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Sonntag, 30. November 2014

Dezemberschutz

Und auch bei mir sind Schutzsymbole eingezogen. Der rote Adventskranz ist von einer Freundin gebastelt und den weißen habe ich als Dankeschön geschenkt bekommen. Die Zwergerl mag ich einfach. Da kommt gute Laune auf.




Im Advent, da kommt das Licht – 
Nur die Erleuchtung folgt meist nicht.

Bernd Sieberichs


Samstag, 29. November 2014

Sitzleder zeigen

Ich habe es wirklich getan. Habe am frühen Vormittag beim Jungen angerufen und ihm alles Gute zum Geburtstag gewunschen. Seine Hose sei noch nicht da, aber die komme sicher in den nächsten Tagen. Und das es mir leid tut, aber ich könne heute nicht kommen. Daraufhin meinte er, das mache nichts, wir sehen uns schon. Das Gespräch mit ihm war ganz locker und ganz leicht.

Die Mama wolle noch mit mir sprechen. Ich habe ihr gesagt, dass ich heute nicht kommen kann. Ich merkte ihre Enttäuschung in der Stimme und fühlt mich gleich schuldig. Darum setzte ich noch nach, dass es mir leid tue.
Grundsätzlich stimmt auch alles.

Die Schwägerin hat dann noch bei meinem Mann angerufen ob er komme. Nein, ohne mich will er nicht.

Dem guten Mann war schon in den letzten Tagen klar, dass er heute da nicht hingeht und er auch keinen Aufwand für den Geburtstag des Jungen betreiben will. Passt schon so.
Aber dann darf ich das auch, obwohl es meine Verwandtschaft ist.

Und was heißt da schon Verwandtschaft. Jeder der beiden Alten will mich einlullen. Sie hat ihre Gründe und er hat seine Gründe. Und das ich gutmütig bin und helfen will, riechen solche Vampire auch sofort. Da kann man ganz schön einhaken und ich bin derzeit zu naiv und gutgläubig.

Das hat mich doch irritiert, dass ich einen Bruder habe und irgendwie habe ich geglaubt, dass es sowas wie familiäre Bande gibt. Und sie haben es auch durchaus gut gemacht. Mit Tränen und Dankbarkeit.
Irritierend für uns waren aber die ständigen Bemerkungen und die vielen Fragen wie z.B. da muss doch noch Schmuck von der Oma dagewesen sein, das glaube er nicht dass nichts da war.
Und da hat es noch genug andere Beispiele gegeben. Und auch der Junge hat mich ausgefragt und Bemerkungen gemacht.

Mein Bruder hat auch meinem Mann immer wieder gezeigt und es ihm auch gesagt, dass nicht der Mann geerbt hat sondern ich und er daher nichts mitzureden habe und den Rand halten soll.
Da hat mir wohl eine romantische Vorstellung und ein Helfen wollen ins Hirn geschissen, dass ich da nicht sofort die Reißleine gezogen habe.

Wir werden in Zukunft noch einige Dinge miteinander zu erledigen haben. Ich habe aber den Eindruck, dass sich da von selbst einiges regeln wird.
Und das es das Beste für mich ist, wenn ich abwarte wie es weitergehen wird. Einfach warten. Mein Mann hat einmal zu mir gesagt, dass ich ein "gutes Sitzleder" habe. Na hoffentlich habe ich dass hier auch.

Sollte sich der Bruder bei irgendetwas spreizen, muss ich sagen, dass kann ich auch.

Und ansonst werde ich mich mit dem Thema Energievampire beschäftigen. Das Thema romantische Familienzusammenführung ist enttarnt und kann mich mal.

Ich bedanke mich für die Hilfe.



Dienstag, 25. November 2014

Nur Herumgesülze

Wenn ich in anderen Blogs lese kommt mir vor, dass ich selbst nur mit anstrengenden Geschichten beladen bin. Keine Kreativität in Form von selbstgebastelten Adventskalender, Fotosafariegeschichten, Literatur, Gedichten, Rezepten, und und und.
Mein Leben ist besetzt von anderen Dingen. 

Heute bin ich einfach zu Hause geblieben. Nicht in die Arbeit gegangen. Bis in den Nachmittag geschlafen. Ich habe mich in meine Bettdecke so eingekuschelt, dass nur mehr die Nasenspitze zu sehen war. Und gefallen hat es mir. Gut war es. Ein gestohlener Tag nur für mich. 
Das ist auch das was ich spüre. Ich habe zuwenig Zeit für mich. So zum Durchschnaufen und abrasten. 

War ich vorher eine lange und intensive Zeit mit dem Vater und der Frau W. beschäftigt bin ich es jetzt mit dem Bruder und seiner Familie und dem dämlichen Erbe. 
Das einzig wirkliche Heil liegt für mich darin, dass ich mich von dem Zuwachs so gut wie möglich fernhalte. Distanz, Distanz, Distanz.
Aber ich merke leider auch, dass ich weich werde. Ich sehe die Störung und die Probleme dieser drei Menschen, und das sie Familie sind und ich mag sie. Und fühle mich verbandelt mit ihnen. 

Es geht darum, dass der Bruder sich an dem Vaterhaus festklammert. Auf einmal geht ihm das fertig werden der renovierten Wohnung zu schnell.
Mir ist schon klar was da an Ängsten bei ihm als Messie abgeht. Er muss etwas hergeben, sich von der Wohnung trennen, in der er seit Monaten nahezu die gesamte Zeit verbringt. Das bedroht ihn massiv und er agiert nach außen.

Dann möchte er jetzt im Nebengebäude wieder eine Baustelle aufreißen. Ich habe Nein gesagt. Denn das kenne ich schon, er sitzt da und kommandiert. Der hat zu Hause genug herzurichten. Aber das will er ja nicht. Mit ja nichts fertig werden. Erst in seinem gesamten kaputten Zeug, dem Klumpert, und dem Müll fühlt er sich sicher und also wohl.
Er hat es am letzten Freitag auch gesagt, dass er sich aus dem Haus der Vaters nicht raus bringen lässt. Er will sich die Hälfte der Garage behalten.
Ich bin jedenfalls dran die Wohnung an die Frau oder den Mann zu bringen. Aber das kostet alles Kraft und Zeit, zumal mit so einem Vertragspartner.

Am Wochenende habe ich ihm meinen Anteil vom Haus zum Kaufen angeboten, dass will er aber nicht, denn alleine ist der Typ nichts. 

Und am Wochenende hat auch noch der Junge Geburtstag und wir sind eingeladen. Was habe ich da vorhin von der Distanz geschrieben? 
Ach herjemine.

Ich hab es mir sehr überlegt, ob ich das folgende Heilgebet hier reinschreiben soll, weil es ja so was von männlich und christlich orientiert ist, aber ich hab es dann trotzdem gemacht. Ich finde es hat Kraft.


Frisch ist die Wunde
heilsam die Stunde.
Heilsam ist der Tag, an dem
Jesus Christus geboren ward.

Da hilft Gott Vater, Gott Sohn, 
Gott heiliger Geist

Monika Herz


Und die kann ich jetzt brauchen.



Mittwoch, 19. November 2014

Ein Schmerz ohne Ende

ANGELIKA WENDE: Aus der Praxis - Der negative Mutterkomplex oder v...: Das erste Liebesobjekt des Sohnes ist die Mutter, zu der er eine intensive körperliche und seelische Nähe sucht. ..


Das Folgende beschreibt ziemlich genau die Situation mit der ich mit dem Bruder und Familie zu tun habe. Der Beitrag beschreibt alles.

Der negative Mutterkomplex oder von der Mutter verlassen Söhne





Das erste Liebesobjekt des Sohnes ist die Mutter, zu der er eine intensive körperliche und seelische Nähe sucht. Durchläuft das männliche Kind eine gesunde Entwicklung ist es in der Lage, sich im Laufe der Zeit über die Pubertät, bis hin zum Erwachsen, aus dieser Bindung lösen. In einer gelungenen Mutter-Sohn-Beziehung hat der Mann die Fähigkeit entwickelt auch andere Menschen zu lieben.

Gelingt diese Ablösung nicht, wird die nicht gelöste Bindung zur Mutter, egal ob sie gut oder schlecht war, zum sogenannten Mutterkomplex und damit zu einem seelischen Problem für den Mann.

Man unterscheidet zwischen einem positiven und einem negativen Mutterkomplex. Männer mit einem positiven Mutterkomplex lieben ihre Mutter und mütterliche Frauen. Sie fühlen sich von mütterlichen Attributen angezogen. Männer mit einem negativen Mutterkomplex bleiben in der Beziehung zu ihrer Mutter stecken. Sie hängen emotional, wie man im Volksmund sagt - "an der Nabelschnur" - und entwickeln nicht die Fähigkeit sich in eine gesunde Bindung zu begeben. Das Innere dieser Männer ist besetzt von Urmisstrauen und Verlustangst. Das bedeutet, dass sich dieser Mann nicht altersgemäß aus der Bindung an die Mutter gelöst hat, sondern auf einer früheren Entwicklungsstufe stecken geblieben ist und daher lebenslang die Mutter suchen wird. Nur die gesunde Liebe zur Mutter legt die Grundlage für männliche Reife, Liebesfähigkeit und die Wertschätzung des Weiblichen.

Das Konzept der Komplexe ist eines der Konzepte der Jungschen Psychologie. Dazu gehört auch der Begriff „Mutterkomplex“. Nach C. G. Jung wird ein Mann, der ein problematisches Verhältnis zu seiner Mutter hat, sie verachtet, entwertet oder sogar hasst, Probleme mit dem Weiblichen haben. Ein Mann, der unter einem negativen Mutterkomplex leidet, kann u.U. seinen Hass auf die Mutter sogar unbewusst auf andere Frauen übertragen, indem er sie entwertet oder sie unbewusst fürchtet, weil er sich durch das Weibliche in seiner Männlichkeit verachtet und bedroht fühlt.
Negative Beziehungserfahrungen mit der Mutter sind die kindlichen Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Nähe, Umsorgtsein, Achtung und Liebe, die nicht erfüllt worden sind. 
Eine narzisstische, wenig beschützende Mutter beispielsweise oder eine ambivalente, unberechenbare Mutter, die für ihren Sohn nicht erreichbar bzw. begreifbar ist, sind für ein gelungenes Selbstkonzept des männlichen Kindes keine gute Basis. Durch den frühen Objektverlust kommt es in vielen Fällen zu Selbstentfremdung, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Aggressionsansammlung oder einer allgemeinen Aggressionsschwäche. Männliche Aggression im gesunden Maße aber wird gebraucht, um sich von der Symbiose mit der Mutter abzulösen und entschlossen eine Partnerin zu erobern. Nicht selten leiden diese Männer auch unter Depressionen oder sie betreiben Selbstdestruktion mittels Alkohol und anderen Drogen.
Gefühle wie innere Leere, Angst, Wut und Schuld bestimmen das seelische EmpfindenDie kindliche Erfahrung dieser Männerseelen ist das Gefühl des "Niedergemachtseins zum Nichts".
Das hat fatale Auswirkungen auf das spätere Selbsterleben und das Beziehungsverhalten. So lassen sich Mutter und Geliebte für diese Männer nur schwer in einer Person vereinigen, besonders wenn die Mutter eine zweideutige übermächtige Gestalt war. Zwiegesichtig wie die Mutter schwankt der Sohn in seinem Verhältnis zum Weiblichen, er weiß nicht, was es bedeutet männlich zu sein und fühlt sich der Frau unterlegen.
In der Beziehung zu einer Frau kommt es daher oft zu einer Objektfixierung, die durch Aufopferung und Abhängigkeit gekennzeichnet ist. Männer mit einer nicht eindeutig erlebbaren Mutter suchen unbewusst immer eine Partnerin die zwei Pole hat – einen in der sich Eigenschaften der Mutter wiederfinden und einen der von der Mutter verschieden ist. Im Laufe der Beziehung aber erlebt der Mann die Partnerin immer mehr als Mutter und umgekehrt die Frau sich selbst als Mutterersatz, denn sie wird unbewusst zum „Objekt des Lösungsversuchs“ der nicht gelösten Mutter-Sohn-Bindung funktionalisiert. Der Mann will einerseits mit der Frau verschmelzen, andererseits hält ihn sein Anklammern, sprich die kindliche Verschmelzungssehnsucht, genau da wo er einst als Sohn war – in der unerfüllten Sehnsucht nach sich selbst. In diesem Konstrukt wird die Partnerin gleichzeitig begehrt, gefürchtet und abgelehnt.
Auch Donjuanismus kann eine Folge des Mutterkomplexes sein. Wie das literarische Vorbild jagen diese Männer bindungsunfähig von Frau zu Frau, immer auf der unbewussten Suche nach der Mutter, die unerreichbar bleibt und zugleich im Tiefsten verachtet wird. 
Männer mit einem Mutterkomplex sind im Tiefsten allein. 
Die meisten von ihnen sind sich ihrer Mutterwunde nicht einmal bewusst oder sie winken ab, wenn man sie darauf anspricht. Aber auch wenn sie es ahnen, nicht viele Männer sind bereit sich der Mutter, die sie gefühlt nie hatten, oder sich der Wut auf die Mutter, die sie innerlich vernichtet hat, zu stellen. Sie bleiben ein Leben lang unglücklich und sich selbst ein unbekanntes Wesen, das zerrissen von der Sehnsucht nach Selbstliebe und Liebe leidet und fatalerweise die Frauen, denen sie begegnen, mitleiden lassen.
Um sich aus einem Mutterkomplex abzulösen gibt es nur einen Weg: sich die Beziehung zur Mutter genauer anschauen, auch wenn der Blick in ihre Richtung kein angenehmer Blick ist. Es schmerzt sich einer Vergangenheit zu stellen, die nicht reparabel ist, aber was ist die Alternative? Leid und zwar lebenslang.
Schließlich gehört es auch irgendwann dazu sich die Wut auf die Mutter einzugestehen. Wut kann sogar hilfreich sein um sich endlich von den mütterlichen Introjekten abzulösen und frei zu werden –  für sich selbst, um ein eigenständiger Mann zu sein und für eine erwachsene, mit den Schatten der Kindheit nicht belastete, gesunde Beziehung.

Dienstag, 18. November 2014

Das Sein der letzten Tage


Tage in Auseinandersetzung liegen hinter mir.
Im Wahrnehmen stellen sich Erkenntnisse ein. Der Bauch erkennt und der Geist sagt, „Ja so ist es“.
Ich war Mittlerin bei meinem Mann und dem Bruder. Ich habe tief gesehen beim Bruder und seiner Frau.
Ich habe Nächte verbracht, das Geschehen zu begreifen und das Begriffene zu verdauen. 


Die Nicht gelungene Beziehung der ersten Lebensmonaten vom Bruder zu seiner Mutter. Er, der dann zu seiner Großmutter gegeben wurde und bei ihr aufwuchs. Der ewige Verlust, die ewige Abhängigkeit von den "Müttern". 
Und immer die Angst, wenn jemand seinen eigenen Weg gehen will. Das würde eine Trennung bedeuten und das kann er nicht. Ich bin Du. Keine Trennung, keine Loslösung. Alles was dieses Gefüge gefährdet macht Angst.

Und was des Bruders Geschichte ist, ist auch in manchen Punkten meine, mit dem Unterschied, dass ich sie sehe.

Für ihn bin ich Mutter, Sachwalterin und Schwester.
Und das geht nicht.

Ich bitte darum, dass das Wissen und die Erkenntnis mir die Möglichkeit geben gut zu handeln. 


Montag, 10. November 2014

Männer gibt's wohl auch

Jetzt ist es bereits halb zwei und ich mag nicht ins Bett gehen. Es ist Montag und hat wohl Gründe.

Dazu, dass ich ja seit einigen Tagen einen Kollegen habe, hat eine Freundin gemeint, dass ich mich ja zurückhalten sollte. Wenn er etwas braucht, dann kann ich da sein und sonst wollen die Jungen selbst werkeln.

Ja, ich bin in meinem Beruf wohl schon Urgestein. Mit meinen 46 Jahren. Und ausserdem habe ich immer nur mit Frauen im Team gearbeitet.
Die ersten 10 Jahre meines Berufsleben war ich so und so noch in der feministischen Frauenarbeit tätig (in "Die andere Geschichte" bin ich auf Fotos zu sehen) und auch dann als ich wechselte gab es nur Frauen im Team.

Der erste Mann im Team ist für 16 Stunden seit Juni 2014 angestellt und sitzt in einem anderen Stockwerk. Die Berührungspunkte sind also nicht wirklich vorhanden.
Und das jetzige, 31 jährige Jüngelchen (das darf ich so wahrscheinlich nicht sagen, ähm) hat das Büro neben meinem. Und ich bin unsicher wie umgehen.

Also werde ich mich an das Motto meiner Freundin halten und ganz cool in die Arbeit gehen.
-Der Kollege ist auch da, ja, schönes Wochenende gehabt, gute Arbeitswoche. - 

Ich habe eh einige Termine heute Vormittag und nicht wirklich Zeit für ihn. Mal sehen und ihn werkeln lassen, wenn er was braucht wird er schon kommen und ich kann ja mal hinüberschauen zu ihm und fragen wie es läuft, ob er etwas braucht.

UNd jetzt gehe ich schlafen. 

Freitag, 7. November 2014

Aggression verschwindibus

Das war eine Arbeitswoche, was sag ich der ganze Oktober war schon belastend. Die Monate vorher auch. Einen Höhepunkt gab es nicht, es waren ständig Höhepunkte. Und ich weiß, dass mir die Aufregung und die Aggression die ich hatte viel Kraft gekostet hat, ich habe es aber nicht anders hinbekommen.

Das Bild war lange Zeit mein Bildschirmschoner, oft hat es geholfen, aber wenn wieder ein gravierender Missstand war, auf den wir per Zufall drauf gekommen sind ist die Aggression auf die Kollegin wieder übergeschossen.



Die schwer behinderte Kollegin ist seit Oktober in Pension und die Tusnelda mit Ende Oktober auch aus der Arbeit.


Seit letzten Montag haben wir wieder einen zweiten neuen Kollegen. Jetzt sind wir zwei Frauen und zwei Männer im Team.
Wir arbeiten seit Montag den Scheiß von unserer Kollegin auf, die mit Ende Oktober ihren letzten Arbeitstag hatte. Und die Arbeit möchte ich eigentlich nicht haben.
Hat es uns wer geglaubt, dass die Kollegin ihrer Arbeit nicht nachkommt. Nein, denn das wäre unangenehm gewesen. Wieso es auf einmal doch zur Kündigung gekommen ist, entzieht sich unseres Wissens.
Jedenfalls haben wir restlichen beiden Teammitglieder kein Blatt vor den Mund genommen und die Arbeitsweise der Mitarbeiterin immer hinausposaunt. Klar war das auch für andere schon unangenehm und keiner wollte es hören.
Und jetzt müssen unsere beiden neuen Kollegen auch den Mist der Psychotante aufarbeiten. Das ist gut so, denn sie sehen, dass wir nicht übertrieben haben. Und dass, was sie jetzt innerhalb von Tagen mit den Klienten zuwege bringen sollten, hätte eigentlich Kollegin Ui. schon vor Wochen erledigen sollen.
Dabei geht es nämlich um Wohnungsanmietungen, also was sehr existenzielles und um Antragstellungen und Fristen. Und die gute Frau hat nichts gemacht. Und die Konsequenzen daraus, dass sie ihre Leute im Jahr 2-3 gesehen hat statt 40-50 Mal, baden die beiden Kollegen jetzt mit aus. Und so viel Arbeit und Energie und Kraft das auch kostet, bin ich froh, dass sie sich nicht zieren und mitanpacken.
Aber auch sie sind mittlerweile fassungslos, wenn sie hören, "Ach die Fr. Ui. die hab ich im letzten halben Jahr einmal getroffen". Dann entsteht Verständnis für unsere heftige Wut und Enttäuschung. Eben weil sie sich jetzt selbst ärgern.

Positiv ist für uns, dass die beiden Männer gleich wissen, wie die Arbeit funktionieren soll und wie es nicht gemacht werden sollte.

Habe ich mich am Montag und Dienstag und Mittwoch noch über die Fr. Ui. massiv erregt, flacht diese Aggression jetzt ab.

Ich wünsche euch einen schönen Tag,
ganga

Mittwoch, 5. November 2014

Eine Allerheiligengeschichte mal anders

Momentan ist täglich einiges los und deshalb komme ich erst heute dazu, die folgende Geschichte aufzuschreiben.
Von der Zeit her ist es einige Tage vor Allerheiligen.#

Am Friedhof ist es mir schon lange ein Dorn im Auge, dass ich mir am Grab eine riesige potthässliche Laterne und drei verdreckte weiße Engeln ansehen muss. Die Devotionalien waren im März auf einmal da. Gefragt hat mich niemand, auch wenn ich mir vorstellen kann, von wem die Teile kommen. Aber mei.
Bin ich also am Dienstag vor Allerheiligen auf den Friedhof gegangen, sehe ich, dass meine Blumen umgesetzt wurden und in der Mitte des Grab eine 50 mal 30 cm große Terracottaplatte liegt, auf der die fremde Lampe und auch meine steht.  Und weil ja Terracotta auch schön rot gebrannt sein kann, leuchtete dieses Teil ziemlich heraus aus den hellblauen Waldstiefmütterchen. Einige undefinierbare Zweige, mich hat es nach Buchs angesehen, lagen rund um den Grabstein.
Jedenfalls sah ich dann rot. Weinrot sozusagen.

Der Mann hat mich ja immer zurückgehalten, wenn ich die Grabdeko von der Fr. W. wegräumen wollte. Weil ich habe es schon immer als Frechheit und Provokation empfunden, dass da jemand ohne Fragen und Einverständnis der "Grabbesitzerin" (hört sich schlimm an, ist aber so) einfach Sachen drauflegt. Ich sag ja noch nichts, wenn jemand ein Grabkerzl dazustellt, das ist eine würdigende dezente Geste der Anerkennung. Aber so paßt die Sache einfach nicht.
Und ausserdem will ich, wenn schon Engeln, geputzte Engeln und nicht solche, denen man die Stehzeit massiv ansieht. Und ich putze die Fremdengeln nicht.

Aber ich komme wieder zurück zu den Skrupel die mein Mann verbreitet.
Also, so eine fremde Grabdeko sollte ich nicht wegräumen, den das tut man nicht. Da hatte ich dann bis jetzt wirklich Hemmungen und lies die Sachen dort stehen. Die katholische Angst- und Straferziehung schlug da voll durch. Ich ließ also die Fremdsachen bisher dort, damit ich mich nicht versündige und bestraft werden kann.

Aber an diesem Dienstag Nachmittag war alles anders. Mir stob die Wut aus den Ohren und den Nasenlöchern. Was war die rote Platte gegen mich. Aber, ich hatte noch immer Hemmungen!
Also bin ich vor mich hinschimpfend und Selbstgespräche führend nach Hause gefahren.
Den Mann habe ich angetroffen, ihm das Foto von der neuen Grabgestaltung gezeigt und ihn angesehen. Das genügte wohl und er meinte, dass ich es wegräumen sollte.
Eine Erleichterung erfasste mich, jetzt wird mich Gott wohl nicht strafen und auf Lebenszeit verfolgen für die Grabschändung die ich begehen werde.

Nach dem die Entscheidung gefallen war erholte ich mich noch zu Hause für die kommende Arbeit. Es war dann zwar schon finster, aber ich wollte die Angelegenheit noch am selben Tag regeln. Das hat keinen Aufschub mehr geduldet.
Ich ging festen Schrittes auf des Grab zu. Nahm den einen Engel (der war nicht unnett, aber ...) und dann das versiffte Engelweihwasserbecken und stopfte die große Laterne in den Müllsack dazu. Das erste war getan. Dann kam die dicke Terracottaplatte zum Herausheben dran. Mann, war dieses Teil schwer. Die Blumen habe ich wieder umgesetzt und dann war ich zufrieden. Ein abschliesender Blick, alles paßt wie es ist. Ich klemmte mir die schwere, nasse und erdige Platte unter den Arm und nahm den Müllsack in die andere Hand und auf ging es zur Müllentsorgung.

Am Freitag Abend habe ich dann noch das Gesteck für Allerheiligen hingebracht und gut war es.

Aber etwas Pikantes kommt noch. Sitze ich so im Wirtshaus, raunt mir die Wirtin zu, dass die Frau W. das Leiden persönlich ist. Ich habe ihr alles weggeworfen. Also sind nicht nur die Sachen verworfen sondern wohl ich auch.
Sie habe so Magenweh, durch diese, meine Aktion. Aber sie habe bereits Fotos gemacht von meiner Tat.
Eine der Frauen aus der Runde habe dann W. gefragt, wieso sie sich bei dem Grab überhaupt einmische.
Diese Frage sagt alles und bringt es auf den Punkt.

Und jetzt gehe ich schlafen und andere aktuelle Dinge verdauen. Es gibt sicher schöneres.



Samstag, 1. November 2014

Fleißig, fleißig

Oh, war ich heute fleißig. Zusammen mit dem Mann haben wir unsere Kleidung, Schafwollunterbetten, Wandbehänge … durch- und aussortiert. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.
Das sah dann so aus, dass die einen in Vakuumbeuteln in den Keller kamen und die anderen in 2 großen Kartons landeten.
Und den neuen Platz haben wir dann auch gleich neu aufgeteilt. Und geputzt, wie wild. Im Schweiße unseres Angesichts. Und weil es ja gerade um den Staub geht, wurde natürlich auch der Türrahmen und die Lichtschalter und was es sonst noch so eingestaubtes gibt auch mitgemacht. Es geht ja schon in einem. Was da alles an Arbeit aufgetaucht ist, unglaublich. Mit dem hat keiner von uns gerechnet. Wir waren so um die 5 Stunden beschäftigt.

Jetzt weiß auch mein Körper, dass wir heute etwas getan haben. Die Knie tun weh, die unterforderten Muskeln spüre ich am ganzen Körper. Aua, alles tut weh. Das Aufstehen vom Sessel oder Sofa könnte leichter gehen.
Aber ich bin auch froh, dass der Körper wieder gefordert worden ist.


Und jetzt schalte ich mir die Sauna ein, lege mich eine viertel Stunde bei 70 Grad hinein.