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Montag, 17. Juli 2017

Griechischer Alltag


Der Mann von Cosmote Griechenland versucht die Telefon- und Internetverbindung ins Dorf wieder herzustellen. Dürfte aber nicht erfolgreich gewesen sein, den seit einigen Tagen bekommen wir die Internet- und Telefonverbindung über Vodafon Griechenland.
Cosmote ist übrigens eine Firma der deutschen Telekom.



Hauptstraße durch's Dorf.



Wie man sieht befindet sich auch der Zählerkasten für Internet und Telefonie hier.
In dieser Form wäre das undenkbar bei uns.
Und trotzdem haben wir nicht weniger Verbindungsausfälle als bei uns zu Hause.



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Ich habe bereits darüber geschrieben, dass hier alte Menschen mit ihren Gehhilfen im Meer unterwegs sind. Das kann nur guttun.


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Ein Leben auf dem Lande. Es ist aber ein schönes Haus wohlgemerkt.
Blumen siehst du überall, auch oft in die großen Dosen von eingelegtem Gemüse gepflanzt.


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Und überall findet man Katzen.



Mal mehr, mal weniger scheu.


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Und natürlich griechische Köstlichkeiten. Das ist ein griechischer Kaffee, groß und ohne Zucker, sketo. Er hat eine wunderbare leicht bittere Note, die nach Kakao schmeckt.
Das Gebäck dazu ist einmalig. Griechen lieben sowohl cremiges mit Vanille und Kakao als Törtchen oder trockene Kekse mit Pistazien, gezuckertem Curry, Kekse ähnlich der Madeleines, ... ich liebe diese Kekse, alle, ich habe noch keine Geschmacksrichtung gegessen, die mir nicht schmeckte. Ich könnte mich praktisch täglich davon ernähren, was ich mir aber verkneife. Seufz.



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Ich möchte das Vollmondfoto noch zeigen, weil's einfach schön war.


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Alexi Zorba, unvergessen.



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Trauer:

Ein Freund von uns, mit dem wir uns hier auf dem Campingplatz treffen wollten, ist leider verstorben. Wir waren kurz vor unserem Urlaub noch mit ihm und der Familie in Kontakt. Sein Bruder ist hier bei uns am Campingplatz.
Was ich persönlich sehr tragisch finde ist, dass ihm in einer Notoperation noch einen Teil des Fußes abgenommen wurde und ihm während dieser Op auch einen künstlichen Darmausgang gelegt wurde und die Ärzte ihm 10 cm vom Darm noch rausschnitten.
Nach der Operation wurde er ins künstliche Koma versetzt und einige Tagen später wurde er wieder aus dem Tiefschlaf geholt.
Ich mag mir gar nicht vorstellen was für ein Schock es ist, wenn du feststellst, dass du einen Seitenausgang hast und dir ein Teil des Fußes fehlt.
Die Familie hat unvorstellbares gelitten.
Letztendlich starb er vor einer Woche an einer Lungenembolie.

Ich weiß nicht wie ich in dieser Situation entscheiden würde, aber ich habe mich so über die Ärzte aufgeregt, weil sie einem schwer kranken Menschen diese Operationen noch antun. Ich unterstelle ihnen, dass sie eine bestimmte Anzahl von Operationen für ihre Facharztausbildung brauchen und auch das Krankenhaus muss wegen der Fördermittel genug Operationen nachweisen. Otto kam ihnen da genau recht. Und als Familie stehst du ja so und so unter Schock und kannst im Prinzip nicht wirklich eine Entscheidung treffen.

Otto ist 58 Jahre geworden, kein Alter, und es hinterlässt große Betroffenheit hier bei uns am Campingplatz. Ein Kranz wurde von uns angeschafft, da sich hier ein buntes Volk trifft bekam die Familie gemalte Karten, eine geschmiedete Laterne und Anteilnahme.
Der Bruder Alfred ist gestern wieder in Thesaloniki gelandet. Ich meine, dass diese gemeinsame Trauerarbeiten für alle gut ist.

Ich sag mal auch wenn im Urlaub ein Teil mehr heile Welt sein kann als im Alltag zu Hause, das Leben bleibt nicht stehen.








Kommentare:

  1. Liebe Ganga,

    es tut mir leid, dass euer Freund gestorben ist. Mein Mitgefühl gilt der Familie, die jetzt mit dem ganzen fertig werden muss. Otto hat es jetzt bestimmt besser und muss nicht mehr leiden. Ein schwacher Trost. Und ja, es ist gut, diese gemeinsame Trauerbewältigung. Das kenne ich von hier gar nicht. Hier bleibt man allein mit der Trauer, muss schnell wieder funktionieren, das ist nicht schön.

    Deine Bilder sind ganz wunderbar. Die Kekse würde ich auch probieren, aber Kaffee ohne Zucker kann ich mir nicht vorstellen zu trinken. Dafür bin ich zu "süss" ;-)

    Stimmt, das Leben geht weiter, egal wo man ist. An solch einem schönen Ort zu sein, kann aber bei der Bewältigung - denke ich - auch sehr helfen. Schon alleinn dieser Vollmond und das Wasser dazu, das streichelt doch bestimmt die Seele :)

    Liebe Grüsse
    Clara

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  2. Danke. Wir meinen auch, dass es für ihn eine Erleichterung war, dass er gehen konnte. So wie sein körperlicher Zustand war, wäre es nur mehr ein Dahinvegetieren gewesen und das Sterben wäre nur um eine kurze Zeit hinausgezögert worden.
    Diese gemeinsame Trauerarbeit hat uns allen was gebracht. Es war schön, dass Otto hier immer wieder Thema sein konnte, vor allem bei den Männern!!!!

    Das freut mich, dass dir die Bilder gefallen. Ich bin so froh, dass ich hier sein kann. Hier läßt sich wirklich alles leichter aushalten.
    Wir werden am Mittwoch oder Donnerstag wieder nach Österreich fahren. Seufz. So gerne ich zu Hause bin, aber ich sag dir, die Bearbeitung meiner Baustellen hier zu machen ist schon feiner, wie du genau erkennst :-)

    Liebe Grüße
    Ganga


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