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Sonntag, 9. März 2014

Wie eine Kerze

Jetzt schreibe ich gerade noch darüber, dass jeder im Frieden gehen können soll und dann bekomme ich heute um kurz vor 12 Uhr einen Anruf vom Pflegeheim, dass der Vater gestorben sei.
Um 10 Uhr haben sie ihn noch fertig gewaschen und angezogen und noch Scherze gemacht. Als die Schwester um 11 Uhr 45 in sein Zimmer geht um ihn zum Mittagessen zu holen, lag er bereits Tod im Bett.
Unglaublich. Wer rechnet mit so einer Mitteilung, wenn der Vater zwar auf Pflege angewiesen ist aber sonst körperlich voll fit.

Und ich habe heute um 9 Uhr zum Mann noch gesagt, ob wir rüber fahren sollten zum Vater. Der Mann wollte seine Ruhe haben.
Die hat er sich dann aufmalen können.

Selbst war ich erstmals fassungslos. Es war für mich unglaublich, dass er jetzt gestorben ist. Ich habe noch mit mindestens 1-2 Jahren gerechnet. Es hat mich also kalt erwischt.
Mein Halbbruder hat dann zu mir gemeint, und er hat absolut recht, unser Vater hat für keinen von uns eine Träne geweint. Er war ein kaltherziger Mensch, der sich nur für seine Jagd interessiert hat.
Es stimmt, genau so war es.
Und dass wird mir helfen.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir keine unschönen Erlebnisse mit ihm mehr unterkommen.
Er war mein Vater. Nicht mehr und nicht weniger.
Und ich sage Danke, dass es mich gibt.




Kommentare:

  1. Mein Beileid.
    Ich wünsche dir viel Kranft, für die Aufgaben, die jetzt kommen werden.

    LG

    Kati

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  2. Hm. Was sagt man nun? Mein Beileid. Aber passt das? Finde ich gerade schwierig nach diesem Text. Ich freu mich jedenfalls auch, dass es dich gibt. Ich wünsch Kraft. ♥

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  3. Es werden noch viele Gedanken kommen und gehen.....ich wünsche dir Kraft
    M.

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  4. Trotz aller Diskrepanzen mit ihm, wünsche ich dir und deiner Familile Herzliches Beileid.

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  5. liebe ganga,
    schon lange bin ich eine stille leserin.
    das mit deinem vater tut mir leid.
    du hast ja auch viel mitgemacht im letzten jahr mit dem ganzen drumherum.
    da habe ich oft deine art, an die sache heranzugehen, bewundert.

    silke

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  6. Ich kann mich Sudda nur anschließen.....Kraft und gute Gedanken
    sitzen auf einer Wolke auf dem Weg zu Dir♥

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  7. Mach Dir nichts vor, er war Dein Vater und so oder so hast Du ihn geliebt. Man liebt seine Eltern, egal wie schrecklich sie sind. Ich kenne Kinder die jeden Tag geschlagen werden, ihre größte Angst ist es, von Daheim weg zu müssen und das ihre Mama ins Gefängnis kommt, trotz allem und so denke ich schon, dass es Dir auch weh tut, also auch von mir ein herzliches Beileid, wobei mich immer ärgert, wie wenig diese Worte eigentlich ausdrücken.

    Als meine Mama starb, sagte ich ziemlich zeitgleich zu meiner Freundin, dass sie nicht mehr lange lebt und im selben Augenblick ( wir haben den Kassenbon als Zeugen) kaufte meine Schwester einen riesen Plüschhasen für sie.

    Es passiert oft, dass man trotz Entfernung spürt, wenn eine nahe Seele von uns geht und ganz ehrlich, ich finde es gut, wie er gestorben ist. Ohne Schmerzen, ohne Angst, einfach eingeschlafen. So gut wie jeder Mensch mit dem ich über den Tod gesprochen habe und das waren so einige, weil ich oft im Krankenhaus war, sagt er möchte gerne in Ruhe einschlafen und das hatte Dein Vater, schön für ihn.

    Dir wünsche ich viel Kraft in der nächsten Zeit und das Du es gut überstehst *knuddel*

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  8. Finde es auch grad schwierig "mein Beileid" zu schreiben. Ich hoffe, es geht Dir gut und Du kommst gut durch die nun folgende Zeit!

    Liebe Grüsse

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