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Dienstag, 20. Januar 2015

Bitterböse

Die zweite Arbeitswoche hat begonnen und, was soll ich sagen, ich könnte mir durchaus anderes vorstellen. An Action und  Erlebnissen der anderen Art mangeld es mir nicht. Flexibilität ist gefragt.
Letzte Woche war ich von den drei verschlafenen Urlaubswochen noch nicht ganz bei Sinnen. Ich schwebte wie in einer Wolke und war immer erst gegen Mittag ansprechbar. Mein Hirn hat vorher den Dienst verweigert. Die Kollegen waren verständnisvoll und ich habe mich bemüht, anwesend zu sein. 
In die Arbeitsrealität bin dann aber ganz schnell wieder gerutscht.

Dafür gesorgt hat ein junger Mann, dem es halt ganz gut gefällt sich von allen möglichen und unmöglichen Leuten aushalten zu lassen. Und sein System funktioniert auch ganz gut. Abgeschaut hat er es sich von seinen Eltern und die Geschwister sind auch nicht anders. 

Und bekommen sie Grenzen gesetzt, dann wird mit lautem Geschrei und Aggression reagiert. Und die Leier ist auch immer die gleiche. Selbst würden sie ja alles menschenmögliche tun, aber andere schmeissen ihnen immer wieder Prügel zwischen die Füße. 
Sie würden ja so gerne arbeiten aber die Amtsärztin oder der AMS Betreuer verhindert das. Dann ist es wieder mal die Ärztin, die einen krank schreibt und so verhindert dass er zum Vorstellungsgespräch geht. Und so gehen die Jahre und Jahrzehnte ins Land. 
Finanziell läuft es dann so, ein Jahr Arbeitslosengeld, fünf Jahre Notstandshilfe mit Sozialhilfe. In den fünf Jahren drei AMS Kurserl so von wegen Integration in den Arbeitsmarkt. Hingehen können sie dann eh oft nicht wegen Krank sein.
Nach den insgesamt dann sechs Jahren, arbeitet er dann für einige Monate, erwirtschaftet sich wieder Arbeitslosengeld für ein Jahr und dann Notstandhilfe für fünf Jahre. Und so gehen 12 Jahre ins Land, ohne das der mittlerweile dann schon erwachsene Mann selbst für seinen Lebensunterhalt gesorgt hat. Am Amt sagen sie ja was sollen wir denn mit ihm tun. 
Ob das eine Krankheit ist, darüber läßt sich streiten. Pro und Kontra gibt es in diesem Bereich viel, je nach DiskussionsteilnehmerInnen.

Braucht einer wirklich mal Arbeitslosengeld und kann nicht jeden vermittelten Job annehmen, dann gibt es mit dem Amt Zorres. Gerade wirklich bedürftige Menschen fallen so oft durch das System und werden oft noch malträtiert. 
Diejenigen die am lautesten Schreien und am lästigsten sind, genau die bekommen Recht. Gründe wieso das so ist kennt man. 

Na jedenfalls tauchte schlußendlich die Verwandtschaft des jungen Herren auf, um das "Weiterkümmern um ihn"  zu erpressen. Und mit welchen Anwürfen sie gekommen sind. Und in welch seelischer Not der junge Mann ist, weil ihn seine Freundin vor einem Jahr (Schmäh ohne, was sollst du da darauf sagen) verlassen hat, bla bla bla. 
Und da man es ja mit erfolgreichen Schmarotzerprofis zu tun hat, sind die durchaus im Ausdruck gewählt, kennen sich oberflächlich bei psychischen Diagnosen aus, ...

Ich habe wieder mal gesehen, dass es durchaus Sinn macht sich nach Aussen bedeckt (geschützt) zu halten und im Inneren das Ergebnis zielstrebig zu verfolgen.
Nach Aussen habe ich Verständnis für die Situation des Mannes gezeigt. Aber sie müssen mich auch verstehen, wenn ich auf das Wohl der Firma achten muss. Das Spiel haben wir einige Runden durchgeboxt, und es kam trotz der überbordenden Aggression der Familienangehörigen nichts anderes heraus als Verständnis für die Situation des jungen Mannes und Verständis für die Anliegen und Ziele der eigenen Firma, auf die ich zu achten habe.
Mein Glück war, dass mein Hirn irgendwo im Nirvana geweilt hat und mir so die Drohungen und Anwürfe nicht so wichtig vorkamen
Ich habe mich dann noch bedankt, dass sie trotzdem das Gespräch mit mir gesucht haben. Dann habe ich noch die Erinnerung an den Termin nachgeschoßen. Unglauben lag auf dem Gesicht der Mutter. 
Tja, so kann es auch gehen. Und man sieht man kommt auch mit Aggression nicht immer und überall weiter.



Kommentare:

  1. Kopf hoch. Auch solche Leute bekommen irgendwann ihre gerechte Strafe!

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    1. Ja, ich möchte diesen Lebensstil nicht. Sie müssen ja trotz aller Schnorrerei doch viel in Kauf nehmen. Ich bin froh, dass ich Nein zu diesem Verhalten sagen konnte. Aber das war anstrengend und hat mich ganz schön aufgeregt.

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  2. Liebe ganga, Du bist trotz der Drohungen bei Dir geblieben, das ist eine wahre Meisterleistung! Und ich glaube, auch der "Königsweg" in solchen Situationen. Hättest Du Streit angefangen, wer weiss, was die getan hätten.

    Zu diesen Leuten kann ich gar nicht viel sagen. Solche hab ich auch mal kennengelernt, da meine ich oft, diese "Opferrolle" ist einfach nur Methode.

    Sei lieb gegrüsst,
    Clara

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    1. Ich hatte den Eindruck, dass sie mit Provokation und dem anschliesenden Streit ganz gut zurechtkommen. Das sind sie gewohnt, da haben sie dann Oberwasser. Laut Brüllen wie ungerecht die anderen ihnen gegenüber sind.
      Hach je.

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