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Sonntag, 10. April 2016

Selbstbewußt ist sie

Bevor der Halbbruder und ich überhaupt die Kündigung von unserem Mieter erhalten haben, hat sich mir schon eine Bekannte für die Wohnung angetragen. Für mich ist es in Ordnung, wenn sie einzieht. Aber ich kenne meinen Halbbruder.
Und in diesem speziellen Fall sage ich nur Männer, Frauen, Wünsche und Träume.

Yvona (heute mal die Namen auf ungarisch) hat sich schon vor einem Jahr für die Wohnung interessiert, sie dann aber abgesagt. Sie war ihr zu teuer, zu groß, …. sie wusste noch nicht genau, wie sie mit dem Geld zurecht kommen wird.
Damals hatte sie eine eigene Wohnung gesucht um vom Lebensgefährten und seiner Mutter wegziehen zu können.
Sie hat dann eine kleine Wohnmöglichkeit mit Kochgelegenheit und Nasszelle bei den Padres (Kirche) gefunden. Den Hund, den ihr der Ehemalige geschenkt hat, hat sie mitgenommen und das Pferd, auch ein Geschenk des Verfloßenen, hat sie auf einer kleinen Pferderanch in der Nähe untergestellt.
Den Hund holt ein Pensionist aus dem Dorf zweimal am Tag aus der Wohnung und geht mit ihm spazieren, damit er auch mal länger die Wiese beschnuppern kann.
Und jetzt spricht sie mich an, dass sie gerne die Wohnung hätte. Sie braucht etwas Größeres als jetzt, wenigstens zwei Zimmer und der Garten wäre für ihren Hund ideal, da könne man die Türe offenlassen und er kann selbst hinein und hinaus gehen.
Ja, so wie die Wohnung aufgeteilt ist, kann das alles so sein. Und leisten kann sie sich die Wohnung auch.

Yvona ist Kellnerin, eine gute Kellnerin, die viel arbeitet und auch gutes Trinkgeld verdient. Für ihr Essen ist gesorgt und wenn Yvona nach ihrer Arbeit noch auf einem Absacker fortgeht, zahlt sie nie selbst. 

Yvona beschäftigt manche Männer der Wirtshaus-Runde immer wieder einmal. Wenn ein Verehrer wegen ihr immer 400 Kilometer anreist taucht die Frage auf, was geht bei den Beiden, wieso wohnt der Typ im Wirtshaus und nicht bei ihr. Und obwohl mein spezieller Freund, der Major, auch diesen dann in der Zange hat, ist doch bei Yvona noch alles offen.
Sie sind nur Freunde.

Und so sage ich dem Halbbruder, dass sich Yvona für die Wohnung ernsthaft interessiert.

Dann geht es los mit den Vermutungen und Zuschreibungen über sie. Alle meine Vorahnungen hat der Halbbruder bedient.
Wie soll sie die Wohnung, ihr Pferd, den Hund, ihr Auto und ihr Leben finanzieren? Wenn sie einzieht, will er, dass der Typ der da regelmäßig kommt auch den Mietvertrag unterschreibt, weil wenn sie nicht mehr zahlen kann, dann kann er sich wegen der Miete an den Typen halten.
Und ich schreibe das hier so harmlos, weil ich es einfach nicht fertig bringe, das wirklich sehr sehr einfältige und tiefe Gerede zu Papier zu bringen.
Da soll eine Frau keine Wohnung bekommen, weil sie keinen Typen hat und alleine nicht selbsterhaltungsfähig ist!
Guter Halbbruder, Frauen können sich auch eigenständig ein Leben finanzieren. Also, dass war so ein Punkt wo ich meinen professionellen Umgang mit ihm fast über Bord geworfen hätte. Aber das hätte der Yvona nichts genützt und es wäre für mich Arger für nichts und wieder nichts gewesen.
In der Abwertung bedient er seine Geilheit, seine Wünsche, seine Träume.

Und weil ich Nägel mit Köpfen mache, habe ich mit ihm und Yvona eine Zeit zum Treffen ausgemacht. Mietverhandlungen. Und da will er von Yvona diese ganzen übergriffigen Fragen und Vorstellungen beantwortet haben. Ganz aufgeblasen wirkt er, die Macht ist auf seiner Seite.

Da kommt dann Yvona daher, in schwarzer enger Jeans mit Stiefeln, schwarzem Pullover und Reitjacke. Attraktiv ist sie, wie eine Katze. 
Ich bin nur Zuschauerin.
Selbstbewußt ist sie, klar und gerade.
Der Halbbruder bringt keinen einzigen seiner übergriffigen Sätze mehr heraus, ganz sanft und zugänglich ist er. Mein innerliches Grinsen wird immer breiter.  Wir einigen uns und gut ist die Sache.
Die Frau kann mit schwierigen Menschen umgehen.

Der Halbbruder meint dann zu mir, dass die Frau ein Tempo drauf hat. Ja, ich schaue ihr auch gerne zu, wenn sie sich bewegt. Grins.
Ganz bedröpelt wirkt er. Grinsekatze.






Kommentare:

  1. Als ich noch in L wohnte, konnte ich meine Wohnung gut allein finanzieren. Hier in M wäre das überhaupt nicht denkbar, nicht mal für eine Einraumwohnung. Aber wäre ich Single, würde ich hier auch nicht wohnen bleiben. Auch deshalb nicht.
    Cool finde ich trotzdem, wie Ihr beide, Du und Yvona, "den Sack zugemacht habt".

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  2. Hallo Helma,
    ich habe den Eindruck, dass sich Yvona in dem letzten Jahr sortiert hat. Und hier auf dem Dorf ist das Wohnen und auch der Pferdestall noch leistbar, da sollte dann noch was vom Lohn übrigbleiben.

    Yvona und ich haben uns aber nicht abgesprochen, da war jede so wie sie ist.

    Liebe Grüße
    ganga

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  3. jetzt habe ich bei dir nachgelesen und bin auf dem laufenden? nur, was bedeutet fehlende kg?? habe nichts gefunden, was auf diese hinweist. wie du merkst, ein großes thema!!!! :-)
    ich freue mich, dass du wohl wieder regelmässig schreibst und werde wieder regelmässig reingucken. es war ja eine zeit, wo es sehr ruhig war.
    grüße
    m.

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  4. Hallo Manuela,
    ja ich habe immer wieder Schreibpausen, weil einfach so viele Ereignisse sind. Oft nur viel Kleinigkeiten über den Tag. Ich habe mir vorgenommen im Blog wieder mehr anwesend zu sein.
    Es freut mich sehr, dass ich von dir höre. Das ist schon die Motivation.

    Ich habe es im Blog nicht verkündet, aber ich habe von Oktober 2015 bis jetzt 22 Kilo abgenommen. Und es war hart, oft auch noch viel härter. Ich habe mich auf 900 kcal eingestellt, betreibe Bewegung (von Sport bin ich noch meilenweit entfernt)und im Prinzip geht es mir viel viel besser. Es ist aber ein heftiges Auf und Ab so mit der Stimmung. In den Blog habe ich mich mit meiner Suderei nicht getraut, auch weil ich nicht weiß ob ich es diesmal schaffen werde mein Gewicht zu halten und noch weiter zu reduzieren.
    Mal sehen.
    Liebe Grüße
    Ganga

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  5. das ist ja phantastisch!!!!!
    wunderbar!!!!
    klar, du schaffst das! es ist sooo toll! ich weiß, wie gut sich das anfühlt, denn ich hatte auch mal das glück und will wieder dahin.
    hochachtungsvollste grüße
    m.

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    1. Danke. Ich denk an dich und halte dir die Daumen. Mir hat Nadja Hermann mit ihrem Block und dem Buch "Fettlogik überwinden" sehr geholfen und mich motiviert. Ich weiß allerdings auch, dass sie nicht jederfrau's Sache ist.
      Ich wünsch dir alles Gute
      Ganga

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    2. Danke. Ich denk an dich und halte dir die Daumen. Mir hat Nadja Hermann mit ihrem Block und dem Buch "Fettlogik überwinden" sehr geholfen und mich motiviert. Ich weiß allerdings auch, dass sie nicht jederfrau's Sache ist.
      Ich wünsch dir alles Gute
      Ganga

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  6. Ganga, einfach herrlich! Spannend wie ein Krimi, wie die sie
    darstellst. Ja - so werden auch harte Kerle ganz zahm.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Irmi
    PS: Danke für deine Rückfrage. Ganz so gut geht es mir nicht,
    aber ich lasse mich einfach nicht runterkriegen.
    Einen guten Start in die neue Woche wünscht dir
    Irmi

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