Vielen lieben Dank für die aufmunternden und tröstenden Worte. Es bedeutet mir viel.
Bis jetzt hatte ich mit einem Arzt und zwei Ärztinnen zu tun. Die Frau am späten Abend sagte mir, ich soll noch nicht erleichtert sein, denn mein Mann ist noch nicht ausser Gefahr. Es kommt auf die heutige Nacht an und auf morgen.
Anscheinend zählt die Zeit, die man nach einem Schlaganfall bis zur ärztlichen Versorgung hat. Mein Mann war nach 50 Minuten unter ärztlicher Aufsicht.
Mein Mann hat heute Nacht einen Schlaganfall gehabt. Der Arzt sagte mir um halb sieben, dass es ein schwerer Schlaganfall war und er schwere Lähmungen hat. Erliegt h´jetzt auf der Angio und sie versuchen das Blutgerinnsel im Kopf aufzulösen. Er wird auf Intensiv liegen und ich kann nicht zu ihm. In vier Stunden soll ich wieder anrufen. Ich habe solch eine Angst um ihn.
Ich fasse gar nicht was da passiert ist.
Und schon wieder habe ich längere Zeit nichts geschrieben. Ich traue mich kaum noch auf die Schreibfläche. Es war einfach so viel los bei mir und mir ist die tägliche Zeit zu wenig.
Und wenn ich dann zu Hause bin, falle ich auf das Sofa und schlafe. Meine Freundin beschwert sich, ob ich sauer auf sie bin, weil ich mich nicht mehr melde. Seufz.
Ich glaube, dass Problem ist meine ehrenamtliche Tätigkeit. Die fordert täglich viel zu viel Zeit von mir ein. Aber, ich will sie nicht sein lassen, weil ich sie so gerne mache und ich kann mir nicht vorstellen, welche Klientin ich abgeben könnte.
Es ist jetzt 22 Uhr 50, auf dem Herd kocht Reis, den ich mir morgen mit einer Suppe mitnehmen werde. Das Essen will geplant sein, den morgen bin ich von 6 Uhr 30 bis 19 Uhr in der Stadt und ich brauche es, mir Zeit zu nehmen und gutes Essen zu essen. Ist auch eine Art der Psychohygiene.
Eigentlich hätte ich am Freitag mal frei, aber ich musste heute feststellen, dass mir der Tag möglicherweise gecancelt wird. Weil sich der Kollege der auf Vaterschaftskarenz geht und dessen Vertretung ich übernommen habe, bereits heute in einen Urlaub vertschüßt hat, weil er die Warterei auf das Baby in der Arbeit nicht mehr aushält und lieber bei seiner Frau zu Hause sein will. Alles schön und gut, aber heute zeigt mir die Chefin ein Schreiben in dem er für Freitag einen sehr wichtigen Termin vereinbart hat. Wer soll den machen????
Privat bekomme ich in den letzten Wochen viele menschliche Abgründe zu sehen, was auch nicht immer einfach ist.
Ah ja, Schneeregen hat es bei uns schon gegeben und heute war es tagsüber so kalt, es hatte nicht mehr als 2 Grad.
Ich habe eine Tageslichtlampe mit sehr hoher Luxzahl und die nehme ich mir morgen in die Arbeit mit. Depressionsprophylaxe, die kann ich gut brauchen. Die Dunkelheit macht mir immer mehr zu schaffen, je älter ich werde
Hach, es ist bereits 23 Uhr 20 und ich sollte noch Duschen und Haare waschen. Ich spiele mit dem Gedanken, dass ich mir morgen früh ein Trockenshampoo aufsprühe. Bin ich ein Ferkel???? Jaaaaah.
Mit diesem Motivationsgedanke gehe ich jetzt schlafen (und Zähne putzen):
Was man anfängt, man fange es mit voller Seele, mit voller Kraft an; um
desto eher ist es geendet, und ganz und mit voller Kraft kann man sich wieder
einem andern Geschäft widmen. Man würde weit mehr Zeit gewinnen, wenn es nicht
zur Gewohnheit geworden wäre, so viele Dinge als Nebensache zu betrachten, die
im Grunde mit viel weniger Zeit, aber ernstlich, besser vollbracht würden.
(1759 - 1805), Johann Christoph Friedrich, deutscher Arzt,
Dichter, Philosoph und Historiker; gilt als einer der bedeutendsten
deutschsprachigen Dramatiker und Lyriker
Ich habe heute in der Arbeit so eine Verspannung in Nacken bekommen, dass ich Kopfweh davon ha. Ich habe mir nur mehr gedacht, ich halte es nicht mehr aus. Sogar Krankwerden hat mein Hirn in Erwägung gezogen um zu einer Auszeit zu kommen.
Aber, am Freitag habe ich mit zwei Leuten existenziell wichtige Sachen zu erledigen. Da müßte ich im Koma liegen um mir an diesem Tag eine Auszeit zu vergönnen.
Ich habe es heute einmal anders gemacht. Ich bin Kleidung einkaufen gegangen, weil ich den Drang nach einer neuen Bluse hatte. Und eigenartiger Weise ist es mir im Geschäft dieses Mal nicht schlecht gegangen. Ich war sogar entspannt, habe nicht zu schwitzen begonnen und bekam keinen Stress.
Ich habe zwei nette Shirts gefunden, natürlich oder auch leider wieder in Schwarz, aber die Farbe und die Motive stehen mir einfach gut. Das eine hat einen großen Stern mit Pailletten auf der Brust und glitzert schön silbrig. Auf dem zweiten Shirt sind lauter kleine Sterne aus Glas aufgenäht. So richtig blink blink. Und das dritte Teil ist eine dünne Baumwolljacke mit Kapuze in schwarz weiß meliert. Die Sachen schauen hübsch und flippig aus.
Die Verpackung von mir ist ja jetzt ganz schön, aber der Inhalt soll auch schön sein. Die Spiegeln im Geschäft haben mir wieder die bittere Wahrheit über meine Figur und das Gewicht gezeigt.
In meinen Gedanken schaue ich sonst schlanker aus. So kann man sich auch betrügen und vielleicht war die Wahrnehmung meines Köpers im Spiegel nicht mal schlecht.
Ich habe dem Konsumverhalten eine Absage erteilt. Unmengen von Essen stehen immer zur Verfügung. Und weil es so fein ist, gibt es gerne einige Happen, ein Glas Wein, Kuchen etc. und wenn ich dann zu dick bin, dann verdienen sie auch noch an mir mit Diätprogrammen, Diätessen usw.
Diese Menschen die auf meine Kosten so viel Geld verdienen, können mich mal kreuzweise. Ich bin sonst auch kritisch, wenn es um die Verblödung und Manipulation von uns geht. Es ist nur logisch, dass ich auch beim Essen aus dem manipulierendem Konsumverhalten aussteige.
Es war die erste Arbeitswoche, in der ich nicht 10 Stunden am Stück auf Arbeit war. Dienstag und Mittwoch habe ich die Nachmittage durchgeschlafen, obwohl strahlender Sonnenschein und blauer Himmel mit 22 Grad Wärme draussen war. Ich wollte meine Ruhe, habe das Schlafzimmer abgedunkelt und 4-5 Stunden geschlafen.
Am Abend bin ich zum Abschalten noch kurz fortgegangen
Würde einige gute Geschichten abgeben, wenn ich mir die Zeit nehmen würde sie aufzuschreiben. Gleich, damit das Erlebte noch authentisch beschrieben wird und sich die Hälfte noch nicht verabschiedet hat.
Ein eindrucksvolles Erlebnis hatte ich am Donnerstag.
Mir ging ein Klient schon die zweite Woche ab, und ich hatte den Eindruck, dass ich in seine Wohnung nachsehen gehen soll.
So fahre ich hin zu ihm, gehe die Stufen in den dritten Stock hinauf und sehe, dass die Tür nur angelehnt ist. Ich läute mehrmals aber er kommt nicht an die Tür. Alles ist ruhig. Trotzdem ich kann nicht einfach gehen bei der offenen Tür. Da muss ich hineinschauen. Ich fürchte mich, fürchte mich bei so was immer. Wer weiß was mich da drinnen erwartet und zum Schluss treffe ich auf Einbrecher oder andere Gestalten. Trotzdem, ich muss die Türe aufstippen. Niemand ist im Vorraum und ich gehe vorsichtig weiter. Sehe in das Bad hinein, niemand ist drinnen, dann komme ich in den Wohnraum, vorsichtig schaue ich ums Eck. Und da sehe ich ihn liegen, am Boden, alles voll Blut, eine Orgie von Blut. Mehr brauche ich jetzt nicht.
Aber er rührt seinen Kopf, als ich ihn anspreche. Ich stehe da und weiß nicht, was ich zuerst machen soll. Gehe aber zu ihm und merke, dass er registriert, dass jemand da ist. Er hebt seine Lider und dreht den Kopf zu mir.
Was ist da passiert? Ich sehe, dass er seine Beine aufgeschlitzt hat. Überall sind Schnitte, die tief ins Fleisch gehen. Kein Wunder, das alles voll Blut ist. Ich bemerke, dass es bereits gestockt ist.
Zum Glück habe ich mein Handy heute dabei und kann die Rettung anrufen.
Ich knie neben ihm und streiche ihm über die Haare. Es wird alles gut werden.
"Es tut mir leid."
"Es wird alles gut."
"Es tut mir leid."
Es wird alles gut.
Er zittert am Leib, und ich nehme ihn in meine Arme und beuge mich beschützend über ihn.
Es wird alles gut werden.
"Ganga, es tut mir leid."
Danach werde ich ihn später fragen.
Jetzt wird alles gut.
Ich streichle ihn, versuche ihn zu wärmen.
Es wird alles gut.
Irgendwann kommt die Rettung und nimmt ihn mit.
Nein, ich fahre nicht mit.
Ich sehe mich im Raum um. Viel Blut, verschmiertes Blut.
Nein, ich gehe jetzt nicht.
Ich bin erschüttert.
Blutverschmiert.
Ich entscheide mich, dass ich das Blut wegwische, dass ich sauber mache. Weil ich meine, dass es reicht.
Jetzt habe ich über einige Wochen viel gearbeitet, und das Resultat war, dass ich letzte Woche mit Nackenschmerzen, Schulterweh und Rückenweh belohnt worden bin. Es waren zu viele Stunden im Büro die ich mit sitzender Tätigkeit verbrachte.
Jetzt sollte es leichter werden und ich hoffe, dass sich wieder eine gesunde Motivation für die Arbeit einstellen wird.
Erlebnisse hatte ich genug, aber ob ich es schaffe sie zu Papier zu bringen, weiß ich nicht. Mir geht derzeit die Sprache dafür ab. Obwohl, es sind spannende Erlebnisse, interessante Begegnungen, Augenöffner-Erlebnisse. Vielleicht sollte ich mir einige Tage Urlaub nehmen, ich komme einfach zu nichts, nicht einmal zu mir selbst.
Heute habe ich eine mail mit Foto und Paterzettel von meiner ehrenamtlichen Arbeitsstelle bekommen, dass ein Arbeitskollege verstorben ist. "... ist am 4. Oktober nach langer schwerer, aber dennoch tapfer ertragener Krankheit, von uns gegangen."
Herbert ist in meinem Alter gewesen und wir waren Anfang 2000 in der selben Firma angestellt. 2005 hat er die Arbeitsstelle gewechselt und immer wenn wir uns sahen kamen wir intensiv ins Gespräch, nicht nur über Schönes sondern auch über die Abgründe in uns.
Spontan dachte ich mir, ich hänge meinen Beruf an den Nagel. Da kannst du nur krank werden.
Stimmt nicht, nein, nein, dass ist so nicht,.....
Eine spannende Frage ist, was löst den Krebs in uns aus? Ich lese seit einigen Wochen Texte dazu, weil bei Menschen in meinem Umfeld Krebs diagnostiziert worden ist.
Den folgenden Text im Link finde ich lesenswert:
Jetzt habe ich wieder eine Woche lang keinen post geschrieben, aber ich war arbeitsmäßig ausgepowert.
Meine Tage in der Stadt waren lang, 2 Mal waren es 12 Stunden pro Tag. Ich dürfte zwar nur 10 Stunden täglich arbeiten, aber das hätte für mich dann 4 verschissene Nachmittage und Abende bedeutet. Also dann doch lieber nur zwei.
Mir wird jetzt schon anders, weil ich weiss, dass morgen Montag ist und wieder eine Arbeitswoche vor mir liegt. Meine Motivation ist wieder im Keller und das so kurz nach dem Urlaub. Ich fühle mich überlastet.
Meine Burn-out Prophylaxe vor einigen Tagen war die Idee, dass ich meine Uralt Klienten in Beratungsstellen vermitteln werde und so Zeit und Luft für das aktuelle Geschehen bekomme. Das reicht mir völlig. Die Erleichterung die ich spürte war so schön.
Ende der letzten Woche musste ich aber feststellen, dass ich meine Leute nirgends gut unterbringen kann. Denn mit der Einen habe ich mich mit der Wohnbeihilfenstelle angelegt und mit dem Amt will sich niemand Schwierigkeiten einhandeln. Es geht dabei um ungefähr 800.- . Eine rechtliche Vertretung gibt es dafür nicht, weil dieses Amt die Oberbehörde der Arbeiterkammer, ... ist.
Die zweite Geschichte ist, dass ein Kindesvater von der Kindesmutter, die ein sehr geringes eigenes Einkommen hat, Unterhalt für den Sohn haben will. Obwohl das Kind bestimmte Tage in der Woche und den Ferien bei ihr ist. Der Kindesvater hat ein Einkommen von über 3.000.- netto, auf die Kralle.
Unglaublich. Alles schon bei Gericht anhängig, und trotzdem wurde sie auf 100.- verurteilt. Wie viele Unterlagen und Briefe und Einsprüche wir da schon geschrieben haben.
Ich habe es probiert, sie in einer Frauenberatungsstelle zu verankern, mit dem Ergebnis, dass die ihr gesagt haben, das ist eine heikle Sache.
Damit war die Sache mit der Vermittlung gegessen.
Mitte November geht einer der Kollegen auf "Papamonat". Ich häng mich auf.
Ich merke, dass jetzt, nachdem ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe, mein Galgenhumor sich bei mir meldet.
Also ich hänge mich doch nicht auf und ich knüpfe auch niemand anderen auf.
Obwohl, wenn ich mir überlege, die Zwickeltage um den Nationalfeiertag und Allerheiligen hat der Kollege mit dem Papamonat für sich als Urlaubstage in Anspruch genommen. So schnell konnte ich den Kalender gar nicht öffnen, so schnell meinte er die Sache abhandeln zu können. Grad dass ich noch einwerfen konnte, dass diese freien Tage auch für mich interessant sind.
Mal sehen, denn der Mann ist nach Hause gekommen und meinte, dass der Bodenleger an diesen Feiertagen kommen wird und die restlichen Arbeiten erledigen wird. Eine Abstellkammer möchte er auch noch mit dem neuen Boden (der, der vom LKW heruntergefallen ist - so was gibt es tatsächlich :-)) ausstatten, weil er ja vorhanden ist.
Da gehe ich doch lieber arbeiten, oder!