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Sonntag, 7. April 2013

Sexualität anders

Ich sehe mir gerade den Film Hannibal über Hannibal Lector an. Eigentlich ein Film, den ich mir sonst nie angesehen hätte.
Ich weiß, dass ein Bekannter von mir sehr viel liest und an die 700 DVD' s hat. Auch dass diese Medien Psychothrillers und Horror sind.

Der Mann erzählte mir nun, dass er besondere Neigungen hat und ihm eine Frau nicht ausreicht. Das habe ich schon öfters von ihm gehört, es aber in meiner Naivität anders interpretiert als er es gemeint hat. Und beim Nachfragen hat er sich nicht darüber ausgelassen.
Letzten Mittwoch war es aber soweit. Mir wurde klar, dass es um Gewalt in der Sexualität geht. Er meinte, dass man etwas nicht ablehnen könnte, das man nicht kennt.
Dieser Mann wird nun mit einer Frau zusammenziehen. Derzeit führen sie eine Wochenendbeziehung.
Ob sie ihn hinausschmeissen wird, wenn sie mehr über ihn erfährt? (das fragt er sich). Und er wundert sich, dass sie noch nie nachgefragt hat.
Da bei mir die Vorstellung bei Sadomasochismus endet, fing ich an, bei Amazon nach dem Buch zu suchen, dass er gerade gekauft hat. Auf der Rückseite des Cover wurde ausdrücklich vor dem Inhalt des Buches gewarnt! Ich habe das für einen Schmäh gehalten als er es mir erzählte, es ist aber wirklich so, dass eine ernst gemeinte Warnung groß auf der Rückseite steht.
Und dann fing ich an in das Buch Bighead hineinzulesen. Ich bin noch immer verstört.

Das sich jemand überhaupt so etwas grausliges ausdenken kann. Ob dieser Autor seine Neigungen auf diese Art und Weise auslebt? Verhindert er so, dass er einem realen Menschen sowas antun würde?
Viele Frauen und Männer haben sexuelle Gewaltphantasien, die sie aber nie leben möchten. Es spielt sich einfach in der Phantasie ab und dort bleibt es.

 

Abgrenzung

Am Freitag hat mich eine Kollegin darauf angesprochen, dass sie in unserer Geschäftszentrale war, und dort ziemlich dicke Luft herrschte.
Ich freute mich sehr, dass ich nichts gemerkt habe. Wieso und warum?
Weil ich seit geraumer Zeit trainiere selbst zu bestimmen wo ich genauer hinsehen will und wo nicht.
Und die Stimmung und das Verhalten der Menschen in der Geschäftszentrale interessiert mich nicht mehr aus bestimmten für mich unerfreulichen Gründen. Also bekomme ich nichts mit, weil ich zielgerichtet hinaufgehe. Manchmal, wenn es paßt, Späßchen mache. Und dann gehe ich wieder.

Für unsere behinderte Kollegin erledige ich einige Sachen, welche sie selbst nicht machen kann wie z.B. Kaffee bringen, ihr Dinge in die Geschäftszentrale tragen und zur Fachbereichsleitung.
Ob sie ihre Arbeit erledigen kann, darauf achte ich nicht mehr.
Ich habe irgendwann gesehen, dass ihr Leben ihre Verantwortung ist.
Wenn ich von der Chefin darauf angesprochen werde, wie es der Kollegin geht, sage ich sofort Stop, das geht mich nichts an. Kein weiteres Wort höre ich mir an. Wenn jemand mit ihr ein Problem hat soll er es sich mit ihr klären.
Und auch das klappt mittlerweile ganz gut.

Mangels fehlender konkreter Beispiele ist das vielleicht etwas kryptisch, aber ich will da nicht mehr dazuschreiben, dass ist gar nicht notwendig.
Mir geht es wirklich nur darum, dass ich bei mir bleibe und selbst entscheide auf wenn ich mich einlasse und auf wen nicht.
Das ist für andere selbstverständlich, da macht sich niemand Gedanken.
 

Freitag, 5. April 2013

Kälte, pfui Teifi

Ich komme einfach nicht aus, über das Wetter zu jammern. Mich stört diese Kälte so.
Jetz habe ich aber gesehen, dass der Huflattich an sonnigen Stellen schon blüht. ´Der Frühling drängt schon hervor. Wir haben ja doch immer wieder auch einige Plusgrade in den letzten 2 Wochen gehabt.


Nun muß sich alles, alles wenden.
 
(1787 - 1862), deutscher Lyriker und Germanist, Mitglied des Paulsparlaments
Quelle: »Frühlingsglaube«




 

 

Donnerstag, 4. April 2013

Frühling wenigstens im Bild


Das hier im Blog auch wieder mal etwas Schönes zu sehen ist.




Und sonst geht das Leben weiter.

Heute habe ich den Homöopathen angerufen, da die Hals- und Rachenentzündung immer wieder kommt und geht.
Er hat mir das Mittel Lachesis empfohlen. Das Gift der Buschschlange, wenn ich mich nicht täusche.
Jedenfalls heute nach der ersten Einnahme hat es sofort gewirkt.

Jtzt werde ich mich ins Bett begeben und noch etwas lesen. Derzeit lese ich an zwei Büchern. Das eine ist Madame Mallory und der kleine indische Koch. Ein schönes Buch.
Und das andere Buch ist ein etwas schräger, auch oberflächlicher aber trotzdem lustiger Krimi von Daria Donzowa. Bei dem Buch kann ich abschalten.

Am Montag kommt eine Praktikantin für 2 Wochen zu mir. Sie ist eine Nette und ich würde mich freuen, wenn wir miteinander eine gute Zeit hätten. Gegenseitige Wertschätzung und so.

In diesem Sinne, liebe Grüße
ganga


 

Dienstag, 2. April 2013

Ostermontag, einfach nett

Heute war ein gemütlicher Tag zu Hause. Mit lange Schlafen, ausgiebig Duschen, Haare waschen, Frühstücken, lesen und Besuch habe ich auch bekommen. Meine Freundin B. kam vorbei.
Und um 19 Uhr 30 war es noch hell draußen. Ist irgendwie unpassend. Früher hat mir das nichts ausgemacht. Im Gegenteil, ich freute mich schon auf die langen Frühjahrs- und Sommernächte.

Der Mann kochte noch für uns. Er hat sich sehr bemüht. Es gab Lammkoteletts mit Kartoffel, Stangenbohnen und einen grünen Salat mit Champignons. Die Vegetarier unter euch sollen bitte die Fotos ignorieren.


 


  
 

Und ansonst schneit es bei uns und es ist saukalt und ungemütlich draußen.


 

Jetzt wird das Foto von dem Geschenk nachgeliefert.


 

Montag, 1. April 2013

Und ewig grüßt das ....

Am Freitag kam B. zu Besuch. Mit Freundinnen zusammentreffen ist einfach nett.
Sie brachte mir kleine Fläschchen mit Essig und Öl mit, zum Nachfüllen.
Einen Dattel-Crema Balsamico, einen Blutorangen Balsamico und ein Walnussöl. Alles voll köstlich.

Leider kann ich derzeit die Fotos nicht importieren.
 
Und sie half mir weiter mit meinen komischen Gefühlen und körperlichen Misstimmungen wegen der Frau bei meinem Vater.
Wieso es mir so schlecht geht? Ich habe Angst. Eine Scheißangst. Eine Angst die mich verfolgt bis in die Träume. Die mich nicht schlafen läßt. Und mir während des Schlafens Schweißattacken beschert.
Gut sie hat mich wirklich sehr sekiert. Ich war ihre Projektionsfläche und sie hat sich ständig neue Gemeinheiten und komische Aktionen einfallen lassen.
Ich gestehe ihr eine Macht zu, die sie nicht mehr hat.
Es ist vorbei, durchgestanden mit ihr.
Das ist es was ich zu kapieren habe.
Meine Angst kommt von früher.

Aber, immer wenn ich sie sehe, entsteht das Bild von zwei streitenden Mädchen vor meinem Auge.
Ätschibätsch, ich bin besser als du. Ich tue viel mehr als du. Mich braucht er.
Ja, da steh ich mal kurz betröpelt da.
Das löst Druck in mir aus. Ich muss auch was tun, damit ich mithalten kann. Das ich zeigen kann ich bin auch wer.
Blödes Spiel. Dazu habe ich keine Lust.
Ich organisiere und verwalte und das ist gut so.

Und wenn er Besuch bekommt von ihr ist das auch schön.

Aussteigen aus dieser Dynamik kann nur ich.

Jetzt im Pflegeheim ist alles geregelt. Sie halten sich an die gemeinsam getroffenen Vereinbarungen (Wäsche waschen, Medikamente besorgen,...) und W. kommt auf Besuch. Auch gut. Kein Kompetenzgerangel. Sein alltägliches Leben ist geregelt.
W. kommt am Vormittag und bleibt bei ihm. Sie fragt das Personal immer wenn sie was tut ob das paßt (das kenne ich von ihr). Soll sie tun, damit macht sie wenigstens keinen Übergriff, weil, geregelt ist alles. Sie soll sich ihm widmen.
Aber dass sie mit ihm im Speiseraum zu Abend ißt habe ich doch gesagt.

Ich freue mich schon auf die Zeit, wo dies alles kein Thema mehr ist.

Der Tod, die Gnade

Am Donnerstag habe ich Frust und Depression geschoben. Schon in der Früh war ich froh, dass wir grausliges Wetter hatten. Sonne hätte ich jetzt stimmungsmäßig nicht vertragen.

Ich war von dem Erlebnis gestern und was es in mir ausgelöst hat noch ganz durcheinander. Ich konnte nicht fassen was da in mir abgeht.

Dann kommt wirklich eine traurige , aber auch wieder erleichternde Nachricht. Ich habe mich für einen Sachwalterklienten von mir sehr eingesetzt. Und am Donnerstag Nachmittag konnte er endlich sterben.

Der Mann war 81 Jahre alt und lag seit Jahren mit Parkinson im Pflegeheim. Er war nur mehr Haut und Knochen und wurde künstlich über ein Sonde ernährt. Er lag auch nur mehr im Bett und dämmerte vor sich hin. Fotos von ihm hingen an der Wand die ihn als lebenslustigen Mann zeigten. Kernig und fröhlich.
Das Heim hat mich vor einiger Zeit angerufen, weil sie es nicht mehr schafften, ihm beim Leiden zuzusehen. Das Pflegepersonal war am Ende mit ihren Kräften.
Die zuständige Ärztin weigerte sich, ihm Schmerzmittel zu geben. Er stöhnte und wand sich stundenlang! Die Astronautennahrung vertrug der Körper nicht mehr und er hat ständig Durchfall. Dann bekam er am Körper offene Stellen, die nicht mehr zuheilten.

Die Schwester rief mich immer wieder an und bat mich ob ich nicht für die Absetzung der Nahrung sorgen könnte. Nein, darf ich als Sachwalterin nicht.

ABER:
Ein Spezialist für die Sondenlegung, der auch gleichzeitig sehr kritisch ist, erklärte sich bereit zu dem Herrn zu fahren und ihn zu untersuchen!
Noch am selben Tag bekam ich ein Konzil, so heißt dieses Empfehlungsschreiben, dass ich sofort an die zuständig Ärztin und das Pflegeheim weitergeleitet habe. In medizinischer Sprache wurde eine Einstellung der Sondenernährung, also nur mehr Paliativpflege (Wasser), und um ihn die unerträglichen Schmerzen leichter erträglich zu machen wurde die Gabe von Morphium empfohlen.

Die Hausärztin weigerte sich zunächst. Dann bin ich persönlich zu ihr hinausgefahren und konnte sie doch davon überzeugen, dass es bei meinem Klienten egal ist ob er von Morphium abhängig wird, da er starke Schmerzen hat und eigentlich im Sterben begriffen ist.
Wenn die Frau sich weiter quergelegt hätte wäre ich mit dem Konzil zur Ärztekammer gegangen. Da hätte ich keine Ruhe mehr gegeben.

Und dann ist es schnell gegangen. Innerhalb von 2 Wochen konnte er endlich sterben. Wenigstens diese letzten beiden Wochen verbrachte er schmerzfrei und es war ihm vergönnt, dass er gehen durfte.

Ich finde es ist Feigheit, dass Menschen unter den schlimmsten Bedingungen, jahrelang künstlich am Leben erhalten werden. Keiner will die Verantwortung übernehmen Stop zu sagen. Es ist eine medizinische Entscheidung und es gibt wenig Ärzte, die sich für den Patienten interessieren und Verantwortung übernehmen. Weil den Ärzten ist es egal, wenn eine vor sich hinvegetiert. Das ist ein einfacher Patient, der liegt so und so nur im Bett und da hat man nicht viel Aufwand und verdient sehr gute Kohle durch die hohe Pflegestufe an ihm.
Und jeder hat ja schlieslich das Recht auf leben, auch wenn er nur mehr mit der Sonde ernährt wird und sonst eh schon im Koma liegt.
Und die Schmerzmitteln, von denen der arme 80jährige abhängig werden könnte geben sie ihm natürlich nicht, weil die kosten so viel Geld. Und spüren tut der doch eh nichts mehr. Das gequälte Stöhnen hört eh nur das Pflegepersonal, die Ärzte erscheinen doch nur zur Visite.

Ein zweites Mal wird mir sowas nicht passieren. Sollte ich wieder einen Klienten in so einem Zustand als Sachwalterin vertreten, werde ich von mir aus auf seine Medikamentengabe achten und dem Personal meine Unterstützung anbieten.