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Donnerstag, 20. Februar 2014

Vom Abnehmen

Abnehmen möchte ich ja schon seit 3 Jahren. Einige Kilos verliere ich manchmal, aber dann kommen 10 oder mehr Kilos auch wieder dazu. 
Von den normalen Diäten bin ich dann wohl abgewichen und habe versucht mit Susie Orbach's Antidiätbuch hinter meine Sucht zu sehen. Die Texte von Geneen Roth und Anita Johnston habe ich nicht verstanden. 
Was mir aber klar wurde ist, dass ich eine Essstörung habe und eine Diät keinen erfolg bringen kann.

Und dass ich mittels Essen versuche mich zu trösten. Kurzfristig funktioniert das auch wirklich. Süßes und kohlehydratreiches Essen machen glücklich. 
Aber nur kurz, dann kommt wieder das ganz schwer auszuhaltende Gefühl von Kummer, Sorgen, etc. Je nachdem was gerade los ist. Oft weiß ich auch gar nicht was los ist. Das spüre ich gar nicht. Nur meine Seele merkt es. Die kann ich nicht manipulieren. 

Auf meinen Weg zu mir selbst bin ich vom Kopf her gekommen und fange an meinen Körper zu entdecken. 
Erst durch das Wahrnehmen meines Körpers und was der alles kann komme ich zu mir. Durch die Konzentration auf mich, meinen Geist, den Gedanken und den Gefühlen und der umfassenden Abrundung durch den Körper gelingt es mir, mich zu erfühlen. Oft nicht aber immer öfter.

Wenn ich zu Essen greifen möchte, erlebe ich oft einen Zustand des Mangels, und diesen Mangel möchte ich auffüllen. Die schnellste effektivste Lösung ist für mich das Reinstopfen von Essen. Und nach kurzer Zeit ist wieder das Gefühl von Mangel da. Und dann gehe ich wieder zum Kühlschrank und so geht das fort.
Und das Gefühl des Mangels wird immer heftiger, weil ich auch tatsächlich immer mehr Mangel erlebe.
Essen ist demnach ein Weg in den Mangel und nicht in die Fülle, auch wenn man optisch eine Fülle vor sich hat.

Bewegung im Körper und im Geist sind gedanklich einer Anstrengung zugeordnet. Und wenn ich Trost möchte, möchte ich mich ja nicht anstrengen, sondern mich fallen lassen, gestreichelt werden.

OK, ich lasse mich dann streicheln vom Essen, dem warmen Gefühl im Bauch, der Zufriedenheit, die sich einstellt. Das möchte ich. Zufriedenheit, Geborgenheit, Liebe.

Und hier kommt meines Erachtens der Denkfehler zum Tragen. Denn nicht über das Nichts-Tun kommt die Liebe ins Leben, sondern über das Tun. Zuerst einmal gedanklich die Anstrengung überwinden, dass "ich jetzt etwas für mich tun müsse damit es mir gut geht" und dann die regelmäßige Umsetzung der Selbstliebe im Leben.
Dass heißt zwar nicht, dass ich mich dann nicht mehr traurig fühle, aber es ist deutlich mehr Fülle als von zuviel Essen darniedergestreckt auf dem Sofa zu liegen.


Jetzt drücke ich ganz schnell auf den Veröffentlichen Button bevor ich es mir anders überlege und den Post in der Versenkung verschwinden lasse.




Kommentare:

  1. Das zu erkennen ist doch schon mal ein sehr guter Weg. Und ich drück die Daumen, daß Du das für Dich jetzt auch so umsetzen kannst.
    Liebe Grüße, Ruthy

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    1. Danke. Derzeit bin ich ja sehr motiviert.

      Liebe Grüße

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  2. ich kann romane schreiben über die beobachtungen der eigenen essstörung......vielleicht mache ich es auch mal.
    die kurzfassung aus der störung herauszukommen: glück!
    glück macht satt, nicht schein-hungrig.
    ich kann es mir beweisen ab märz,
    dir alles liebe
    m.

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    1. Ich freue mich schon auf deine Bilder und Geschichten aus dem Paradies. Und wie es euch mit Dori gehen wird. Ob sie eine Wasserratte ist oder nur mal ihre Pfote ins Wasser stecken wird.
      Ob wohl wieder Pferde bei dir zu Besuch kommen werden?

      Ich fange an zu begreifen, dass ich für mein Glück selbst zuständig bin.

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  3. Hallo du Liebe, ich bin froh, dass du es dir nicht anders überlegt und dich getraut hast, den Veröffentlichen-Button zu drücken. Das ist ein mutiges und kluges Posting und ich glaube, es gibt einige Menschen, die das lesen und sich wiedererkennen auf die eine oder andere Weise. Ich habe keine nennenswerte Essstörung, aber ich habe jahrejahrejahrelang geraucht wie ein Schlot, und ich denke, der Ursprung war ein ähnlicher. Ein innerer Mangel, eine (Sehn-)Sucht.
    "m." von "Ich will..." hat geschrieben "die kurzfassung aus der störung herauszukommen: glück!" - das Problem ist nur, Glück kommt nicht auf Wunsch oder auf Bestellung. Aber es ist möglich zu versuchen, sich selber glücklicher zu machen, indem man bzw. frau sich besser kennenlernt, sich selber auf die Schliche kommt und die eigenen Tricks entlarvt. Vielleicht hilft es dir ein bisserl, zu erfahren, wie ich mit dem Rauchen aufgehört habe. Ich habe mir sehr ehrlich (brutal ehrlich) aufgeschrieben, warum ich (meiner Meinung nach) rauche und warum ich immer wieder damit anfange, wenn ich es mir abzugewöhnen versucht habe. Und dann habe ich mir Strategien aufgeschrieben, wie ich mit diesen "Warums" anders umgehen könnte. Und wie ich mich stattdessen ausfüllen könnte. Ich bin draufgekommen, dass es eine ganze Menge Dinge gibt, die mich glücklich machen und die nicht ungesund sind und auch nicht teuer. Malen zum Beispiel oder schreiben oder mich in der frischen Luft bewegen oder inspirierende Bildchen aus Zeitschriften ausschneiden und in ein Freudenbuch kleben. Irgendwie hat dieses Nachdenken und Aufschreiben und Strategien entwickeln eine Wandlung bewirkt. Inzwischen rauche ich seit 12 Jahren nicht mehr. Und bin in gewissen Lebensbereichen ein anderer Mensch geworden. Ich kenne mich besser als früher. Und fühle mich tatsächlich ausgefüllt... Ich wünsch dir, dass du deine Strategie auch findest!!!
    Herzliche rostrosige Grüße &
    ein wunderschönes Wochenende
    Traude
    ✿ܓܓ✿ܓ✿ܓ✿ ♥♥♥♥ ܓܓ✿ܓ✿ܓ

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  4. ich kann jetzt noch gar nichts schreiben, denn ich habe so viel über deinen kommentar nachzudenken.

    Liebe Grüße
    ganga

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  5. Hm... schade, dass Dir Geneen nicht zugänglich ist. Doch viel lesen und verstehen bedeutet nicht, dass es dann automatisch anders wird.
    Trost und Ruhe sollen schnell kommen. Das kann ich so gut verstehen.
    Es ist nicht leicht zu erkennen, dass eine nur langfristig etwas ändern kann und sich dazu "bewegen" muss. Also ich meine nicht den Sport - obwohl der dazu gehört - sondern das innerliche Bwegen und das Suchen und FInden nach tatsächlichen Lösungen.
    Irgendwie ist es eben ein Prozeß. Das versuche ich für mich anzunehmen. Mal läuft es gut und dann wieder ist es so schwer der Sucht einhalt zu gebieten. So wie zurzeit bei mir. Da heißt es mir wohlgesonnen bleiben, das Bestmögliche zu tun, was ich tun kann und dennoch dran bleiben. Jeden Tag so gut es geht mit der Sucht umgehen.
    Ich grüße Dich!
    Oona

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  6. Mit der Sucht umgehen, dass ist gut gesagt. Genau so fühle ich mich momentan. Tag für Tag merke ich meine Sucht nach Essen. Da hinfühlen, hinsehen um was es den eigentlich geht und nicht den bequemen Weg der Völle zu nehmen empfinde ich momentan als sehr hart. Mir jetzt vor dem Schlafen gehen nicht noch ein Butterbrot zu genehmigen sondern mit einem nicht aufgeblähten Magen ins Bett zu gehen und dies auch auszuhalten. Ich fühle mich gerade sehr ausgeliefert. Der Schutzpanzer fehlt. Welche Gefühle und Gedanken ich mit Völlerei verbinde, ich schüttle durchaus den Kopf darüber.
    Das ist gut, mal läuft es leichter, mal schwerer und doch sich selbst gewogen bleiben. Sich so nehmen wie man ist. Man hat sich ja schliesslich nur einmal. Und wer wenn nicht ich soll mich lieben. Das vergesse ich aber doch die ganze Zeit.

    Danke für deine Antwort und liebe Grüße in den Norden
    ganga

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