir vorgestellt habe. Eh klar, wie denn auch sonst und auch da habe ich zu lernen und die schlechten und traurigen Stimmungen auszuhalten.

Trotz dem ganzen Mist, habe ich mich mit einer Bekannten mehr angefreundet und Kontakt zu einer anderen Frau aufgenommen, die mich schon lange immer wieder eingeladen hat. Ich war auf Besuch bei beiden und wir hatten Gesprächsstoff und Lachen.
Mit meiner Freundin bin ich in regem Kontakt und das hilft mir, gerade wenn es um diese Scheiß Beziehungsgeschichte mit dem anderen Mann geht.

Ich trainiere seit zwei Wochen nicht mehr und ich spüre, dass die Speckrolle am Bauch wieder gewachsen ist. Irgendwo muss der Frust wohl herauskommen.


Genau für den Inhalt dieses Post habe ich vor einigen Tagen das folgende Foto gemacht.


Ein Haufen Scheiße

Foto: Ganga


Ich habe mich noch nicht entschieden, wie ich den jetzigen Mist einordnen soll.


Die Scheiße, in der ich heute sitze, ist der Dünger für meine Zukunft.
                                                                        
(Da dieser Dichter noch nicht 70 Jahre verstorben ist, habe ich die Vermutung, dass ich ihn eigentlich fragen müsste, ob ich seinen Ausspruch verwenden darf. Weiß das wer von euch konkret?)



Nicht jede Scheiße hat die Chance, zum Dünger aufzusteigen.



Mittwoch, 19. April 2017

Schneegestöber im April, der macht was er will



Im April mit seinen Launen
kann man über manches staunen;
Regenguß und Sonnenschein,
auch der Schnee gesellt sich drein.

Oskar Stock
(1946), deutscher Schriftsteller und Aphoristiker




Sonntag, 9. April 2017

Hühner unter Tags

Bei uns dürfen die Hühner wieder aus ihren Ställen. Die Stallpflicht wegen der Vogelpest ist vom Bundesministerium am 25.03.2017 für beendet erklärt worden.
Die Haushühner dürfen sich wieder an der frischen Luft und an der Sonne erfreuen.

Vorsicht vor den Wildvögel? Nicht wenig Bauern meinen, dass diese Sache mit der Vogelgrippe Nonsens ist, weil die Hühnerpest hat es immer schon gegeben.
Die Hühner drehen durch in ihren finsteren Ställen. Fenster wurden in Holzställen eingebaut, weil das Federvieh ein Geschrei und Lärm veranstaltete.

Wenn ich so über Land fahre sind mir immer wieder Bauernhöfe aufgefallen, die ihre Hühner trotz Stallpflicht draußen laufen ließen. Ganz schön mutig, dachte ich mir, denn es gibt immer missgünstige Nachbarn, die dich anzeigen und dann gibt es eine fette Geldstrafe. Zum Schluss muss der dann auch seine Hühner schlachten.

Jedenfalls kann ich mich am Bild der freilaufenden Hühner wieder erfreuen. Ein Fünkchen Glücksgefühl taucht auf.





Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen
wohl die Henne, wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward das Ei erdacht,
doch, weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has’ gebracht.

(1804 - 1875), deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter




Die einen sonnen sich,
die anderen wollen keinen Sonnenbrand.



Das Motivationsthema ist gefunden und ich hoffe inständig, dass sich wieder Lust auf die Kreativität in mir ausbreitet.
Grünes Gras, gelbe Blumen, fliesendes Wasser habe ich auch gefunden.
Ich sitze am Tisch, am Laptop, schreibe, suche die Bilder aus, lese Gedichte und fühle Ruhe in mir und ein Lachen in meinen Augen.

Ich muss besser auf mich achten und gut aufpassen, wen oder was ich hereinlasse.
Das Bild eines Fort mit spitzen Palisaden, einem Tor und darin einer Tür, taucht vor meinem geistigen Auge auf. Vielleicht hilft es mir, die eigenen Grenzen zu wahren und mich auf das Wesentliche, welches jetzt ansteht, zu konzentrieren.

Freitag, 31. März 2017

So eine kindische Sache


Es ist Donnerstagabend und ich habe Lust noch etwas unter die Leute zu kommen. Einfach zu Hören was andere erzählen und beim mithören entspannen, vielleicht gibt es auch Spaß und es kann gelacht werden.

Ich bin geduscht, die Haare sind gewaschen, ich gefalle mir in der Hose und dem Shirt das ich anhabe, stelle fest, dass ich eine bessere Figur habe als vor Zeiten, schminke mich noch und fahre in leichter Stimmung los zu meiner Stammkneipe.

Schon wie ich zum Parkplatz hin fahre, sehe ich das Auto von dem Halbbruder dort stehen. So ein Scheiß, mir vergeht das ganze gute Gefühl, die Vorfreude auf den Abend.

Ich will nicht hineingehen, wenn die beiden auch drinnen sind. An manchen anderen Abenden fahre ich dann wieder nach Hause. Heute will ich aber nicht alleine zu Hause sitzen. Das würde mich frustrieren.

Ich weiß schon, ich habe ein Problem, weil eigentlich können mir die beiden so etwas von wurscht sein. In meiner Vorstellung, so wie es sein sollte, sehe ich das Auto, aha, auch da, gehe hinein, Grüße und alles ist gut. Ob die jetzt da sind oder nicht geht mir doch sowas von vorbei. Ich muss mich ja nicht hinsetzen zu ihnen.

Aber nein, was macht die gute Ganga? Die geht da jetzt schon mit einem grantigen Gedanken ins Haus hinein, sieht dann durch das Glas der Lokaltüre die Frau vom Halbbruder am Stammtisch sitzen, auf ihrem Platz (den es nur in der Einbildung von Ganga gibt),  und eigentlich hätte ihr da klar werden müssen, dass sie überreagiert.  Dass es jetzt kein guter Zeitpunkt mehr ist mit dieser schlechten Stimmung da hinein zu gehen.

Ich öffne die Türe, nehme die Frau in ihrer Präsenz  (Ganga, du weißt doch für was sie steht, über sie brauchst du dich gar nicht aufregen) da sitzend wahr, neben ihr der Bruder, beide in stark verschmutzter Kleidung und irgendwie sehe ich rot. Ich will nicht mit diesen beiden an einem Tisch sitzen, eigentlich nicht im gleichen Lokal sitzen.

Auf der anderen Seite vom Stammtisch wollen sie mir Platz machen, aber ich steure stur auf die Theke zu. „Ganga, setz dich doch zu uns her, ich rutsche ein Stück“, aber die bockige Ganga meint daraufhin nur, dass sie nicht zusammengequetscht sitzen möchte.

Ein Glas der üblichen Soda-Zitrone trinke ich und bezahle auch gleich die 2 Euro dafür. Die Wirtin kennt sich sofort aus. Ich sitze an der Bar, lese die Tageszeitung, schlürfe mein Getränk leer.

Irgendwie kann ich nicht mehr zurück. Ich brate im eigenen Saft der Verdrießlichkeit.

Die Gedanken sind düster.

Ich spiele damit mich nach einer anderen Stammkneipe umzusehen. Oder halt einfach wo anders hinzugehen, wenn ich ihr Auto sehe. Ich muss nicht immer hier her gehen. Ich kann auch zum Nachbarn ins Lokal gehen.

Und weil es mir eigentlich beschissen geht, ich nicht mehr aus meiner engen Gasse komme, und den Abend aber auch nicht zu Hause verbringen möchte, beschließe ich, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, dass ich jetzt zum ersten Mal im Nachbarbeisl vorbei schaue. Und das tue ich auch.
Ich hab ausgetrunken, meine Sachen gepackt und beim schnellen Rausgehen habe ich mich verabschiedet. Für mein Gefühl ein fürchterlicher Abgang und ich geniere mich bereits für mein kindisches Verhalten.

Draußen treffe ich Leute, die gerade kommen.

„Ganga, wo gehst du hin?“

„Ich schaue in den Lokschuppen.“

Befremdende Blicke treffen mich und ich erkläre, dass mein Halbbruder und seine Tussi drinnen sind und ich einfach nicht mit ihnen reden will. Sie verstehen was ich meine.

„Weißt du was Ganga, wir gehen mit dir.“

So stiefeln wir ein Haus weiter in die andere Bar. Es war OK dort, im Laufe der nächsten Stunde kamen noch andere bekannte Gesichter.

So gemütlich wie bei Maria ist es nicht, und eigentlich habe ich kein wirkliches Interesse, dort nochmals hinzu gehen. Es hat keine Wohnzimmeratmosphäre, das weiche und warme geht ab. Ein Saufbeisl. Die anderen sind auch nur wegen mir hin gegangen.

 Ich bin sehr unglücklich, schimpfe ich mich schon die ganze Zeit wegen meiner Dummheit. Der Mann meint: „Du wirst dich doch nicht von den Beiden aus deiner Kneippe vertreiben lassen.“ Doch genau so ist es. Ich schaff es einfach nicht, neutral zu bleiben.










Montag, 27. März 2017

Peter

Ich weiß, jetzt habe ich wieder 14 Tage nichts gepostet und ich schimpfe mich dafür, dass ich meinen Blog vernachlässige. Es ist halt so, dass ich viel erlebe, jeden Tag sind andere Dinge los, aber es sind keine netten und schönen Sachen, weswegen ich sie dann nicht veröffentlichen wollte.
Da ich aber meinen Blog gerne weiter führen möchte, habe ich mich entschlossen, diese dann nicht positiven Erlebnisse aufzuschreiben. Wem's einfach zu viel wird, der braucht's ja nicht zu lesen.

Was Harmloses ist, dass der Mann feststellt, dass ich am Wochenende so faul war, dass ich nicht einmal den Geschirrspüler ausgeräumt habe. Ja stimmt, aber andere Dinge waren wichtiger.
Was denn? Nichts wichtiges, aber einmal wieder eine Freundin besuchen, lange Schlafen, obwohl ich schaue wegen dem auch nicht ausgeschlafener aus, sondern wirke eher vernichtet. Und vor allem, dass ist es nämlich, einige Erlebnisse verdaue ich, das sind aber die harmloseren, und vor den anderen intensiveren Erlebnissen mache ich meine Augen noch ganz zu. Was aber nicht von Dauer sein kann, denn ich muss mich mit den unangenehmen Angelegenheiten sehr bald beschäftigen.

Ich mach es hier auch mal so. Ich erzähle dass, was im Prinzip nicht schlimm ist. Eigentlich eine Sache, die ich als Profi kenne und zum Glück nicht oft erlebe:

Ich hatte bereits ein eigenartiges Gefühl bekommen, weil ich von Peter (der Name ist natürlich geändert, aber ich finde es mit Namen immer viel griffiger) seit zwei Tagen nichts mehr gehört habe. Er hat vom Wohnungsamt eine Genossenschaftswohnung zugewiesen bekommen, auf die er Jahre gewartet hat.

Als ich Peter traf, war er seit 6 Jahren obdachlos. Er zog mit seinem Einkaufswagen, in dem er seine Habseligkeiten hatte, durch die Stadt. Immer die gleichen Wege, die gleichen täglichen Stationen, wo er sich sein Essen holen, wo er die täglichen Zeitungen kostenlos lesen konnte, ... .
Er kannte die Leute, die immer den selben Weg gingen, begrüßte sie, merkte, wenn einer zu einem anderen Zeitpunkt des Weges ging und über die Jahre kannten die Leute auch ihn. Er war freundlich, selten schlecht gelaunt. Ein Überlebenskünstler. Aber doch auch einer, der auf der Straße gelandet ist.

Vor zwei Jahren wurde ich vom Sozialarbeiter eines Krankenhaus angerufen: "Ganga, ich habe da jemanden der Unterstützung braucht. Er ist nicht ganz einfach, aber ich habe den Eindruck, dass ihr beide miteinander gut könntet. Magst du ihn dir anschauen? Darf ich ihn dir schicken?"

Peter mochte mich nicht und mich ging dieser überhebliche Kerl auch an. Trotzdem zog er in die Übergangswohnung. Zwei Mal hat er mir den Wohnungsschlüssel wieder zurückgebracht, weil ihm etwas missfiel was ich machte. Gut, ich bin auch nicht immer einfach und wenn man doch enger miteinander zu tun hat, lerne nicht nur ich den Menschen kennen sondern der auch mich. Das ich nicht nur gut schmecke sondern auch einmal hantig sein kann, ist da auch drinnen und Missverständnisse kann es auch geben. Und Peter trieb mich am Anfang unserer "Arbeitsbeziehung" immer wieder mal an eine Grenze. Erst als er mich authentisch erlebte, meine Grenzen bemerkte und ich ein Menschen zum Angreifen für ihn wurde, wurde er geschmeidiger.

Über die letzten beiden Jahre kam er immer regelmäßiger zu mir ins Büro, die Uhr konnte ich nach ihm stellen. In die Wohnung selber bin ich nur selten gegangen, denn sobald ich abgecheckt hatte, dass es ihm sehr wichtig ist, alles sauber zu haben, sah ich keine Notwendigkeit mehr in seinen privaten Bereich einzudringen (my home is your castle).

Und vor kurzem wurde ihm eine Gemeindewohnung zugewiesen. Er hat darauf gewartet, sich gefreut wie ein Schneekönig. Die Lage ist super, die Größe der Wohnung toll, eine Heizung gibt es, der Mietpreis ist sehr niedrig weil Altbau und dass heißt auch eine super Raumaufteilung und echte Ziegelwände!!!!
Wir haben gemeinsam die Anträge ausgefüllt, Ansuchen um Kostenübernahme der Kaution etc., alles wurde bewilligt, Peter hatte viele Rennereien.
Ich hatte schon den Eindruck, dass etwas komisch ist. Er verhielt sich zu unproblematisch, zu freudig. Ich schüttelte insgeheim den Kopf und meinte, da stimmt etwas nicht. Irgendetwas stimmt da nicht, das geht mir zu glatt, da passt was nicht.
Und dann kam der Tag der Wohnungsübergabe. Und Peter kam nicht.
Ich raufte mir die Haare, schimpfte im Auto vor mich hin, immer größer wurde meine Sorge um ihn und ich raste zur alten Wohnung.
Die Wohnung die noch vor 5 Tagen zusammengeräumt und sauber war, sah aus wie ein Schlachtfeld. Seine gepackten Sachen waren aus den Kartons gefetzt, Bierflaschen und Müll, alles in der Wohnung verteilt, eine Überschwemmung muss es im Bad gegeben haben, ... also es sah ganz übel aus und mitten drinnen Peter, der zusammengekrümmt auf der aufgeschlitzten Matratze liegt, aus der der Schaumstoff herausquillt.

Er hat das Handy an die Brust gepresst. Flüstert vor sich hin, dass er nicht gehen kann. Als er mich sieht, hebt er den Kopf und fängt wieder zu weinen an:
"Ganga, es tut mir so leid, aber ich kann nicht gehen, ich kann ohne dich nicht leben."


"Ich kann ohne dich nicht leben": Bekenntnis der Liebe oder der Hilflosigkeit?

(*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist und Aphoristiker
Quelle: Reinhardt, Gedankensprünge. Aphorismen, Friedrich Reinhardt Verlag, Basel 2003



Es hat drei Tage gebraucht .... es ist soweit gut gegangen.


Ich drück jetzt ohne Korrekturlesen auf den Button.

Sonntag, 12. März 2017

Derangiert, abgeratzt

Auseinandersetzungen an allen Ecken und Enden. Über Monate und Wochen. Jeden Tag. Viel zu viel Yang-Energie.
Immer wieder das Bestreben auch das Yin ins Alltägliche zu holen. Ruhe zu schaffen.

Auch viel Unruhe ist im Alltäglichen. Neues entsteht. Und das in der starken Anspannung.

Ein Gespräch mit einer Freundin über unsere berufliche Tätigkeit: "Es ist egal." Sonst wirst du aufgerieben. Gehst im Getriebe drauf.

Meine Bedürfnisse leben.

War ich in einem Wohnheim, meint die Betreuerin, Essen ist halt der Ersatz für Sex. Ich habe gelacht. Diese Sichtweise hat auch ihre Berechtigung.

Es ist kalt bei uns. Ich bin nicht in der Laune, dass ich die Blümchen auf der Wiese entdecke.
Ich bin zwei mal auf der Landstraße zum Stehen gekommen, weil beide Male das Auto den Geist aufgegeben hat. Und wie ich da so den Abschleppdienst jedes mal organisiert habe und darauf wartete, dass die kommen, da habe ich nur diese mistige Kälte gespürt.

Den Fotoapparat habe ich immer dabei, in der Hoffnung, dass der Moment kommt und ich Motive wieder entdecken will. Eine Hoffnung die sich noch nicht ergeben hat.
So geht ein Tag nach dem anderen dahin.

Für die Wiedererlangung meines Wohlbefinden brauche ich zwei Wochen Urlaub. Habe ich bemerkt. Das Angebot des Dienstgebers waren drei freie Tage. Letzten Mittwoch und den kommenden Mittwoch und Freitag.

Und so gehe ich morgen, Montag in die hauptberufliche Arbeit und habe zwei eigentlich sehr belastende Angelegenheiten zu erledigen. Ich zucke die Schultern, was geht das geht, es ist egal.

Ich habe mit dem Halbbruder komische Konflikte, gewürzt mit eigenen Schuldgefühlen und Angeboten, die ich gar nicht setzen will. Eine Sache die ins Alter von 3-4 Jahren gehört.
Ich lehne ihn und seinen Anhang ab und will privat nichts mit ihnen zu tun haben. Auch sie mögen mich nicht.
Und er reagiert auf meine Ablehnung mit Vorwürfen, Anrufen, verfolgt mich (sobald ich auch tagsüber in meiner Kneipe auf einen Kaffee vorbeischaue steht er schon da und weil er sich dort nicht integrieren kann, sitzt er alleine da und starrt mich an) weil ich ihn nicht genug beachte, ihm zu wenig Liebe gebe. Da trifft er einen wunden Punkt bei mir. Ich habe mich wochenlang gequält wie ich aus dieser Misere herauskommen kann. Im Prinzip ist es einfach.
Ich verstehe, dass er sich abgelehnt vorkommt, dass es ihn kränkt, aber so ist es.
Ich habe ja das gleiche Muster. Lehnt mich jemand ab, fange ich an nachzulaufen, Angebote zu setzen, freundlich zu sein. Menschen die mit mir nichts zu tun haben wollen, ich zucke die Schultern, ist so wie es ist. Ich betreibe keinen Aufwand. Wende mich den Menschen zu, die mit mir wollen.

Am 09.03.2017 war der 3. Sterbetag des Vaters. Die Pflegerin, die ein schwindeliges Testament vom Vater vorgelegt hat, hat drei Tage vor Ablauf dieser 3 Jahres Frist die Klage eingebracht.
Das kostet Geld, da sind 20.000.- gar nichts. Abgesehen davon ist es belastend, denn ich weiß nicht wie die Gutachter und das Gericht im Prozess entscheiden.

Und so geht es halt dahin.

Etwas positives gibt es, ich habe nämlich bis jetzt 32 Kilo abgenommen. Die Haut sieht noch sehr ordentlich aus.

Obwohl ich immer wieder Tage dabei hatte, wo ich mich weigerte mich vernünftig ernähren zu wollen. Zu viel Aufwand, null Bock gutes Futter zu mir zu nehmen. Lieber ein Schnitzelsemmerl oder Chips und Cola light (mit Durchfall vom Zuckeraustauschstoff). Aber es war egal.
Ich habe mich die letzten zwei Wochen wie der letzte Heuler gefühlt. Den Blick in den Spiegel habe ich mir gespart und weil ich Naturlocken habe, reicht es wenn ich mir mit der Hand durch die Locken wuschle, dafür musste ich mich auch nicht ansehen.

Ich geniese es, dass ich dieses Wochenende viel Ruhe hatte. Das Laufband wurde wieder aktiviert, der Ergometer bescherte mir aktive Stunden, die Erinnerungen an sinnliche Erlebnisse waren schön (und das in meinem derangierten Zustand, da hätte sich mein Leben doch wohl auch eine Zeit aussuchen können, wo ich voll in Saft und Kraft stehe, attraktiv aussehe, ... ) und man merkt es, ich schreibe auch wieder einen Post.

Das Foto ist vom letzten Jahr.