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Dienstag, 18. November 2014

Das Sein der letzten Tage


Tage in Auseinandersetzung liegen hinter mir.
Im Wahrnehmen stellen sich Erkenntnisse ein. Der Bauch erkennt und der Geist sagt, „Ja so ist es“.
Ich war Mittlerin bei meinem Mann und dem Bruder. Ich habe tief gesehen beim Bruder und seiner Frau.
Ich habe Nächte verbracht, das Geschehen zu begreifen und das Begriffene zu verdauen. 


Die Nicht gelungene Beziehung der ersten Lebensmonaten vom Bruder zu seiner Mutter. Er, der dann zu seiner Großmutter gegeben wurde und bei ihr aufwuchs. Der ewige Verlust, die ewige Abhängigkeit von den "Müttern". 
Und immer die Angst, wenn jemand seinen eigenen Weg gehen will. Das würde eine Trennung bedeuten und das kann er nicht. Ich bin Du. Keine Trennung, keine Loslösung. Alles was dieses Gefüge gefährdet macht Angst.

Und was des Bruders Geschichte ist, ist auch in manchen Punkten meine, mit dem Unterschied, dass ich sie sehe.

Für ihn bin ich Mutter, Sachwalterin und Schwester.
Und das geht nicht.

Ich bitte darum, dass das Wissen und die Erkenntnis mir die Möglichkeit geben gut zu handeln. 


Montag, 10. November 2014

Männer gibt's wohl auch

Jetzt ist es bereits halb zwei und ich mag nicht ins Bett gehen. Es ist Montag und hat wohl Gründe.

Dazu, dass ich ja seit einigen Tagen einen Kollegen habe, hat eine Freundin gemeint, dass ich mich ja zurückhalten sollte. Wenn er etwas braucht, dann kann ich da sein und sonst wollen die Jungen selbst werkeln.

Ja, ich bin in meinem Beruf wohl schon Urgestein. Mit meinen 46 Jahren. Und ausserdem habe ich immer nur mit Frauen im Team gearbeitet.
Die ersten 10 Jahre meines Berufsleben war ich so und so noch in der feministischen Frauenarbeit tätig (in "Die andere Geschichte" bin ich auf Fotos zu sehen) und auch dann als ich wechselte gab es nur Frauen im Team.

Der erste Mann im Team ist für 16 Stunden seit Juni 2014 angestellt und sitzt in einem anderen Stockwerk. Die Berührungspunkte sind also nicht wirklich vorhanden.
Und das jetzige, 31 jährige Jüngelchen (das darf ich so wahrscheinlich nicht sagen, ähm) hat das Büro neben meinem. Und ich bin unsicher wie umgehen.

Also werde ich mich an das Motto meiner Freundin halten und ganz cool in die Arbeit gehen.
-Der Kollege ist auch da, ja, schönes Wochenende gehabt, gute Arbeitswoche. - 

Ich habe eh einige Termine heute Vormittag und nicht wirklich Zeit für ihn. Mal sehen und ihn werkeln lassen, wenn er was braucht wird er schon kommen und ich kann ja mal hinüberschauen zu ihm und fragen wie es läuft, ob er etwas braucht.

UNd jetzt gehe ich schlafen. 

Freitag, 7. November 2014

Aggression verschwindibus

Das war eine Arbeitswoche, was sag ich der ganze Oktober war schon belastend. Die Monate vorher auch. Einen Höhepunkt gab es nicht, es waren ständig Höhepunkte. Und ich weiß, dass mir die Aufregung und die Aggression die ich hatte viel Kraft gekostet hat, ich habe es aber nicht anders hinbekommen.

Das Bild war lange Zeit mein Bildschirmschoner, oft hat es geholfen, aber wenn wieder ein gravierender Missstand war, auf den wir per Zufall drauf gekommen sind ist die Aggression auf die Kollegin wieder übergeschossen.



Die schwer behinderte Kollegin ist seit Oktober in Pension und die Tusnelda mit Ende Oktober auch aus der Arbeit.


Seit letzten Montag haben wir wieder einen zweiten neuen Kollegen. Jetzt sind wir zwei Frauen und zwei Männer im Team.
Wir arbeiten seit Montag den Scheiß von unserer Kollegin auf, die mit Ende Oktober ihren letzten Arbeitstag hatte. Und die Arbeit möchte ich eigentlich nicht haben.
Hat es uns wer geglaubt, dass die Kollegin ihrer Arbeit nicht nachkommt. Nein, denn das wäre unangenehm gewesen. Wieso es auf einmal doch zur Kündigung gekommen ist, entzieht sich unseres Wissens.
Jedenfalls haben wir restlichen beiden Teammitglieder kein Blatt vor den Mund genommen und die Arbeitsweise der Mitarbeiterin immer hinausposaunt. Klar war das auch für andere schon unangenehm und keiner wollte es hören.
Und jetzt müssen unsere beiden neuen Kollegen auch den Mist der Psychotante aufarbeiten. Das ist gut so, denn sie sehen, dass wir nicht übertrieben haben. Und dass, was sie jetzt innerhalb von Tagen mit den Klienten zuwege bringen sollten, hätte eigentlich Kollegin Ui. schon vor Wochen erledigen sollen.
Dabei geht es nämlich um Wohnungsanmietungen, also was sehr existenzielles und um Antragstellungen und Fristen. Und die gute Frau hat nichts gemacht. Und die Konsequenzen daraus, dass sie ihre Leute im Jahr 2-3 gesehen hat statt 40-50 Mal, baden die beiden Kollegen jetzt mit aus. Und so viel Arbeit und Energie und Kraft das auch kostet, bin ich froh, dass sie sich nicht zieren und mitanpacken.
Aber auch sie sind mittlerweile fassungslos, wenn sie hören, "Ach die Fr. Ui. die hab ich im letzten halben Jahr einmal getroffen". Dann entsteht Verständnis für unsere heftige Wut und Enttäuschung. Eben weil sie sich jetzt selbst ärgern.

Positiv ist für uns, dass die beiden Männer gleich wissen, wie die Arbeit funktionieren soll und wie es nicht gemacht werden sollte.

Habe ich mich am Montag und Dienstag und Mittwoch noch über die Fr. Ui. massiv erregt, flacht diese Aggression jetzt ab.

Ich wünsche euch einen schönen Tag,
ganga

Donnerstag, 6. November 2014

Mittwoch, 5. November 2014

Eine Allerheiligengeschichte mal anders

Momentan ist täglich einiges los und deshalb komme ich erst heute dazu, die folgende Geschichte aufzuschreiben.
Von der Zeit her ist es einige Tage vor Allerheiligen.#

Am Friedhof ist es mir schon lange ein Dorn im Auge, dass ich mir am Grab eine riesige potthässliche Laterne und drei verdreckte weiße Engeln ansehen muss. Die Devotionalien waren im März auf einmal da. Gefragt hat mich niemand, auch wenn ich mir vorstellen kann, von wem die Teile kommen. Aber mei.
Bin ich also am Dienstag vor Allerheiligen auf den Friedhof gegangen, sehe ich, dass meine Blumen umgesetzt wurden und in der Mitte des Grab eine 50 mal 30 cm große Terracottaplatte liegt, auf der die fremde Lampe und auch meine steht.  Und weil ja Terracotta auch schön rot gebrannt sein kann, leuchtete dieses Teil ziemlich heraus aus den hellblauen Waldstiefmütterchen. Einige undefinierbare Zweige, mich hat es nach Buchs angesehen, lagen rund um den Grabstein.
Jedenfalls sah ich dann rot. Weinrot sozusagen.

Der Mann hat mich ja immer zurückgehalten, wenn ich die Grabdeko von der Fr. W. wegräumen wollte. Weil ich habe es schon immer als Frechheit und Provokation empfunden, dass da jemand ohne Fragen und Einverständnis der "Grabbesitzerin" (hört sich schlimm an, ist aber so) einfach Sachen drauflegt. Ich sag ja noch nichts, wenn jemand ein Grabkerzl dazustellt, das ist eine würdigende dezente Geste der Anerkennung. Aber so paßt die Sache einfach nicht.
Und ausserdem will ich, wenn schon Engeln, geputzte Engeln und nicht solche, denen man die Stehzeit massiv ansieht. Und ich putze die Fremdengeln nicht.

Aber ich komme wieder zurück zu den Skrupel die mein Mann verbreitet.
Also, so eine fremde Grabdeko sollte ich nicht wegräumen, den das tut man nicht. Da hatte ich dann bis jetzt wirklich Hemmungen und lies die Sachen dort stehen. Die katholische Angst- und Straferziehung schlug da voll durch. Ich ließ also die Fremdsachen bisher dort, damit ich mich nicht versündige und bestraft werden kann.

Aber an diesem Dienstag Nachmittag war alles anders. Mir stob die Wut aus den Ohren und den Nasenlöchern. Was war die rote Platte gegen mich. Aber, ich hatte noch immer Hemmungen!
Also bin ich vor mich hinschimpfend und Selbstgespräche führend nach Hause gefahren.
Den Mann habe ich angetroffen, ihm das Foto von der neuen Grabgestaltung gezeigt und ihn angesehen. Das genügte wohl und er meinte, dass ich es wegräumen sollte.
Eine Erleichterung erfasste mich, jetzt wird mich Gott wohl nicht strafen und auf Lebenszeit verfolgen für die Grabschändung die ich begehen werde.

Nach dem die Entscheidung gefallen war erholte ich mich noch zu Hause für die kommende Arbeit. Es war dann zwar schon finster, aber ich wollte die Angelegenheit noch am selben Tag regeln. Das hat keinen Aufschub mehr geduldet.
Ich ging festen Schrittes auf des Grab zu. Nahm den einen Engel (der war nicht unnett, aber ...) und dann das versiffte Engelweihwasserbecken und stopfte die große Laterne in den Müllsack dazu. Das erste war getan. Dann kam die dicke Terracottaplatte zum Herausheben dran. Mann, war dieses Teil schwer. Die Blumen habe ich wieder umgesetzt und dann war ich zufrieden. Ein abschliesender Blick, alles paßt wie es ist. Ich klemmte mir die schwere, nasse und erdige Platte unter den Arm und nahm den Müllsack in die andere Hand und auf ging es zur Müllentsorgung.

Am Freitag Abend habe ich dann noch das Gesteck für Allerheiligen hingebracht und gut war es.

Aber etwas Pikantes kommt noch. Sitze ich so im Wirtshaus, raunt mir die Wirtin zu, dass die Frau W. das Leiden persönlich ist. Ich habe ihr alles weggeworfen. Also sind nicht nur die Sachen verworfen sondern wohl ich auch.
Sie habe so Magenweh, durch diese, meine Aktion. Aber sie habe bereits Fotos gemacht von meiner Tat.
Eine der Frauen aus der Runde habe dann W. gefragt, wieso sie sich bei dem Grab überhaupt einmische.
Diese Frage sagt alles und bringt es auf den Punkt.

Und jetzt gehe ich schlafen und andere aktuelle Dinge verdauen. Es gibt sicher schöneres.



Montag, 3. November 2014

Samstag, 1. November 2014

Fleißig, fleißig

Oh, war ich heute fleißig. Zusammen mit dem Mann haben wir unsere Kleidung, Schafwollunterbetten, Wandbehänge … durch- und aussortiert. Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.
Das sah dann so aus, dass die einen in Vakuumbeuteln in den Keller kamen und die anderen in 2 großen Kartons landeten.
Und den neuen Platz haben wir dann auch gleich neu aufgeteilt. Und geputzt, wie wild. Im Schweiße unseres Angesichts. Und weil es ja gerade um den Staub geht, wurde natürlich auch der Türrahmen und die Lichtschalter und was es sonst noch so eingestaubtes gibt auch mitgemacht. Es geht ja schon in einem. Was da alles an Arbeit aufgetaucht ist, unglaublich. Mit dem hat keiner von uns gerechnet. Wir waren so um die 5 Stunden beschäftigt.

Jetzt weiß auch mein Körper, dass wir heute etwas getan haben. Die Knie tun weh, die unterforderten Muskeln spüre ich am ganzen Körper. Aua, alles tut weh. Das Aufstehen vom Sessel oder Sofa könnte leichter gehen.
Aber ich bin auch froh, dass der Körper wieder gefordert worden ist.


Und jetzt schalte ich mir die Sauna ein, lege mich eine viertel Stunde bei 70 Grad hinein.