Seiten

Sonntag, 9. März 2014

Wie eine Kerze

Jetzt schreibe ich gerade noch darüber, dass jeder im Frieden gehen können soll und dann bekomme ich heute um kurz vor 12 Uhr einen Anruf vom Pflegeheim, dass der Vater gestorben sei.
Um 10 Uhr haben sie ihn noch fertig gewaschen und angezogen und noch Scherze gemacht. Als die Schwester um 11 Uhr 45 in sein Zimmer geht um ihn zum Mittagessen zu holen, lag er bereits Tod im Bett.
Unglaublich. Wer rechnet mit so einer Mitteilung, wenn der Vater zwar auf Pflege angewiesen ist aber sonst körperlich voll fit.

Und ich habe heute um 9 Uhr zum Mann noch gesagt, ob wir rüber fahren sollten zum Vater. Der Mann wollte seine Ruhe haben.
Die hat er sich dann aufmalen können.

Selbst war ich erstmals fassungslos. Es war für mich unglaublich, dass er jetzt gestorben ist. Ich habe noch mit mindestens 1-2 Jahren gerechnet. Es hat mich also kalt erwischt.
Mein Halbbruder hat dann zu mir gemeint, und er hat absolut recht, unser Vater hat für keinen von uns eine Träne geweint. Er war ein kaltherziger Mensch, der sich nur für seine Jagd interessiert hat.
Es stimmt, genau so war es.
Und dass wird mir helfen.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir keine unschönen Erlebnisse mit ihm mehr unterkommen.
Er war mein Vater. Nicht mehr und nicht weniger.
Und ich sage Danke, dass es mich gibt.




Samstag, 8. März 2014

Jetzt muss ich mal wieder über die Geschichte mit dem Vater schreiben. Das war ja eine sehr lange Zeit ziemlich fordernd für mich.
Jetzt, also dieses Jahr, läuft es erstmals in geordneten Bahnen. Seine Sachen wie Finanzamt, Pflegegeldstufe, Versicherungen, Heimunterbringung (das 3. Pflegeheim ist jetzt in Ordnung), Ausräumen seiner Wohnung und sämtlich Aufregungen drumherum haben sich gelegt und es ist soweit erledigt, dass ich einmal durchatmen kann. Seit einigen Wochen habe ich nicht mehr zu tun als die Rechnung vom Physiotherapeuten und dem Buchhalter zu bezahlen.
Ich spüre die Erleichterung

Wenn ich ihn besuche, dann immer am Vormittag, weil ich da nicht mit der ehemaligen Pflegerin zusammentreffe. Diesem Aufregungspunkt vermeide ich bewusst und damit geht es mir sehr gut. Ich wundere mich nur, dass ich darauf nicht schon früher gekommen bin.

Die Alzheimererkrankung schreitet schnell voran. Er ist auf den Rollstuhl angewiesen und braucht Hilfe beim Essen und Trinken. Mich erkennt er noch aber dann ist es auch schon vorbei.
Manchmal beginnt er zu weinen und fragt mich ob er sehr viel falsch gemacht hat. Soweit es möglich ist rede ich mit ihm. Ich denke mir, dass er in Frieden gehen können soll und ich will in Frieden weiterleben.
Es sind Erlebnisse, die mich sehr mit mir selbst konfrontieren.

Und es ist schwer zu sehen, wie er immer weniger wird und verfällt. Auch wenn es der Lauf des Lebens ist.


Donnerstag, 6. März 2014

Rückenstärkung

Jetzt

Jetzt ist der Augenblick der Macht!

bist endlich in die Welt erwacht
die wirklich wichtig für dich ist
und du nie mehr die Zeit vermisst


Jetzt lässt du die Gefühle weh´n

kannst erst mal tiefer in dich sehn
und spüren, was dort drinnen steckt
sich lang ersehnt nach außen reck


Jetzt kannst du wachsen, wirklich leben

in Liebe nach der Ganzheit streben
wirst alle Ecken runden lassen
und dich am eigenen Schopfe fassen


Jetzt sollst du deine Chancen sehn

und nie mehr blind vornüber geh´n
du wirst sie  nutzen und genießen
im Fluss der Einsicht stetig fließen


Jetzt weißt du, es ist nichts normal

und was der Andere sagt egal
du tust was dir dein Herz erwählt
du hast dich lang genug gequält


Jetzt kannst du deine Kraft verändern

Energie nicht mit der Wut rausschlendern
das Minus in ein Plus umpolen
und aus dem Plus viel Freude holen


Jetzt bist du frei wie nie zuvor

und leise schallt es dir im Ohr:
Hast dich so lange abgehetzt
jetzt leb` bewusst


im Hier und Jetzt!

Wilma Eudenbach



Mittwoch, 5. März 2014

Blümchen




Mit dem Frühling in die Welt
möcht’ ich fröhlich ziehen.
Unterm blauen Himmelszelt
aller Not entfliehen.

(*1933), deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker


Montag, 3. März 2014

Dreams are my reality .....




Ich bekomme eine Sauna geschenkt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Die Nachbarn ziehen wieder nach Nürnberg zurück und wollen ihre kleine Sauna, neuwertig!!!!, nicht mehr mitnehmen, da sie zu Hause eine große Familiensauna stehen haben. 


Tanz, tanz, tanz..... ein großer Wunsch erfüllt sich. Ich bekomme eine Sauna. Unglaublich. Und ich muss nicht einmal was dafür zahlen. 

Die Teil kommt in die Wohnung in unseren kleinen Raum, wo die Kästen drinnen stehen. Die Sauna ist 1,20m tief und 1,40m breit. da ist
Mit Ofen und allem drum und dran. Die baust du einfach dort ab trägst die paar Teile in unsere Wohnung und schraubst sie dort wieder zusammen. Der Deckel wird wie bei den alten Holzkästen einfach raufgestülpt und schon steht das Ding!
Und es ist eine echte finnische Sauna, also kein Infrarot, dass ich nicht mag, denn da brennt es mir immer den Rückenpelz auf und der Rest des Körpers ist kalt.

Der Mann hat sich auch nicht dagegen gewehrt, so von wegen "da steht dann ein Teil herum dass nicht benützt wird, wir haben eh nicht viel Platz". 
Und ich sag mal so, Platz ist in der kleinsten Hütte, wenn einer was wirklich wichtig ist.

Der Mann ist wahrscheinlich so tolerant, weil er sich meinen Wunsch sicherlich schon 2-3 Jahre anhört und jetzt einmal seine Ruhe haben will oder weil ihm der Gedanke gefällt nach einem anstrengenden Arbeitstag in die Sauna zu gehen. 

Hach, wie fühl ich mich glücklich, leicht und beschwingt.

Das einzige was wir brauchen ist ein geeigneter Boden, denn die Sauna hat keinen. Der Mann meint, dass wir ein Holzbrett besorgen und entweder Fliesen oder einen PVC Boden draufkleben und dann die Sauna draufstellen. Mal sehen ob PVC die Hitze aushält. 



Sonntag, 2. März 2014

Beeindruckende Sinnlichkeit

Wenn ich daran denke grinse ich in mich hinein, bin fasziniert von dem was ich dort gesehen habe. Ich war beruflich heute am Vormittag bei einer Hausbesichtung. Mit einem Immobilienmakler und einem Bauträger.  Und ich sage mal, so ein Haus habe ich noch nie gesehen.

Alte Dinge und auch alte Häuser haben für mich oft  eine sehr charmante Ausstrahlung.
Als ich vorab die Fotos des Hauses gesehen habe war ich sehr gespannt, was mich dann wirklich erwartet.

Klar war schon, dass das Haus nicht gepflegt wurde. Der Eindruck hat sich bestätigt und leider war es um einiges schlimmer als ich mir gedacht habe.
Zuerst besichtigten wir das Haus von außen.
Ein altes großes Bauernhaus mit einem aus Steinen gemauerten Erdgeschoß und einem zu dünn gebauten Ziegelaufbau im ersten Stock.

Wann die Fensterrahmen und die Balken das letzte Mal einen Lack gesehen habe ist ungewiß. Es muss schon sehr lange her sein.
Der noch verblieben Lack schält sich ab. Er hängt wie Spänne von den Rahmen und Lamellen der Balken. Es sieht aus wie eine Nagelbrett. Da willst du nicht drüber streichen.

Die Besichtigungstour ging nun im Hausinneren weiter. Und da schlackerte ich dann mit den Ohren.
Das Vorhaus beeindruckte mich mit alten Terakottafliesen.
Dann öffneten wir die erste Tür und sahen in die Küche hinein. Also in diesem absolut schundigem Haus, ist eine gemauerte Küche mit geölten Lerchenholztüren eingebaut. Über drei Seiten, und in der Mitte gibt es eine Kochinsel. Die Arbeitsplatte ist aus rotem Untersberger Marmor. Und der Boden ist mit roten und beigen Marmorplattten gefliest.
Eine Küche wie aus dem Werbeprospekt einer hochpreisigen Firma.

Von der Küche ging es in den Essraum. Sehr bäuerlich eingerichtet mit dem Jogltisch und den Holzsesseln dazu. Aber es sah toll aus.
Gemacht vor  Jahren und wirklich benutzt. Diese Möbeln werden erst mit den Jahren schön. Wenn das Holz nachgedunkelt ist und durch das Bewohnen eine Patina bekommen hat.
Aber der Raum war nicht wie man denken würde lieblich mit Blümchen und so gestaltet. Nein nein, da stand eine Tonfigur einer sehr üppigen nackten Frau auf einem Kästchen.

Ein großer, weißer, gemauerter Holzofen sorgt für Wärme. Über der Ofentür hat der Ruß seine schwarzen Spuren hinterlassen.
Aber das Highlight kam erst im nächsten Raum. Auf der anderen Wandseite ging der Ofen weiter. Und sowas kenne ich nur von alten stattlichen Gemäuern. Ein Ofen mit sage und schreibe fünf unterschiedlich hohen Keramiksäulen. Alles in eierschalenfarben gehalten. Edel bis zum geht nicht mehr. Aber damit es nicht bieder wirkt, ist die Wand dahinter nicht bloß weiß gestrichen sondern der Rauhfaserpuzt schillert in einer leichten pinken Note! Toll sieht es aus. Auf die Idee mußt du mal kommen.
Abgerundet hat das eine riesige Couch, irgendwie rund um den Ofen gebaut und Decken und Pölster laden zum sitzen ein. Und dann steht da noch so schön mittig eine Chaiselongue, mit pinkem Samtbezug. Dieses Möbel ruft zum Verweilen. Ich hab's gehört.
Aber es gibt auch Schönheitsflecken. Der Boden im Wohnzimmer ist aus hellbeigen Plastik, da nützen auch die Teppiche nichts. Und drei Fenster wurden einfach mit Holzplatten dicht gemacht, zugeschraubt. Ein riesiger Vorhang verbirgt den Blick darauf.
Wohl die preisgünstigere Fenstersanierungsmassnahme.

Mein absoluter Liebling in dem Haus ist aber das Schlafzimmer mit offenem Wohlfühlbereich.

Ein riesig großes ovales Bett steht schräg im großen Zimmer. Mit bestem Blick auf den Himmel. Nackte Frauenstatuen aus Ton stehen dezent verteilt im Raum. Die Wirkung ist großartig.
Vom Schlafbereich geht es in einen offenen Badebereich mit einer tollen großen Badewanne mit Massagedüsen. Einer kleinen Sauna für eine Person und dieser tollen Psyche. Das Muß-Möbel der 40er und 50er-Jahre.
Wieso es auch so toll wirkt, ist, dass alles noch bewohnt wirkt. Auf dem Kosmetiktisch steht noch die Shiseido Creme der Frau. Ihre Kleidung, die Ketten und  alles was man halt so noch hat. Als wäre die Frau nur nach nebenan gegangen.

Innen ist das Haus wirklich außergewöhnlich hergerichtet. Aber für die Erhaltung des Hauses wurde nichts investiert.

Wenn du dass Haus fertig saniert hast, brauchst du kein Haus mehr, denn dann bist du auch fertig. Die Kosten würden auch explodieren.
Es wird der Bagger drüberfahren.



Samstag, 1. März 2014

Vom Löschen Button


Ein Blümchenfoto muss sein.





Gestern war ja unser Computergenie bei uns und jetzt habe ich schon mal eine mailadresse für den Blog. Ganz ausgereift ist die Sache wohl noch nicht, aber es müsste funktionieren.
Die alte mailadresse ist noch gültig.

Und ich habe den Spruch von Shakespeare gelöscht, auf den ich durch Ilse von 356 wieder aufmerksam wurde. Für mich stimmt das mit der Arbeit und der Freude nicht mehr. Da muss was her was die Fülle, die Lust am Leben ausdrückt. Zum Glück geht es beim Blog so leicht, einen Spruch oder eine Meinung, die einmal gültig war zu revidieren. Einfach auf den Löschen Button drücken und schwupps weg ist es. 

Sehe ich so nicht mehr, ist für mich nicht mehr so, also weg damit. Ja das hat was. eine Bekannte sagt immer, es muss was leicht gehen. Ja gut, dass löschen geht wohl leicht, aber bis ich dahin komme, dass ich einen Glaubenssatz verabschiede, dass ist manchmal schmerzhaft, langwierig, mit viel Erinnerungsarbeit verbunden. Und manchmal gelingt's und manchmal nicht.

Leben wollte ich schon immer. Nur vergessen habe ich's sehr lange, dass ich das wollte. 

Den Spruch von Ilse von Mae West will ich euch nicht vorenthalten:

Too much of a good thing can be wonderful. 

Das ist auch eine Sichtweise!