Seiten

Sonntag, 26. Oktober 2014

Reyhaneh Dschabbari

Reyhaneh Dschabbari wurde vom iranischen Staat hingerichtet:


                                        

                                          *

Interview mit Claudia Bandion-Ortner zum Alltag in Saudi-Arabien: "Nicht jeden Freitag wird geköpft"

Bandion-Ortner über Hinrichtungen und die Todesstrafe


profil: Was die Welt bei der Terrormiliz IS verurteilt, ist in Saudi-Arabien Alltag. Mit scharfen Krummschwertern wurden 2014 bereits 60 Menschen hingerichtet. An Freitagen nach dem Gebet wird öffentlich geköpft und ausgepeitscht.
Bandion-Ortner: Das ist nicht jeden Freitag. Natürlich bin ich gegen die Todesstrafe


Samstag, 25. Oktober 2014

Etwas Neues, etwas Altes

Ich habe den Homöopathen gefragt, von wo man Kraft herbekommt. Er meinte, dass die Kraft nicht von aussen kommt, sondern wir sie in uns haben. Es kommt darauf an, wie viel Kraft gebunden ist. Und wenn sich was gelost hat wird wieder Kraft frei für anderes.
Wie schaut es da mit der Kraftaufteilung bei mir aus?

Ich konnte endlich das Trauma, das mich jahrzehntelang begleitet hat, sehen. Tief sehen. Ich bin wochenlang an die Orte gefahren, wo es geschehen ist. Bin dort gestanden, gesessen, gegangen und habe tief hingespürt in mich. Ganz tief, bis ins Babyalter. Was ich gesehen und gespürt habe hat mich nicht von den Füßen geworfen. Es ist die Geschichte die ich spüre, die mich durchdringt. Und es ist die Wandlung die ich mit allen Fasern erlebe.

Das ich als Kind Erlebnisse so interpretiert habe, wie ich sie interpretiert habe ist mir auch nachvollziehbar. Ein Kind hat ein magisches Denken. Jetzt würde ich das so nicht mehr sehen.
Das Gefühl der Haltlosigkeit, der Glaube jemand zu brauchen der mir Halt gibt, dass ist in dieser Zeit begründet. 
Die Angst vor der Erinnerung an die Haltlosigkeit und dann die Angst vor der Angst.
Und wenn heftige Auseinandersetzungen drohen, dann wird dies angetriggert.
Viel zuviel Angst, viel zu viel Glauben.
Es haben sich jahrzehntelange Ängste und Betrachtungen gelöst. Ich habe sie gesehen, ich bin sie durchgegangen. Und immer wieder bekomme ich mich.

Ich bin auch zu meiner Mutter hingefahren. leider aus der Gegebenheit wegen der Erbschaft. Erst wollte ich mich drücken. "Pfui deifi, des muas i ma ned gebn, das i do a nu hi foahr."
Aber ich habe mir dann gedacht, ich packe den Stier bei den Hörnern. Mit der gesunden Distanz die ich schon habe. 
Und ich habe nur mehr Kälte in mir gespürt als ich dort  in dem Haus war. Kein Trigger mehr, keine Schweißausbrüche, kein Davonlaufen mehr. Ich habe diese Mutter mit ihren Spielchen angesehen und fühlte nur mehr Kälte.
Und ich habe beschlossen, so was wie bei meinem Vater wird mir hier nicht passieren. Ich behalte ich die Situation im Auge.

Der Mann ist als Zwischenpolster eingebaut. Ich coache ihn im Umgang und Verständnis von dieser Mutter. Aber keine Sorge, der Kontakt beschränkt sich bei mir auf zwei, drei mal im Jahr. Meine Distanz gebe ich nicht auf. ich kenne schließlich die Alte und weiß zu was das führt. Oft genug schon erlebt. Der Mann kann es oft nicht so nachvollziehen, er zeigt sich aber durch eigenes Erleben und auf die Nase fallen lernfähig.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag
liebe Grüße
ganga

Da liegt einer

Der Mann schläft den Schlaf der Gerechten. Heute darf er.



Er hatte ja jetzt einige Tage für sich, in denen er nichts von mir und meinem Bruder und dem Haus zu hören bekam. Und nachdem er sich so gut erholt hat, muss ich natürlich dafür sorgen, dass er weiterhin des Nächtens gut schlafen kann. Die Erschöpfung ist gewichen, ein Erholungsgefühl hat sich eingestellt und heute ist er müde weil er einige handwerkliche Sachen gemacht hat.

Unsere neue Dusche hat er heute verfugt. Er selbst, alleine, ohne Hilfe!
Nicht das er es nicht könnte, aber das, was er in der Firma macht, tut er zu Hause nicht. Deshalb hatten die schon Jahre früher einen gefliesten Küchenboden und bei uns musste sich erst der 30 Jahre alte PVC Boden in Streifen ablösen.

Und am Nachmittag hatte er heute eine Verabredung mit dem Tischler in Vaters Wohnung. Und es ist gut gelaufen. Gut gelaufen, weil die beiden Männer im alten Haus ihre Ruhe hatten. Sie haben zusammen die neue Küchenarbeitsplatte zugeschnitten und andere Kleinigkeiten gemacht. Miteinander, in aller Ruhe, in angenehmer Stimmung. So geht es dem Mann dort gut. Da macht ihm dann auch das Arbeiten da wieder Freude.
Es ist keiner da, der Blödsinnigkeiten anschafft um des Anschaffen willens. Der bei den anderen kritisiert und seins nicht hin bekommt.

Und dann, so um halb sechs Abends kommt der Bruder mit meinem Neffen und was machen die beiden Männer jetzt, so ganz spontan und jeder für sich?
"Ah, des Kastl nema ma mit in d'Werkstatt." Kastl g'schnappt, Werkzeug gepackt und aus dem Haus waren sie. So schnell hat der Bruder gar nicht mehr schauen können sind die beiden schon im Auto gesessen. Die beiden Männer sind dann noch ins Wirtshaus auf'n Kaffee und Torte gegangen. Mein Bruder hatte derweil im Keller mit dem Elektriker und einem Maurer zu tun.
Der Tischler, der ein sehr feinfühliger Mann ist, meinte zum Mann, dass der Bruder wohl sehr dominant ist. Das ist schön gesagt.

Mein Mann hat dem Bruder die rote Karte gezeigt. Als er später anrief und fragte ob sie noch im Wirtshaus seien, meinte der Mann: " Du na, wir san scho auf'n Weg hoam." Der Mann war auch wirklich schon am Gehen.
Und ich finde, der Mann macht es genau richtig. Er hält Abstand.
Und der Bruder soll es auch merken.

Es ist wohl immer was los.

Freitag, 24. Oktober 2014

Starkes Buch

Was tut eine, bei der doch einiges in Veränderung ist? Was sag ich einiges, täglich bin ich beschäftigt mit .....
Also gehe ich einkaufen, im Internet. Dann esse ich zuviel, und vor allem zuviel Zuckerhaltiges. Der Junkie läßt grüßen.
Dann hatte ich zwei schlaflose Nächte, die in einer schweren Auseinandersetzung mit der gekündigten Kollegin endete. Aber auch Klarheit brachte über ihren "Zustand".
Den Mann, der schon die Nase voll hat vom Bruder und seiner Dominanz, will und muss ich bei der Stange halten, wenn ich möchte, dass die Wohnungsrenovierung abgeschlossen wird. 
Und noch einige  Kleinigkeiten mehr ....

Eine der Einkäufe ist unten stehendes Buch. Irmi hat es in ihrem Blog erwähnt und ich muss sagen, so traurig das Thema Krebs und Sterben ist, soviel Hoffnung und Mut bringen die Menschen auf.
Die Autorin ist selbst an Krebs erkrankt und verstorben.




.... ihr Buch "Gespräche gegen die Angst" ist eine lebendige Darstellung der Erfahrungen schwer erkrankter Menschen und ihrer Helfer in der Familie, in Krankenhäuser ....  

Durch mehrere hundert Gesprächsausschnitten und durch persönliche Erfahrungsberichte der Autorin ..... einen tiefen Einblick in die seelische, körperliche und soziale Situation der Erkrankten.
Die Menschen wollen ihre Gedanken und Gefühle offen aussprechen und die Isolation, in die sie gedrängt werden, durchbrechen. Die vielen Beispiele belegen, dass die Erkrankten durch die Auseinandersetzung mit ihrer Situation und durch die einfühlende Unterstützung anderer lernen können, ihre Erkrankung, ja sogar die Möglichkeit eines nahen Todes, zu akzeptieren und sich persönlich weiterzuentwickeln.....


Samstag, 18. Oktober 2014

Unbedingt ansehen

Ich habe heute bei Frau Wildgans den folgenden Link entdeckt. Der Beitrag ist berührend ehrlich. Und zeigt auch, dass Gewalterfahrungen nicht unbedingt an die nächste Generation weitergegeben werden muss.

http://www1.wdr.de/fernsehen/information/frautv/sendungen/Gewalterfahrung104.html

Spinat mit ...



Wenn du Essen auf dem Tisch und Liebe im Herzen hast, kannst du nie lange unglücklich sein.

aus Böhmen



Freitag, 17. Oktober 2014

Ich weiß jetzt was los ist


Wieso mein Mann noch immer Abstand vom Bruder braucht. Beim Umbauen in Vaters Haus/Wohnung ist er schier verzweifelt an den beiden. Jetzt ist klar geworden was da los ist.

Nachdem ich das Bad bei meiner Familie gesehen habe und das hat wahrlich einen starken Eindruck hinterlassen, eigentlich ist das auch nicht zu Toppen, ist die Küche doch auch noch erwähnenswert.
Das Schwerwiegende an dem Gesehenen verblasst bereits. Ich beginne zu verdauen und mich zu fragen was es mit den dreien auf sich hat.

 Das Puzzle hat sich zusammengefügt. Gestern, heute.

Ich bin ja einfach so in die Küche eingetreten um zu sehen was los ist. Vermutungen von uns konnten der Realität nicht gerecht werden. Der Mann sagt, genau so habe er es sich vorgestellt. Nein, ich mir nicht, nicht so schlimm.

Tageszeitungen und Werbeschriften die auf dem Kachelofen gestapelt sind. Schön gestapelt damit sie mit einer Höhe von jeweils einem Meter nicht umfallen können. Entlang der Wände lagert Müll in Einkaufstüten. Nicht schön verräumt, nur Chaos.
Der Fußboden als solcher ist sichtbar aber schwer verdreckt. Ein Besen lehnt an der Wand und es ist erkennbar, dass da jemand den Versuch gemacht hat den Boden zu kehren. Ohne Kehrschaufel und Beserl und einem Müllsack. Der Schmutz wurde zu den Säcken gekehrt.
Ein kurzer peinlicher Augenblick mit der Schwägerin. Unsere Blicke treffen sich. Ich gehe einfach hinein und setze mich auf die Eckbank, deren Bezug schwarz vor Schmutz ist. Ja ich weiß, vielleicht hätte ich das nicht tun sollen aber ich war so peinlich berührt und ich wollte meine Schwägerin nicht kränken. Was hätte ich den sonst tun können? Zu sagen, dass ich mich wohl im Haus geirrt habe? Ich habe es nicht über’s Herz gebracht.
Ich habe mich während ich bei ihr saß nicht umgesehen, ich wollte sie nicht kränken. Aber die Küchenzeile war voll mit Klumpert, kaputten Taschenlampen, ein Innengehäuse einer Fernsehsteuerung und solche Sachen. Und alles schwer verdreckt.
Auf dem Fernseherkastl, dem Fernsehfuß, dem Receiver und anderen Gerätschaften liegt ein dunkelbrauner Schmierfilm. Jahrelang nicht abgewischt.

Und ich weiß jetzt auch wieso sie sich ständig in des Vaters Wohnung aufhalten und auch dort duschen gehen. Zu Hause haben sie nur die vermüllte Küche als Aufenthaltsort (nebst Schlafzimmer und Kinderzimmer und Bad) und das Jagdstüberl, dass aber nicht als Wohnzimmerersatz herhalten kann. Sie haben einfach keinen Platz mehr zu Hause.

Und mein Mann dreht durch, weil mein Bruder mit Schwägerin und Neffen ihre Zeit ständig in Vaters Wohnung verbringen und dort alles vermüllen. Für unsere Begriffe vermüllen und glaubt mir, dass ist schon schlimm genug.
Denn diese Familie hält fest an ihren Müll. Und wenn du wegräumen willst räumen sie den Müll wieder zurück.

Oder der Mann entsorgt viel und dann kommt er zwei Tage später wieder hin und es sieht wieder gleich aus wie vorher. Oder sie latschen durch das Zimmer mit dem neuen Laminatboden und hinterlassen grobe Spuren. Der Mann hat dann demonstrativ einen Teppich aufgelegt zum Drübergehen. Sie haben ihn verwendet!!!!!

Jetzt muss ich abschließen, mir geht der Saft aus.

Jedenfalls ist mir klar geworden dass sie Messies sind, das sie eine ernsthafte Erkrankung haben.
Und das sie gemocht werden wollen. Aber dazu später, wie gesagt jetzt braucht der grippekranke Kopf und Körper das Bett.