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Freitag, 14. März 2014

Rosenkranz beten

Ich bekomme auch immer mehr den Eindruck, dass ich noch längere Zeit brauchen werde um ihn wirklich zu verabschieden.
Heute Nachmittag ist ja das ganze Begräbnisbrimborium. Das muss ich noch durchstehen.
Es kommen so viele Leute.

Der Vater wird im Anschluss an den Trauerzug nach Salzburg gefahren und verbrannt. Ich bekomme also die Urne dann wieder. In einem verrottbaren Pappkarton, Umweltbewusstsein muss sein.
Ich habe mich ja entgegen der Meinung von Mann und Bruder für ein kleines Urnengrab im Dorffriedhof entschieden. Vielleicht wird dieses dann mein Ort der Verabschiedung. Ich und er. Mein Ort der Trauer. Blümchen werde ich dann dort pflanzen. Stiefmütterchen, denn die mag ich so gerne.

Das Begräbnis selbst wird halt erschwert durch die Streitereien, die wir mit der Pflegerin haben. Sie inszeniert sich als trauernde Witwe, die bereits seit 10 Jahren mit ihm zusammen war. Auch wenn die Leute wissen, dass sie erst 2011 zu Vater gekommen ist, weil sie die beiden gut kennen, es ist egal.
Menschen nehmen es mir sehr übel, dass ich den Vater in ein Heim gegeben habe. Das ein Umbau nötig gewesen wäre und dieser vom Gericht nicht bewilligt wurde, da der Mieter nicht auszog ist für die Leute uninteressant.
Die ehemalige Pflegerin stilisiert sich zur Lebensgefährtin hoch, und sorgt noch mehr für Entrüstung.

Gestern beim Rosenkranz beten war es doch glatt so, dass Menschen an mir vorbeigegangen sind und mir nicht "mein Beileid" ausgesprochen haben.
Eine die ich kannte, sprach ich in der Verabschiedungshalle an und sagte ihr, dass es "koa guats bringt, woan si koa Beileid wünscht". Als der Mann das mitbekamm, wollte er sich im ersten Moment auf mich stürzen und mir den Mund zu halten. Lach. Aber ich wollte mir das von dieser Bekannten nicht gefallen lassen.
Dann ist sie mit einigen Leuten zusammengestanden und nach einiger Zeit kommt ihr Mann her und wünscht mir Beileid.
Ich sag euch, das will man gar nicht wissen, was da im Hintergrund alles brodelt und geredet wird.

Während des Beten stellte ich fest, dass mich das christliche Ritual in keinster Weise berührt hat. Die Sprüche, das man die heilige Mutter Kirche ehren soll, ..... da kann ich doch nur den Kopf schütteln über diese Machtausübung.
Heute habe ich also nicht geweint. Mal sehen wie es morgen werden wird. Zum Glück war er nicht im Krieg und so spielen sie hoffentlich nicht dieses tragische Lied "ich hatte einen Kameraden ...." ich glaube da gibt es kein halten der Tränen mehr.

Nach dem Beten sind wir 5 ins Wirtshaus auf einen gemütlichen Umdrunk gegangen. Wir sind eh 2 Stunden geblieben, die neue Verwandtschaft und wir. War nett.

Kommentare:

  1. die gepflogenheiten in anderen gegenden sind immer wieder neu für mich und erstaunlich. erstaunlicher aber noch, dass man sich denen dann letztlich unterwirft. ich weiß wovon ich spreche, mein vater verstarb im letzten april. ich wünsche dir gute kraft und mach frieden. das wird sich sicher erst viel später einstellen, aber er kommt bestimmt, der frieden.
    m.

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    1. Danke Manuela. Es ist ein gutes Gefühl, dass ich mir wegen dem Begräbnis nichts vorzuwerfen habe. Keine und keiner kann wirklich mit dem Finger auf mich deuten. Ich habe mich an die Regel gehalten und es war ein schönes Begräbnis. Wo ich ausgestiegen bin ist der Leichenschmaus. Das wäre mir zu weit gegangen und das finde ich gut, dass ich da nicht mitgemacht habe.
      Liebe Grüße
      ganga

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  2. Meine Güte ganga, das ist ja fürchterlich mit diesen komischen Leuten! Ich glaube, da hilft nur eins - Augen zu und durch. Niemand hat das Recht über Dich zu urteilen. Du weisst, wie es wirklich ist und hast das richtige getan. Nur das zählt, nicht was diese Leute denken oder meinen. Ich finde es gut, dass Du dieser Frau die Meinung gesagt hast. Recht so! Man muss sich nicht alles bieten lassen!
    Du hast es bald geschafft und später kannst Du Dich in Ruhe ganz für Dein allein von ihm verabschieden.

    Liebe Grüsse

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    1. Das ist mir auch neu, dass sich Leute so verhalten. Was sich die in ihren Hirnen zusammenspinnen. Da sieht man doch welch Geisteskinder sie sind und dass ich mit diesen Menschen nichts zu tun haben möchte.
      Ich bin auch so froh, dass ich dieser Frau meine Meinung mitgeteilt habe. In Wirklichkeit muss das ganz schön peinlich für sie sein, dass ich sie gestellt habe.
      Und bei mir hat es ein verdammt gutes Gefühl hinterlassen.

      Liebe Grüße
      ganga

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  3. Oh je, das klingt schon ein wenig befremdlich, gerade auch diese PflegerinnenGeschichte.....lass die Leute reden, das tun sie sowieso,
    der Mensch kann da schon sehr seltsam sein.....

    Ich schicke Dir Wärme und Kraft für Seele und Herz,
    auf dass Du die noch kommenden schwierigen Momente
    gut überstehen mögest.....

    Sei herzlich umarmt☼
    Silberweide

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    1. Danke liebe Silberweide für deine Anteilnahme. Stimmt die werden immer reden. Auch wenn es der größte Schmarrn ist, den sie verzapfen.

      Liebe Grüße
      ganga

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