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Mittwoch, 7. Dezember 2016

Fortsetzung der Geschichte - Geburtstagsfeier

Nach der vorhin beschriebenen Begegnung mit dieser 2014 mitgeerbten Familie, ging es noch weiter.
Der Junge hatte ja am Dienstag seinen Geburtstag, den er in der Wohngemeinschaft in Steyr (Stadtname geändert) feierte. Ich habe ihm eine SMS am späten Nachmittag geschrieben und bekam auch eine zurück. Das er sich freut von mir zu hören und sich nochmals für die Hose bedanken möchte.
Gut so, freut mich auch sehr.

Einige Tage später, am letzten Samstag um 17 Uhr 30, bekam ich einen Anruf der beiden Alten. Ich höre ja mein Handy komischerweise nie, wenn die beiden anrufen und dass ist wirklich keine Absicht, ist einfach so. Dann riefen sie beim Mann an, dieser hebt immer ab.
Sie möchten mich gerne heute zum Geburtstagsfeiern zu ihnen einladen (einen Raum, ausserhalb ihres Wohnbereiches über einer Garage, wo sie Besucher hineinlassen, obwohl dieser für unsere Begriffe auch stark verschmutzt ist). Sie haben den Raum eingeheizt, meint sie noch.
Mein Mann hat sich gedacht er muss mich jetzt schützen und sagte ihnen, dass er krank zu Hause ist und nicht weiß, wo ich bin!
Super, dass ist eine Ansage.

Drei Stunden später, ich sitze im Stammlokal, wer kommt da zur Türe herein? Richtig, diese Sippschaft.
"Hej Ganga, da kommt dein Halbbruder mit Anhang" wird mir ins Ohr gesäuselt.
Ich setzte mein Pokerface auf.
Sie grüßen uns kaum, nur Genuschle kommt raus.
Am Stammtisch ist wenig Platz frei, die Wirtin sagt nicht rutscht zusammen und laßt die drei her. Also setzen sie sich an einen anderen Tisch.
Ich bemerke, dass sie ständig zu mir und unserem Tisch her starren und weil ich beschlossen habe, dass Ärger hier nicht mehr angebracht ist, beginne ich zu beobachten.
Und ich bemerke, dass sich gar nichts tut. Die drei sprechen nicht miteinander. Sitzen mit bulligen, hochgezogenen Schultern und krummen Rücken da und starren mich und die anderen an unserem Tisch an. Wir haben Spaß, lachen einiges und haben Gesprächsstoff.

Weil ich noch Emotionen entwickle, löst dieses finstere Gestarre Druck und schlechtes Gewissen bei mir aus.

Ich rede mir zu:
Liebe Ganga,
im Prinzip weißt du, dass du nicht für diese beiden Alten zuständig bist. Und laß dich nicht aus deiner Position bringen.

Gut so Ganga.

Jeder hat Verantwortung über sich selbst, auch die die unfähig sind.
Ob die mich oder andere anstarren, interessiert mich nicht.

Und so ist es.

Als ich einmal aufstehe um raus zu gehen, schaue ich bei den dreien am Tisch vorbei. Motzt mich der Alte an, dass sie mich angerufen haben, um den Geburtstag des Jungen mit mir zu feiern.

"Du weißt ja, dass ich mein Handy oft nicht höre. Und der Junge hat mich schon eingeladen zum Geburtstagsfeiern, aber ich habe gesagt, dass ich nicht zu den Kindern passe". Ich schaue den Jungen an und er grinst, es ist in Ordnung für ihn.
Der Alte tut noch immer auf schwerst beleidigt. Als er aber merkt, dass er bei mir mit seinem Beleidigt sein nicht ankommt macht er einen Rückzieher.
Er fragt mich etwas Allgemeines. Ich gebe ihm Antwort und meine, da setzen wir uns mal zusammen.
Auch dass es jetzt nicht geht, da der Mann krank und in Quarantäne ist.
Wir hören und sehen uns und ich rausche ab zu meinem Lieblingsplatz am Ofen.

Irgendwann gehen sie.

Es braucht nochmals das Kaktussofa:





Kommentare:

  1. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man drüber lachen, oder? Gut, dass Du bei Dir geblieben bist. Sollen sie doch sagen und denken, was sie wollen. Der Junge scheint es besser zu verstehen als die beiden Alten, das spricht für ihn.

    Lieben Gruss
    Clara

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  2. Das freut mich, dass du in der Geschichte auch den Humor sehen kannst. Mir geht es nämlich auch so.
    Ich war über den Jungen auch sehr erstaunt.
    Liebe Grüße
    Ganga

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  3. Liebe Ganga,
    ich finde, du gehst mit dieser Situation schon super um - dass du noch Emotionen entwickelst, ist nichts "Schlimmes". Natürlich ist es ein gewisser Selbstschutz, seine Gefühle abzuschalten, aber manche treiben es damit auch zu weit und empfinden dann gar nichts mehr - da ist es wohl besser, trotz gewisser Emotionen nach außen hin cool zu bleiben, und das ist dir toll gelungen!
    Schönen 3. Advent und alles Liebe,
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2016/12/namibia-teil-2-kalahari-sundowner.html

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