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Donnerstag, 5. Dezember 2013

Nicht die beste Zeit

Gestern hatten wir Weihnachtsfeier. Heute habe ich frei. Mir geht es nicht wirklich gut. Des Nächtens brauche ich 4 Schlafshirts, weil ich so schwitze. Am Tag reagiert die Seele und der Körper mit Aufregung.

Seit wann? Letzten Donnerstag hatten wir das Jahresabschlussgespräch mit dem Geschäftsführer und der Abteilungsleiterin. Alles war happy. Wir verstehen uns ja so gut. Schleim, schleim. Ich fühlte mich verraten und war sehr enttäuscht.
Annamaria schwenkte auf einmal um und tröstet Alexandra, die wieder 1 Stunde später in die Arbeit gekommen ist. Die Kollegen vom anderen Team (sie hat ihr Büro im zweiten Stock) waren auf sie sauer, weil sie zum hunderttausendsten Mal wieder nicht angerufen hat um Bescheid zu geben, und die Klienten sich vor ihrer Türe stapelten.
Annamaria baute Solidarität mit Alexandra auf. Ja, ja, auch auf sie seien die Kollegen schon losgegangen. Die arme Alexandra. dann meinte Annamaria noch zu mir, wir müssen auf Alexandra schauen, damit sie uns nicht zusammenbricht.
Alles Schmonzes. Vor einigen Tagen in der Supervision hat sie ganz anders gesprochen.
Ich war so verärgert und gekränkt.

Da ich meinen Mund doch nicht halten konnte, habe ich in der Sitzung darauf hingewiesen, dass wir per Vertrag verpflichtet sind die Klienten einmal wöchentlich persönlich zu sehen. Das sich die Leute alle untereinander kennen und zusammen sprechen. Und das der neue Kollege und ich beim Bewerbungsgespräch des neuen Klienten gleich von ihm gefragt wurden, wieso er denn wöchentlich kommen muss. Bei der Frau ... sei es möglich einmal im Monat telefonischen Kontakt zu haben.

Das die Chefin vom Betriebsrat in der Früh zur Abteilungsleiterin gegangen ist und sich bitterlichst darüber beschwert hat, dass Alexandra (wieder 1 Stunde zu spät gekommen ohne Bescheid zu geben) wohl alles darf ohne das es für sie Konsequenzen hat, bleibt ohne Wirkung.
Die Arbeit haben dann wir anderen. Den Klienten beschwichtigen. Herumtelefonieren um Alex zu erreichen. Den Klienten dann doch schlussendlich fragen ob man ihm weiterhelfen kann und und und. Über die lange Zeit staut sich da eine gewaltige Aggression auf.
Und die Leitung sagt nur, sie wollen fair zu Alexandra sein.

Ich weiß, dass es in jeder Firma dieses Phänomen gibt. Trotzdem ist es für mich sehr schwer zu verdauen.
ich weiß, dass wir miteinander arbeiten müssen und dass man gute Miene zum bösen Spiel machen sollte, denn sonst geht man nicht mehr in die Arbeit. Die Chefität tut nichts. Und wenn schon mal sehr klare Worte gefallen sind, dann ist halt eine Zusammenarbeit auch nicht einfach.

Am Dienstag blieb ich zu Hause und habe mal den ganzen Tag geschlafen. Ich war einfach gerädert. Und gestern wollte ich ein Dokument faxen und es ging einfach nicht. Erst zu Hause bin ich drauf gekommen, was da los war. Ich habe dauernd gescannt. So kaputt bin ich schon in der Birne.

Anfeinden ist nicht gut, wir müssen zusammen auskommen. Im Prinzip will jede nur überleben.
Ich übe mich in Leichtigkeit nach Byron Katie und Robert Betz. Ja, ich bekomme Distanz. Es ist nicht persönlich gemeint! Und eigentlich soll es sich damit haben.
Nur so ganz funktioniert es noch nicht. Ich spüre auch Angst in mir.

Und deshalb werde ich mich selbst pflegen, die Wohnung putzen, kochen, .....







Kommentare:

  1. Liebe ganga,

    das tut mir alles wirklich so leid für Dich! Solche Zustände gabs in meiner damaligen Firma auch und irgendwann war ich an dem Punkt, dass ich zusammenklappte und das war der Anfang vom Ende sozusagen.

    Ein Tipp am Rande, den Du nicht befolgen musst, aber vielleicht bringt es Dir ja was... Ich habe es damals so gemacht, dass ich drauf geschaut habe, warum mich diese Vorkommnisse so antriggern - welche Gefühle da hochkommen und ob ich diese Gefühle wie z.B. Angst etc. näher einkreisen kann, also Angst = Angst vor Kontrollverlust usw. Dann hab ich geschaut, wo kommt z.B. die Angst vor Kontrollverlust her, kenne ich das aus der Vergangenheit, was ist da los bei mir? Im Endeffekt konnte ich so herausfinden, dass bei mir tiefere Ängste angetriggert wurden und die habe ich dann mit Hilfe aufgearbeitet, so dass ich irgendwann auch wieder in diese Firma konnte ohne gleich wieder Panik zu schieben. Bin dann trotzdem aber gegangen, weil mir bewusst wurde, dass ich dort auf alle Fälle am falschen Platz war.

    Und Nein, das alles hat natürlich nichts mit Dir zu tun. Alexandra usw. würden das auch überall woanders machen. Die sind halt so - nur hast Du leider die Mehrarbeit dadurch.

    Gibt es denn keinen Betriebsrat, der da mal was macht? Oder läuft man wirklich nur gegen Wände?

    Mach Dich ja nicht krank wegen denen! Ich weiss, das ist so leicht gesagt! Letztendlich würde mich so eine Alexandra auch total ärgern, ich kann solche Leute nicht verstehen, die sich nen Faulen machen auf Kosten ihrer Kollegen oder sogar Klienten und nicht mal ein schlechtes Gewissen kriegen! Noch schlimmer finde ich allerdings jene, die das noch unterstützen, wie Deine Vorgesetzten. Aber man kann die nicht ändern, man kann halt nur seine eigene Einstellung zu den Dingen ändern und auch sollte man "Nein" sagen lernen und nicht noch das auffangen, was die anderen einfach nicht machen. Solange Du das auffängst, was eine Alexandra & Co. nicht hinkriegen, besteht ja kein Handlungsbedarf für die Chefs, die verlassen sich da ganz auf Dich.

    Ach, das ist alles verzwickt. Ich hoffe, Du findest eine gute Lösung für Dich.

    Ruh Dich aus und vielleicht helfen ein paar Entspannungs- und Lockerungsübungen nach der Arbeit?
    Für mehr seeliches Gleichgewicht können auch die "5 Tibeter" sorgen. Kannst ja mal googeln, mir helfen die oft, wieder in die innere Stabilität zu kommen.

    Ganz liebe Grüsse
    Maja (die hoffentlich nicht zu viel geschrieben hat)

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  2. also, entschulige, dass ich widerspreche, aber dieses "phänomen" in jeder firma kann ich auf keinen fall bestätigen. ich habe immer in firmen gearbeitet, in denen bei der ersten verfehlung ein gespräch, bei der zweiten meist schon eine abmahnung erteilt wurde und dann halt die reihenfolge eingehalten wurde......
    was es bei euch ist, also was es da gibt, das glaube ich nicht, dass es noch ein zweites mal existiert.
    ehrlich, ich kann es nicht verstehen.
    es tut mir wirklich leid für dich, dass du tag für tag mit so etwas widersinnigem zu tun haben mußt.
    ich hielte es nicht aus.
    erhole dich gut.
    liebe grüße
    manuela

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