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Donnerstag, 24. November 2016

Eine Sichtweise - der Anfang

Ich kann einfach nicht aus, ich muss mich mit diesem, meinem Verhalten beschäftigen. Es ist etwas altes, was ganz altes und es läßt mich nicht los. Ich begreife es ja selbst nicht, was da schräges bei mir abgeht und dieses Nicht Begreifen und Nicht Sehen können macht mich ganz kirre.


Ein einprägendes Erlebnis, war im April diesen Jahres. Es ging mir im Team darum, dass mein Urlaub bald anstand und ich wissen wollte, wer für welchen Klienten zuständig ist. Als mir der eine der beiden Kollegen sagte, dass es sie beide nichts angeht, weil sie nicht für meine Urlaubsvertretung zuständig sind. Meine Kollegin und ich sollen uns das ausmachen. Ich brauche ihnen also auch die schriftliche Urlaubsübergabe nicht zu geben. Der andere Kollege saß neben ihm dabei und sagte nichts. Seine Sitzposition war so, dass ich den Eindruck hatte, dass er sich hinter dem groben Klotz versteckt.

Ich war so etwas von vor den Kopf gestoßen und fühlte mich heftig zurückgewiesen. Ich protestierte noch und meinte, dass wir die Fälle sonst auch immer aufgeteilt haben. Daran konnte sich der Kollege nicht erinnern und der andere bekam das Maul nicht auf.
Mein Körper reagierte mit großer Aufregung, mit schmerzhaften Verspannungen, Angst und ich fühlte mich wochenlang vollkommen orientierungslos. Ich wusste nicht mehr wie ich mich den Kollegen gegenüber verhalten soll.

Solche derartigen Erlebnisse hatte ich noch einige und meine heftigen Reaktionen darauf zermürben mich.


Was war da passiert?

Der Kollege sagte mir eigentlich nur, mit dir oder euch (meine Kollegin) wollen wir nicht näher zu tun haben.

Mußt du auch nicht, meine ich jetzt.

Wenn jemand zu mir sagt, die Österreicher sind alle scheiße, ist mir das egal, ich zucke nicht mal mit den Schultern.


Was heißt das, wenn ich auf einmal nicht mehr weiß was ich machen soll, wie ich mich verhalten soll? Was geht bei mir da ab?

Ich meine jetzt, es ist der fehlende Standpunkt. Wenn ich weiß wer ich bin, was mich ausmacht und ich zu mir stehe dann kann ich nicht orientierungslos werden.
Dann stehe ich da und zucke mit den Schultern und sage, wenn ihr meint.



Ein Lieblingssatz von mir: Zeigst du mit einem Finger auf den anderen, zeigst du mit drei Finger auf dich selbst.







Kommentare:

  1. huch, eben verschwand mein angefangener kommentar.
    ich wollte schreiben:
    vielleicht ist das "Der Kollege sagte mir eigentlich nur, mit dir oder euch (meine Kollegin) wollen wir nicht näher zu tun haben." ja gar nicht so.
    ich hätte da schlicht gelesen und gehört, dass sie sich einfach keine zusätzliche arbeit aufdrücken lassen wollen. macht eure urlaubsvertretung unter euch aus.lese ich da. keine persönlichen animositäten.
    kann es sein?
    gruß
    m.

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  2. Es ist interessant, welche unterschiedlichen Lesarten es gibt. Diese Sichtweise ist so natürlich auch eine Möglichkeit.
    In der Praxis hat es sich bewährt, dass man die Klienten immer unter den anderen Kollegen aufteilt, so ist jeder ein stückweit involviert und kann Auskunft geben bei Bedarf und eine schriftliche Übergabe an die Beteiligten war obsolet. Denn der Teufel schlaft nicht und genau wenn man nicht da ist, kommt es zu Problemen.

    Bei meiner Urlaubsvertretung ging noch alles gut, alle (Kollegin, Chefin, Assistentin) waren mit Infos gut versorgt, aber als die Kollegen sich vertreten haben gab es Probleme. Nämlich war auch seine Vertretung nicht da, also beide weg und keiner von uns Kolleginnen und auch die Chefin haben eine Urlaubsübergabe der beiden gehabt. Wie es ist, gibt es gerade dann einen Handlungsbedarf und es sind keine Informationen da!
    Wir wurden imAnschluß alle geladen und es gab ein Donnerwetter für die beiden Männer das sich gewaschen hat.
    Seitdem gibt es eine schriftliche Übergabe an alle auch die Chefin!, die Zuständigkeiten sind klar, nämlich wir beide Frauen und die beiden Männer. Wir Frauen sind ein eingespieltes Team, schnell und effizient.
    Was die beiden anderen machen geht mich nichts an. Das es gerade wieder Stress gibt weiß ich, weil ich diese Woche sicherlich 10 Anfragen schon weitergeleitet habe: "Ich verbinde sie mit dem zuständigen Kollegen." Also paßt eigentlich alles wunderbar zusammen so wie es ist.
    Und dass ich mich zurückgewiesen fühle ist nochmals ein anderes Kapitel.

    LG
    Ganga

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  3. Hm, ich könnte mir vorstellen, dass die Abwehr deines Kollegen dich wieder in Verantwortung setzt (gefühlsmäßig), so dass du dein Anliegen und deine Verantwortung nicht los wirst. Dann natürlich auch in deinem Urlaub nicht frei davon bist.
    Du erwähnst die Körpersprache, das wird dich sicher an andere Ablehnungserlebnisse erinnern. Sowas ist meistens erst mal unbewusst. Wer hat sich so hingesetzt, oder den groben Klotz gegeben dir gegenüber, deinen Anliegen gegenüber? Vielleicht auch deinen Nöten gegenüber - dich also im Stich gelassen? (Fragen, die du dir selbst stellen kannst, fühle dich nicht genötigt, sie mir zu beantworten.)

    Ich lese außerdem eine unnötige Frau/Mann-Front durch die doofe Verteilung. Kann man das nicht offiziell ändern?

    LG
    gann

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    1. Liebe gann uma,
      ja, es geht mir um dieses Ablehnungserlebnis, eine Sache, die an sich nicht notwendig ist, die auch irrational ist, andere meinen es meistens anders als man selbst meint ... es muss eine sehe sehr alte Geschichte sein.

      Diese Mann/Frau -Front wird so bleiben. Denn ein Problem ist, dass der Kollege, ich nenne ihn jetzt mal Hans, mit Frauen ein gröberes Problem und verbal einen unguten "Schmäh" drauf hat. Er bekommt einfach keine ab, belagerte die jetzige Chefin eine Zeit lang!, und die Frauen die er möchte, bekommt er nicht. Sehr problematisch.
      Der zweite Kollege ist ein ganz netter, ich nenne ihn Johann, und ich hoffe, dass wir unsere Kommunikation gut hinbekommen.
      Liebe Grüße
      Ganga

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  4. ich habe jahrzehntelang unter dem "zurückweisungssyndrom" gelitten. (falls es das in "echt" gibt, meins war hier eine wortschöpfung)
    so richtig ist es immer noch nicht geheilt, aber 95%.
    deshalb weiß ich, was das bedeutet.
    ich wollte eigentlich auch nur auf das GEFÜHL eingegangen sein, nicht auf das dienstliche. das scheint ja sowieso bestens geregelt.
    grüße
    manuela

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  5. Hallo Manuela,
    ah ja, um das Gefühl, das ist gut, ja es wird um das Gefühl gehen, darum wo es herkommt, wie es sich als roter Faden durch mein Leben zieht.
    Liebe Grüße
    Ganga

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  6. Liebe Ganga, wenn ich das so lese, dann hab ich so das Bild von einer Ganga, die mit einer Sache allein gelassen wird und nicht weiss, wohin damit. Wenn ich mal weiter denke, dann würde ich denken, dass es vielleicht so eine Kindheitssache sein könnte - nicht einfach Zurückweisung sondern ein Übernehmen von Verantwortung für etwas, das eigentlich noch zuviel für ein Kind sein könnte und das tiefe Gefühl von Orientierungslosigkeit (was mach ich jetzt damit???). Wie ein Kind, dem man zuviel Verantwortung anlastet und das sich allein gelassen und überfordert fühlt. Manchmal tarnen sich so ganz alte Gefühle ja dermaßen :(

    Ist nur so ein Bild, das entstanden ist bei mir, als ich das so las.

    Wie auch immer, diese beiden Kollegen schummeln sich ja dann ganz schön an der Regelung vorbei. Die scheinen ja die Arbeit nicht erfunden zu haben :-p

    Ich wünsch* Dir eine baldige Auflösung :)

    Lieben Gruss
    Clara

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