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Donnerstag, 27. Oktober 2016

Es geht auf zum Essen

In Ermangelung eines Geburtstagsgeschenkes für die Lebensgefährtin vom Halbbruder meinte ich damals im Juli zu ihr, dass es wohl fein wäre, wenn wir einmal Essen gehen.
Wir sind damals gerade aus dem Urlaub gekommen und ich wollte diese "Verpflichtung" von mir schieben und so habe ich Monat um Monat weiter geschoben. Wo wir hingehen, war schon klar, nämlich bei uns in der Nähe zum Chinesen. Das hat sie sich gewunschen.
Am Dienstag Nachmittag bekomme ich einen Anruf von ihr, ob ich am Abend Zeit habe mit ihr Essen zu gehen.
Mich trifft halb der Schlag und ich beschließe, dass ich mir den Dienstag Abend nicht nehmen lasse aber den Mittwoch Mittag kann ich dafür opfern. Mittwoch ist bei uns Nationalfeiertag und der Mann liegt so und so krank zu Hause.
Und so vereinbaren wir, dass sie um 11 Uhr 30 zu mir kommt und dann fahren wir weiter.

Am Dienstag Abend erzähle ich Maria von meiner Kneippe, dass ich am Mittwoch mit der Guten zum Geburtstagsessen gehe. Sie sah mein unglückliches Gesicht und konnte sich das Lachen nicht mehr verkneifen. "Na dann schau mal, dass du genug Geld mit nimmst."
Ich war fassungslos! Wieso soll ich genug Geld mitnehmen, für was?
Ein mitleidiger Blick trifft mich und sie erinnert mich daran, dass nicht nur die Gute ein Essen braucht sondern auch der Halbbruder und der gemeinsame Sohn. Und Ganga, du glaubst wohl nicht, wenn jemand anderer zahlt, dass sie sich das entgehen lassen.
Mir fällt alles hinunter, mein Gesicht wird lang und ich tue mich schwer das zu begreifen. Da geht es mir nicht wirklich gut. Und ich meine, dass ich auch nicht gewillt bin für 4 Leute das Essen und Trinken zu bezahlen.
Ich sitze da wie bedröpelt und denke mir wie blöd ich war. Maria meinte mitfühlend, dass nächste Mal schenkst du ihr Duschgel und Bodylotion und ein nettes Handtuch.
Ich stiere sie an und sag ihr, dass mir jedes dieser Teile zu schade ist für die Gute, weil sie sich eh nicht wäscht und ich möchte ihr nichts geben, was dann herumsteht und vergammelt. Dafür ist mir auch ein Duschgel zu schade.
Kann das sein, liebe Ganga, dass du da ein klein wenig hochmütig bist?
Wenn ich nicht noch Auto fahren müßte, würde ich jetzt sagen bring mir bitte einen Schnaps und es würde nicht bei dem einen bleiben.





Mittwoch, 26. Oktober 2016

Karten dübeln

Wie die Zeit vergeht. Jetzt ist es bereits Mittwoch.
Mein Wochenende war angenehm und relativ ereignislos. Spaß hatte ich trotzdem.

Ein Highlight war, dass ich zum Kartenspielen eingeladen wurde. Es hat sich so ergebe, dass
einer aus einer 4er Runde Kartenspieler kurz weg musste. Ich wurde gefragt ob ich einspringe und habe mich zum ersten Mal getraut öffentlich Karten zu dübeln. Watten, da spielen bei uns die Profis. Jahrzehntelange Erfahrung und Übung. Die rechnen sich die Chancen anhand der ausgespielten Karten aus und da wird über die Stiche und Trümpfe die einer hat oder auch nicht, debattiert. Wie die Chancen stehen zu gewinnen. Ob das andere Spielerpaar gute Karten nur vortäuscht, oder ob sie die doch haben. Also alles in allem eine anspruchsvolle Sache für jemanden wie mich, die erst am Lernen ist.
Die sind ja auch so verdammt schnell, da muss man sich sehr konzentrieren, dass man mitkommt.
Und als ich da zum ersten Mal jetzt dabei war, hatte ich so einen Spaß. Weil es geht nicht nur darum, dass du Karten spielst, sondern ganz wichtig ist die Kommunikation am Tisch. Du redest mit einander, spekulierst welche Karten der andere hat, jeder zieht jeden ein bisschen auf, also da ist dann die volle Hetze im Gang. Es war so schön für mich, ein ganz tolles Erlebnis.






Krank sein

Der Mann ist am Montag mit einem üblen Schnupfen und Husten aus der Arbeit nach Hause gekommen.
So ein Mist.
Und weil ich doch auch immer krank werde, wenn er krank ist, habe ich beschlossen, dass wir die Zeit der Krankheit am besten gleich miteinander durchstehen. Ich sitze bei ihm, wenn er hustet und rotzt.
Denn das geht mich am meisten an, ich versorge die Family und wenn dann alle nahezu gesund sind, dann liege ich flach. So bin ich dann einige Wochen mit Krankheit beschäftigt.
Diesmal nicht. Es ist Mittwoch und heute früh hat's bei mir auch begonnen mit den Symptomen. Schnupfen, Nebenhöhlen, Kopfweh, marod.
Jetzt liegen der Mann und ich einträchtig neben einander auf dem Sofa und genießen die Gemeinsamkeit.
Vergeht ja wieder.





Freitag, 21. Oktober 2016

Heiß kann es jetzt auch bei uns sein

Ach herje, was ist das für eine Zeit :)

In den letzten Tagen habe ich meine Mutter regelmäßig mit Essen versorgt und fleißig eingeheizt.
Sie hat einen üblen Husten und kriecht am Zahnfleisch daher.
Heizen wollte die gute Frau erst ab Allerheiligen.
Nein, nein, so geht das nicht.

Es ist möglich, jedes Zimmer mit einem Kachelofen zu heizen und weil ich es gern warm habe, ist es klar, dass ich meine Mutter nicht in der Kälte sitzen lasse.
Und weil ich so tatkräftig sein kann, habe ich mich am Wochenende aufgemacht, die Mutter zu versorgen. Ach war ich zugewandt und so schnell konnte sie gar nicht schauen, waren 4 Öfen beheizt. Küche, eh klar, Stube, auch verständlich, Schlafzimmer und mein ehemaliges Zimmer. Und wie das Holz in der Hitze knarzte, es war nur so eine Freude. Ich war sehr zufrieden.
Die Mutter hatte Stress um ihre 7m Buchenscheiter bekommen. Nein, da komme ich ja nicht über den Winter, lamentiert sie. Aber was nützt es, wenn sie eine wild entschlossene Ganga da hat, die Wärme schon immer gut gefunden hat, besonders bei Erkältung.
Und was sind den schon 7 Meter Holz. Wenn's ausgeht kauft man nach.

Sie hat die Aufgabe bekommen, wenn gut geheizt ist, die Türen der zwei Schlafzimmer aufzumachen, sodass es im Stiegenhaus auch warm wird. Damit auch die Toilette benutzbar wird und sich die Grade vom Gefrierpunkt nach oben bewegen.

Wenn ich am Abend nach Hause gefahren bin, war es noch angenehm zum Abschalten auf mehrere Getränke einzukehren. Soda-Zitron und Kaffee, das geht immer.
Die Hormone müssen dieser Tage in Wallung sein. Aber nicht nur bei mir.
Noch dazu finde ich dann kein Heimgehen mehr.
Weil so viel Spaß und so viele Geschichten.





Donnerstag, 20. Oktober 2016

Sachlichkeit mit möglicher Hitze

Der Einkommenssteuerbescheid 2013 für Violeta ist vor einigen Tagen gekommen und ich habe ihn vereinbarungsgemäß an den Herrn Hofrat weitergeleitet. Damit er rechnen kann.
Ich habe auch gerechnet und bin zu einem guten Ergebnis gekommen.
Allerdings muss ich sagen, dass mir niemand von meinen Kontakten, die sich mit dieser Art von Förderung auskennen, helfen wollte. Sobald ich den Namen der Förderungsstelle sagte, wurde abgewunken.
Bei der Arbeiterkammer lies mich die Frau gar nicht mal ausreden. Sobald sie das "schmutzige (diesen Eindruck habe ich langsam bekommen)" Wort hörte, erklärte sie mir die Nicht-Zuständigkeit der AK.
Wie gibt es das?
Möglicherweise, weil überall bei diesen Stellen das Land die Oberbehörde ist und jeder sich schützen will.
Einen anderen Grund finde ich nicht.
Und diese Förderung gehört auch noch in einen Förderungstopf, der bei uns einen jahrelangen Finanzskandal und Rechtsstreit mit Köpfe rollen und Bauernopfer gefordert hat.
Auch der Herr Hofrat wurde vor 3 Jahren mit dem jetzigen Job versorgt.

Aber das er nicht rechnen können sollte, dass verstehe ich nicht.
Jedenfalls hatte ich die Idee zu einem Buchhalter zu gehen und mir die Steuerbescheide erklären zu lassen und meine Rechnung ist aufgegangen. Ich habe mir die Gesetzestexte auch gut durchgelesen und bin überzeugt  von der Richtigkeit unserer Berechnung. Nur, wenn wir uns nicht gütlich einigen können, dann muss man erst einmal jemand finden, der einen vor Gericht gegen diese Abteilung vertreten will und auch nichts kostet. Mir ist da nur mehr die Volksanwaltschaft eingefallen.

Der Herr Hofrat hat mir ja seine persönliche Visitenkarte gegeben, die nicht jeder bekommt.
Also ist der Steuerbescheid 2013 am letzten Freitag auch an diese Mail Adresse gegangen.
Heute bekomme ich eine Mail mit der Anrede:

Sehr geehrte Frau ... Ganga, geschätzte Frau Ganga,
...

Mich hat auch schon länger niemand mehr "geschätzte" genannt. Das letzte Mal war es der Anwalt, der mit mir die Verlassenschaft des Vaters geregelt hat.
Ich habe es wohl mit den Anwälten oder die mit mir.
Oder sie haben Notstand, das kann ja auch sein.

... mit Terminvorschlag: Soll ich an diesem Tag keine Zeit für ihn haben, dann soll ich ihn anrufen.

Ich bin ungeübt, was den spielerischen Umgang von Frauen mit Machtmenschen betrifft.
Daher werde ich Zeit für ihn haben und mir wie von ihm vorgeschlagen die Vertretungsvollmacht von Violeta geben lassen.



 

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Vom Gespräch zum sinnlichen Erleben

Es geht darum, Klarheit in eine sachliche Frage zu bringen. Deswegen sitze ich jetzt hier mit Violeta. Erst im Nachhinein, als wir sein Büro wieder verlassen haben, bemerke ich, dass die einzigen beiden Stühle die sind, die vor seinem Büro stehen. Sonst ist nur Gang. Ein dunkelbraun vertäfelter Gang, von dem die Bürotüren in gleicher Farbe abgehen. Es fällt zuerst nicht auf, dass es ausser dem Gang noch etwas anderes hier gibt.
Violeta und ich arbeiteten uns Türschild um Türschild voran. Irgendwann erreichten wir das Zimmer 283. Sekretariat. Aha. Zuerst Sekretärin, dann zum Boss.
Die Türe zu ihr ist offen und ich melde uns an.
"Nehmen sie bitte draussen Platz", ein mitleidiger Blick folgt uns.

Er wird als Spinner beschrieben, der die MitarbeiterInnen verfolgend kontrolliert.

So sitzen wir beiden denn nun auf den Sesseln vor der Tür und warten dass er uns herein bittet.
Ich bekomme Stress, denn es geht heute um viel Geld.
Violeta und ich haben vor einigen Jahren, als sie ihre Wohnung bezogen hat, um eine Beihilfe angesucht, die ihr auch gewährt wurde. Von 2013 bis März 2015. Wir habe immer darauf geachtet, dass alle Lohnzettel und Bezugsbestätigung auf dem Amt eingegangen sind. Jede Änderung gemeldet. Als dann im April 2015 ihr Sohn zu ihr zog, war das Haushaltseinkommen für die Förderung zu hoch und wir meldeten die Sachlage sofort.
Im Sommer 2016 flattert ihr dann ein Brief ins Haus, dass sie 300.- zurückzahlen muss. Es war nicht nachvollziehbar wieso, und warum es jetzt nach über einem Jahr zu dieser Rückforderung kommt. Unsere Bemühungen die Sachlage zu klären verliefen ins Leere.
Vor drei Wochen kam dann der Brief, dass sie die Einkommensbescheide vom Finanzamt vorzulegen habe. Und auf einmal hat sie nicht mehr ein Einkommen von 5000.- im Jahr gehabt, sondern eines von 12.000.-. Und die Berechnung des Amtes war für 2014 und 2015 gleich hoch.
Schockschwerenot.
Sie wird ersucht, sich einen persönlichen Termin auf dem Amt für die Förderung auszumachen.
Ja da gehe ich doch mit.

Die Türe öffnet sich und ein Mann im Anzug bittet uns herein. Noch vor seinem Schreibtisch steht ein Tisch, an dem wir drei Platz nehmen.
Er findet den Akt nicht und entwickelt Stress. Schießt herum und sucht in den Schränken. Erst als ihm die Sekretärin sagt, wo er suchen soll wird es was. Hat wohl einen leichten Saustall in seiner Aktenordnung. Also so perfekt ist der nicht.

Ich erkläre die Sachlage und dass es für uns nicht ersichtlich ist, wie es zu den errechneten Summen kommt, den wir sehen es so und so.
Kein Schlagabtausch findet statt, denn dem gehe ich nicht auf dem Leim. Ich will die Sache verstehen.
Da sind wir gleich auf einer ganz anderen Ebene.
Und so sehen wir uns an und jeder erklärt seine Sichtweise und er die Rechtslage noch dazu.
Ich  merke mit der Zeit, dass es uns beiden gefällt was wir am jeweils anderen sehen.
Aber nur nicht weichen in der Sache.
Keine Sturheit zeigen, aber die eigene Sachlichkeit und die Berechnung und Sichtweise halten, solange bis ich verstehe was er meint.
Wir reden und blicken uns in die Augen. Ich beginne den Menschen bei ihm zu sehen und nehme seine Gesichtszüge immer intensiver wahr.
Er holt seinen Gesetzestext und schiebt ihn in die Mitte des Tisches und auf einmal wird der Tisch immer kleiner.
Wir suchen die Paragraphen, verweisen gegenseitig auf die Definitionen. Unsere beiden Hände kommen sich auf den Papieren immer näher. Er saugt meine Hand auf mit seinen Augen. Unsere Köpfe tauchen zusammen und irgendwie ist nicht mehr viel Tisch übrig.
Ich weiß irgendwann, was er meint, auf was er sich bezieht.Trotzdem kann ich jetzt kein Zugeständnis machen und sage ihm, dass ich verstehe und mir im Büro die Zahlen durchrechnen muss.
Ich merke, dass er den Respekt nicht vor mir verliert.
Und er lässt mich trotzdem nicht gehen und beginnt unseren Tanz von neuem.
Er weiß es, dass er mich berührt.
Er läßt nicht locker und ich will mich wieder aus der juristischen Situation retten und sage ihm, dass ich mir im Büro alles in Ruhe  ansehen und durchrechnen werde.
Die Sinne laufen auf Hochtouren.
Wie er wohl schmeckt.
Er lässt mich nicht gehen und verwickelt mich wieder in das Lesen der Paragraphen und die Erklärungen, die ich bereits kenne und die mir klar sind.
Weit entfernt ist er nicht mehr von mir und mir fällt auf, dass wir beide über dem Tisch hängen und sehr nahe sind.
Ich will ihn riechen und ich will ihn schmecken und ich will ihn spüren. Und ich weiß, dass er es weiß.
Dann lässt er ab von mir und macht mir ein Angebot für das Jahr 2013.
Ich bekomme Angst, dass es dann noch schlimmer um die Berechnungsgrundlage von Violeta wird.

Wir vereinbaren bis wann ich ihm die Erklärung 2013 zuschicke und er meint, ich soll dann zu ihm kommen, damit wir die Berechnung miteinander durchgehen. Von Violeta soll ich mir eine Vollmacht für ihre Vertretung geben lassen.

Ich bedanke mich für die Zeit, die er sich für uns genommen hat und merke eine Irritation und ein Erstaunen in seinen Augen. Ja, ja, dass ist für ihn möglicherweise nicht verständlich, dass jemand seine Zeit achtet :-)
Aber ich hätte das auch gesagt, wenn das Gesprächsklima anders verlaufen wäre. Höflichkeit zu wahren macht ein nächstes Treffen einfach entspannter.

Er gibt mir die Hand und ich mag es, wie er sie drückt.

Violeta fällt aus allen Wolken, wie wir draußen sind. Ich habe sie wohl manchmal wahrgenommen, aus den Augenwinkeln.










Samstag, 8. Oktober 2016

Vom Waschmittel zum Krieg

Jetzt muss ich nochmals zu der Baumwolle schreiben. Ich habe ja diese unglaublich positive Erfahrung mit der chronischen Hautentzündung und dem Biobaumwoll-BH gemacht.
ABER: Kaum habe ich mit meinem Waschmittel gewaschen, wo ich dachte, dass es haut- und umweltverträglicher ist, ist alles wieder beim Alten. Der entzündete Unterbruststreifen war wieder da, und das sage und schreibe innerhalb einer Stunde!!!!

Also das Waschmittel muss es auch sein.

Und dabei wirbt  ... damit dass es "auf Rezepturalternativen, die auf altbewährte Naturwirkstoffe zurückgreifen, setzt. Flecklöser der Zitrone für Weiß- und Kochwäsche, farbschützende Apfel-Extrakte für bunte und dunkle Wäsche oder hautschonende Aloe Vera-Extrakte für empfindliche Haut - so wird Ihre Wäsche auf natürliche Weise strahlend rein!
Besonders hartnäckigen Flecken auf Ihrem Lieblingskleidungsstück können Sie außerdem schon im Vorfeld zu Leibe rücken! Dank der veganen ...  Flecklöser gehören Flecken im Handumdrehen der Vergangenheit an.

Ich probiere jetzt ein anscheinend weniger aggressives aus, dass "Almawin" heißt. Die Unterwäsche hängt gerade zum Trocknen auf der Leine und ich bin gespannt wie verträglich dieses für meine Haut ist.

Alternativ habe ich mir schon die Waschnüsse angesehen oder Seifenflocken.

Tja, die neue Wäsche ist ja jetzt weiß und ich habe schon schwere Bedenken ob ich mit einer "daspindelten" also grau und braun verfärbten Wäsche leben kann. Woanders ausziehen darf ich mich dann nicht. 

Jetzt fällt mir ein, wie wir zu Hause immer gewaschen haben.
Schade dass ich jetzt kein Bild davon habe, aber wir haben bei meiner Mutter eine richtige Waschküche. Mit einem großen einbetonierten Waschkessel, der von unten beheizt wird.
Ein Holzdeckel kommt dann noch auf den Kessel drauf und da wurde die weiße Wäsche ein bis zwei Stunden ausgekocht. Mit einem langen und starken Holzstecken hast du da immer wieder die Wäsche gewendet und die Lauge umgerührt. Wenn dann das Wasser abkühlte kam die Buntwäsche in den Kessel.
Die sauber gekochte Wäsche ist dann in einen sehr großen und tiefen Granter (betonierter Trog) gekommen und wurde dort in kaltem Wasser gut ausgeschwemmt.
Als Kind saß ich da mit der Wäsche immer drinnen und hatte das größte Vergnügen.
Eine Errungenschaft war die Wäscheschleuder. Der Holztisch auf dem die Wäsche früher ausgewrungen wurde, hat irgendwann einen anderen Zweck gefunden.
Und irgendwann ist die Waschmaschine gekommen.

Und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass das bevorzugte Waschmittel das Persil war. Und im Dachboden wurde für den nächsten Krieg immer Seifenflocken und Persil und Ariel ... gebunkert. Früher habe ich es immer belächelt, aber jetzt denke ich mir, eine sauber Wäsche kannst du immer brauchen, auch im Krieg (ohne Henkel und Procter und wie sie heißen).

Gesagt wurde von den Alten immer, dass wir für den nächsten Krieg gerüstet sein müssen.
Und irgendwann haben sie gesagt, dass, wenn der nächste Krieg kommt, wir gar nichts mehr brauchen werden, da wir dann eh alle tot sind.

Mag sein, kann aber auch anders kommen.
Vor allem da es ja immer Kriegsgewinner geben will und da ist so eine radikale Lösung wie die Ausrottung ganzer Völker auf einem Tusch nicht gewinnorientiert.

Wer soll denn dann das (horrend teure) Waschmittel kaufen.