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Freitag, 4. Januar 2013

Abgrenzung - was ist das?

Für mich war es bis vor kurzem so, dass ich andere Leute ziemlich gut wahrgenommen habe. Was ja an sich positiv ist. Ich möchte dabei aber auswählen können, wen ich genauer wahrnehmen will und wen nicht.
Gerade um das Nicht wahrnehmen wollen (auf Arbeit, da ich dort die oberflächlichen Kontakte habe) geht es mir.

Ist es Desinteresse? Nein. Es ist Selbstschutz. Denn wenn ich merke es geht jemanden nicht gut, dann versuche ich mich in Zuwendung. Und das wollen Menschen oft gar nicht, oder nicht von mir. Es ist unerwünscht. Die Beziehungen sind dafür zu oberflächlich. Und die Menschen haben ihren eigenen Plan. Auch wollen sie nicht, dass es anderen auffällt, wenn es ihnen nicht gut geht. Dass will ja ich auch nicht.
Was steht dahinter? Angst, Misstrauen, sich nicht in die Karten blicken lassen wollen oder auch andere Gründe, die möglicherweise nicht negativ sind.
Jede/jeder hat Verantwortung über sein eigenes Leben. Und wenn sie/er eine Hilfe oder ein Kommentar von mir oder einem anderen Menschen möchte, dann wird sie/er es auch sagen.

Was ein anderer tut und läßt ist sein Leben. Mein Fokus soll in erster Linie auf mich gerichtet sein. Eine Freundin sagte mir, dass ich viel zu viel für andere Menschen mache. Gut, dass liegt in meiner Natur und dafür habe ich auch den richtigen Beruf gewählt.
Aber jeder hat sein eigenes Leben und trägt dafür die Verantwortung. Der Mensch ist so zu akzeptieren und anzunehmen. Ohne Wertung meinerseits.

Es erleichtert das eigene Leben ungemein. Dann bekomme ich die Aggression nicht mehr mit. Das ist ein sehr gutes Gefühl.
Gestern habe ich kurzfristig auf einen Kollegen geachtet und gemerkt, wie er die Büroeingangstür heftig und lautstark zumachte. Ich weiß was bei dem los ist. Aber da ich schon früher unangenehme Erfahrungen mit dem Kollegen gemacht habe, ist es nicht gefragt seine Gefühlslage wahrzunehmen. Zumal er dann wieder sehr schnufftig reagiert und mich als Blitzableiter für seine schlechte Laune verwendet.
Wir begrüßen uns mit Namen und verabschieden uns so auch. Und das reicht aus. Ich schaue ihm dabei nicht in die Augen oder das Gesicht, da ich sonst seine Gefühlslage wahrnehme.

Wiederum fällt es mir auf, wenn ein andere Kollege fröhlich vor sich hinpfeifft. Das bringt mich zum Lächeln und macht auch mich froh.

Ein Beispiel für das Nicht mehr hinsehen ist für mich auch die Betreuerin meines Vaters. Ich weiß jetzt meine eigenen Ängste und mir ist ein Licht aufgegangen. Die Berührungspunkte die wir haben, werden erledigt. Zugewandt bin ich mir.  Ich ziehe mein Ding durch.
Und das sie den entwendeten Kasten wieder zurückstellen muss, hat sie zu erledigen.
Mein Mann hat zu mir gesagt, ich war kaltschnäuzig wie ich ihr das gesagt habe. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn ich muss auf meine Gesundheit achten (wirklich kaltschnäuzig kann ich so und so nicht werden).
Wenn ich mich über die Situation aufrege oder Ängste habe, schreibe ich sie auf. Dann werden sie auch weniger und ich bekomme im besten Fall meine gesunde Distanz wieder.

Und jetzt ist Wochenende und ich freue mich auf die freie Zeit. Morgen werde ich am Nachmittag eine Freundin besuchen und am Vormittag Zeit mit meinem Mann verbringen. Vielleicht wollen wir auch wieder frühstücken gehen.
Was wir am Sonntag machen ist noch offen. Ich weiß jetzt gar nicht wie das Wetter bei uns werden soll.

Und immer in Bewegung bleiben!

Ich wünsche Euch ein schönes und erfülltes Wochenende, liebe Grüße.

 

Kommentare:

  1. Im Berufsleben muss man leider meist seine schlechten Tage verstecken, da man sonst schnell als Lusche gesehen wird: nicht belastbar, schnell abzulenken oder was auch immer. Es gibt viele Kollegen, die es ausnutzen um Private Infos zu bekommen, die sie dann bei passender Gelegenheit gegen dich nutzen. Blöd, aber so ist es oft.
    Im Büro, findet man keine Freunde. Die wenigen Ausnahmen raus zu filtern, die echtes Mitgefühl haben, ist oft unmöglich.

    Euch ein Schönes WE

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    1. Ja, da hast du wohl recht. Was mich aber traurig macht, ist, dass es noch bis vor 5 Jahren bei uns in der Firma nicht so war. Man kümmerte sich umeinander. Dann ging es darum das Geld eingespart wird. Langjährige und ältere MietarbeiterInnen wurden zu Gesprächen geholt und auch offen angesprochen ob sie sich beruflich nicht verändern möchten. Sie kosten zuviel.
      Und ja, es fing auch an, dass Kollegen beäugt wurden, wenn sie in Krankenstand gingen usw. So wie du geschriebn hast.
      Ich tue mich schwer, das zu akzeptieren. Will es auch oft nicht verstehen. Erst langsam akzeptiere ich dieses Verhalten und auch ich orientiere mich um.

      Liebe Grüße

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  2. Heute muss man leider so denken, dass dinge als schwäche ausgelegt werden :(
    jeder scheint an meinen stuhl zu sägen.
    ich trete niemanden weg, um meinen job zu behalten, aber ich lasse mich auch nicht wegtreten.. das bedeutet, dass ich die schwächen der anderen observieren muss um sie et mal einsetzen zu müssen, sollte der / die an meinem stuhl knabbern. blöd, aber in grossen firmen realität-

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